Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Science Fiction in Buchform
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Knochenmann
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Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

So, neues Buch, und das zwas wovon alle Menschen vor zwei Jahren geredet haben:

Bild

...und zwar diesmal aus Hörbuch.

Die Story: der Klimawandel schlägt zu. In Indien sterben 20 Millionen Menschen in einer Hitzewelle, ein "Ministerum für die Zukunft " wird gegründet, das mehr oder weniger gut die Erde vor dem Untergang bewaren soll.

Das Buch. fragmentiert. Erlebnisberichte, Sitzungsprotokolle, Infodumps, Erklärungen...

Bemerkenswert: Die "Wir" Persektive. Es gibt immer wieder Sequenzen die aus der "Wir" Perspektive erzählet werden, besonders die Zeile wo Leute irgenein Mamutprojekt angeht um die Welt zu retten. z.B. Wir flogen auf 18.000 Meter höhe um die Aerosole zu verteilen.

Ein interresanter Erzählerlischer Kniff.

Auf der Habenseite: der Erzähle rdes Hörbuchs. Der ist zwar ganz gut, läd aber zu viele Szenen mit zu viel Gravitas auf... da gibts eine Stelle mit einem Geburtstag in einem Restaurant wo Happy Birthday gesunden wird, und die wird mit soviel Gravitas gelesen das rein von der Damatik her dort in der nächten Minute eine Bombe hätte explodieren müssen um soviel Forshading zu rechtfertigen.

Aber ok.
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L.N. Muhr
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Hm, Habenseite ist ja eigentlich positiv, aber du benennst dann negative Kritik ...
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Knochenmann
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Vielleicht sind Metaphern aus der Buchhaltung der falsche weg um Büchr zu beschreiben.
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Ich konnte mit den Stil nichts anfangen und hab das Buch abgebrochen, war mein letzter Versuch mit Robinson.
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Knochenmann hat geschrieben: 23. Mai 2022 15:42 Vielleicht sind Metaphern aus der Buchhaltung der falsche weg um Büchr zu beschreiben.
Die Habenseite ist immer die Plusseite.
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Pogopuschel
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

lapismont hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:28 Ich konnte mit den Stil nichts anfangen und hab das Buch abgebrochen, war mein letzter Versuch mit Robinson.
Und ich fands großartig. Tