Die Kinder der Zeit von Adrian Tchaikovsky

Science Fiction in Buchform
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Knochenmann
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Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

So, ma wieder was für die Lesechallange, diesmal:

Bild

Von den ganzen Sachen die ich über das Buch gehört habe hab ich gedachte das das eine zienmlich verkopfte Angelegenheit ist.

Ist es aber nicht, es ist, zumindest am Anfang, mehr als bodenständig, erinnert mich spontan an "Wie sind viele", was ja auch nicht gerade ein übergangener Literaturnobelpreisträger war.

Zur Sorry (die ersten 10%)

Menschheit will fernen Planeten transformen. Geh schief, weil Bürgerkrieg unter Menschen. Menschheit läd inteligenzversärkenden Supervirus auf Planeten ab, eigendlich gedacht für Affen. Der infiziert aber Spinnen, und macht die intelligenter.

2000 Jahre später: Menschheit ist wieder im Weltraum (wenn auch nicht mit der geilen Technick von damals, vom "Imperium"), und ist auf dem Planet zum Spinnen/Affen Planet.

Hauptfigur: eine durchgekannte Wissenschaftlerin die im Kälteschlaf um den Planten rumkreist. So symphatisch wie Fusspilz.
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Uschi Zietsch
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Was ist eine "durchgekannte" Wissenschaftlerin? Durchgeknallt? (Wie kann sie durchgeknallt sein, wenn sie im Kälteschlaf liegt?)
:bier:
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Knochenmann
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Durchgeknallt natürlich, pardon.
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Knochenmann
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

25%

Das Buch teilt sich in zwei Teile: Den Teil auf den Planten, wo das Virus alles was keine Knochen hat infiziert und intelligenter macht. Da haben wir diverse Spinnen, aber auch von Krebsen wird gesprochen und wichtiger: von Ameisen. Da ist das Virus anscheinend an seine Grenzen gestoßen: als soziale Insekten haben sich Ameisen zu einer art geistlosen Fleichfessmaschine gemausert, eine Naturmacht mit der man nicht reden _kann_ die aber dennoch Technologie nützt.

Die Handlung auf dem Planeten bisher: sehr schön, besonders weil die Spinnen immer noch Spinneneigenheiten beibehalten (Mänchen werden nach dem Sex gefressen, Intelligenz hier oder her)

Weniger schön: Die Handlung der Menschen über den Planeten. Da kommt es mir so vor, als wären alles nur Idioten.

Die Wissenschaftlerin hab ich schon erwähnt, die hängt in ihrerm Schff/Habitat fest, und ist... nciht mehr ganz beisinnen. Das Kommando hat eine KI übernommen, die Wesenzüge der wissenschaftlerin spiegelt.

Und dann haben wir noch die Neuankömmlinge von der Erde, die technologisch hintenanstehen. Aber die werden beschrieben wie eine Mischung aus Bauern und Piraten. Fast unvorstellbar das die ihren ***** überhaupt in den Weltraum bekommen haben, und Chef ist anscheinend der, der am lautesten herumschreit. Schlimm.

Ersteindruck täuscht nicht, das ganze ist tatsächlich auf ähnlichen Level wie "Wir sind viele"
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Des_Orphan »

Knochenmann hat geschrieben:
21. Februar 2020 17:20
25%
Da - in etwa - war bei mir damals Schluss.
Dieser gigantischer Zeitsprung - aus menschlicher Sicht - war für mich nicht nachempfindbar...
Von da an wirkte so ziemlich alles eher beliebig und es langweilte mich... :nein:
»Braucht ihr Transportmittel? Werkzeuge? Material?«
»Unser Gegner ist ein mit Atombomben gespicktes außerarbrisches Raumschiff«, sagte ich. »Wir haben einen Winkelmesser.«
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Teddy »

Des_Orphan hat geschrieben:
21. Februar 2020 18:31
Knochenmann hat geschrieben:
21. Februar 2020 17:20
25%
Da - in etwa - war bei mir damals Schluss.
Dieser gigantischer Zeitsprung - aus menschlicher Sicht - war für mich nicht nachempfindbar...
Von da an wirkte so ziemlich alles eher beliebig und es langweilte mich... :nein:
Man kann dem Buch ja das ein oder andere vorwerfen - mir gefallen z.B. die Nebenfiguren durchweg nicht - aber langweilig? Ich hab lange kein Buch mehr gelesen, auf das der Begriff "Sense of Wonder" so zutrifft wie auf Kinder der Zeit.

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Knochenmann
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Des_Orphan hat geschrieben:
21. Februar 2020 18:31
Knochenmann hat geschrieben:
21. Februar 2020 17:20
25%
Da - in etwa - war bei mir damals Schluss.
Dieser gigantischer Zeitsprung - aus menschlicher Sicht - war für mich nicht nachempfindbar...
Von da an wirkte so ziemlich alles eher beliebig und es langweilte mich... :nein:
Na, damit hab ich noch keine Probleme. Leute werden halt in Stellung gebracht, und man hat nachvollziehbare Motivationen.

Das einzige was mich wirklich nervt ist der Capitän des Erdschiffs. Mein Gott ist der LAUT.
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Knochenmann
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Fertig

Langweiliges Scheißbuch.

Wir haben auf der einen Seite den Aufstieg der Spinnen: Ok, aber undurchdacht. Die haben z.B. am Ende ein Raumfahrtprogramm wissen aber nicht was Sterne sind. Außerdem haben Sie Sprengstoff wo der Sauerstoff schon mit drinn ist und der auch im Vacuum explodieren kann! Wahre Teufelskerle!

Auf der anderen Seiten: die scheiß Menschen die mit ihren Raumschiff rumgurken. Und dumme arschige Idioten sind. Und die 90% der Handlung nichts mit den Spinnen zu tun haben. Und die man hätte auch gleich komplett rauskürzen können aus dem Scheißbuch, dann wärs schon weniger nerfig geworden.

Das Buch ist flach, langwilig uninspirieren und voll mit falschen Phatos, und tut nebenbei so als wäre es neben all seiner Dünnbrettborerei ein tiefsinniges Philosopisches Werk.

Kann man sich sparen.
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Des_Orphan
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Des_Orphan »

Des_Orphan hat geschrieben:
21. Februar 2020 18:31
Knochenmann hat geschrieben:
21. Februar 2020 17:20
25%
Da - in etwa - war bei mir damals Schluss.
Dieser gigantischer Zeitsprung - aus menschlicher Sicht - war für mich nicht nachempfindbar...
Von da an wirkte so ziemlich alles eher beliebig und es langweilte mich... :nein:
Knochenmann hat geschrieben:
6. August 2020 15:09
Fertig

Langweiliges Scheißbuch.
(...)
Das Buch ist flach, langwilig uninspirieren und voll mit falschen Phatos, und tut nebenbei so als wäre es neben all seiner Dünnbrettborerei ein tiefsinniges Philosopisches Werk.

Kann man sich sparen.
Sag' ich doch :lol:
»Braucht ihr Transportmittel? Werkzeuge? Material?«
»Unser Gegner ist ein mit Atombomben gespicktes außerarbrisches Raumschiff«, sagte ich. »Wir haben einen Winkelmesser.«
»Gut, ich gehe nach Hause und schaue nach, ob ich ein Lineal und ein Stück Faden auftreiben kann.«
»Das wäre prima.«

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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Ender »

Damit hier bei stillen Mitlesern kein falscher Eindruck entsteht, muss ich kurz korrigierend eingreifen: Super Buch!
Sehr originell und voller Sense of Wonder, endlich mal wieder eine konsequent zu Ende gedachte SF-Idee. Es geht um Spinnen und Ameisen, die innerhalb von relativ kurzer Zeit Bewusstsein und Intelligenz erlangen - und was das mit ihnen macht, in welche Richtung sich das bei ihnen entwickelt, welche Auswirkungen das beispielsweise auf ihre vorher schon vorhandenen Eigenarten oder auf ihr Sozialverhalten hat ... das alles ist hochspannend und überaus intelligent beschrieben.
Knochenmann hat geschrieben:
21. Februar 2020 17:20
[...] Menschen über den Planeten. Da kommt es mir so vor, als wären alles nur Idioten. [...] und Chef ist anscheinend der, der am lautesten herumschreit.
--> und realistisch ist es auch noch. :naughty:
das ganze ist tatsächlich auf ähnlichen Level wie "Wir sind viele"
Überhaupt kein Vergleich, das hier ist in Punkto Originalität und Anspruch mindestens eine Liga höher anzusiedeln.
Kurzum: Sollte man gelesen haben.

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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Ender hat geschrieben:
6. August 2020 22:25
Damit hier bei stillen Mitlesern kein falscher Eindruck entsteht, muss ich kurz korrigierend eingreifen: Super Buch!
Sehr originell und voller Sense of Wonder, endlich mal wieder eine konsequent zu Ende gedachte SF-Idee. Es geht um Spinnen und Ameisen, die innerhalb von relativ kurzer Zeit Bewusstsein und Intelligenz erlangen - und was das mit ihnen macht, in welche Richtung sich das bei ihnen entwickelt, welche Auswirkungen das beispielsweise auf ihre vorher schon vorhandenen Eigenarten oder auf ihr Sozialverhalten hat ... das alles ist hochspannend und überaus intelligent beschrieben.
Ich find den Teil mit den Spinnen okay-isch. Da alle Spinnen die gleichen Namen hatten musste ich die ganze Zeit an die Intros von "Civilisation 6" denken:


Link: https://www.youtube.com/watch?v=kZVP7pdy5BU

...und ich muss sagen, besonders als Hörbuch ist das ganze Buch unfassbar überdramatisch und voll mit Phatos. An jeder Ecke aufgelsen mit bedeutungschwangeren Metaphern und moralinsaure Floskeln. Es fehlt jede Leichtigkeit, jede natürlich Konversation... und zwar bei Menschen und bei Spinnen.

...am Ende wird dazu noch das Gefangenendillema eingeführt, als währe es kryptisches Geheimwissen. Generell: Es kommt mir bei den Buch so vor als Hätte der Autor Anliehen an bestimmten Büchern genommen und das ganze dann runtergedampft.
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Ender »

Hast du das deutsche Hörbuch gehört? Dann könnte ich sehr gut nachvollziehen, was du meinst.
Über den Vorleser gab es an anderer Stelle gerade kürzlich erst geteilte Meinungen, aber ein Zitat (nicht von mir) passt exakt zu dem was du sagst:
Apropos Hörbuch "Snowblind": Der Sprecher übertreibt maßlos. Es tut weh! Alles, sprich jeder Satz, klingt extrem cool. Wie ein Cowboy in der Marlboro-Werbung der 80er. Sorry, ich kann es grad nicht anders beschreiben. "Er schnitt sich eine Scheibe Brot ab" wird genauso übertrieben lässig und cool intoniert als ginge es dabei um Leben und Tod.
So habe ich ihn auch empfunden und mir wurde z.B. seinerzeit Suarez' "Daemon" verleidet.

Vermutlich hätte dir "Kinder der Zeit" sonst auch nicht gefallen, aber ein Sprecher, der nervt, ruiniert es dann endgültig. (Ich hab seitdem kein Suarez-Buch mehr angefasst)

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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

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Kann ich dir nicht versenken. Möchte gar nicht wissen was der Sprecher aus Suarez gemacht hat.
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Deswegen lese ich lieber und habe meine eigene Stimmung dabei.
:bier:
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Re: Kinder der Zeit - Adrian Tschaikovsky

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Uschi Zietsch hat geschrieben:
7. August 2020 13:35
Deswegen lese ich lieber und habe meine eigene Stimmung dabei.
Im Prinzip schon - aber es gibt ja durchaus einige ganz hervorragende Sprecher.
Und wenn man viel pendelt (oder auch sonst auf langen Autofahrten unterwegs ist), sind Hörbücher einfach eine geniale Erfindung. Dabei nutze ich sie dann gerne - allerdings auch NUR da, denn bei allen anderen Tätigkeiten bin ich zu schnell abgelenkt. Und gemütlich hinsetzen und hören geht schon mal gar nicht, weil ich dann augenblicklich einschlafe.
Da ich seit mittlerweile fünf Monaten nicht mehr ins Büro gefahren bin, sammelt sich so langsam allerdings bereits ein SUH an. Zur Zeit lasse ich mein Abo deshalb ruhen, denn sowas hat mir gerade noch gefehlt ...

Aber ich schweife ab. :beanie:

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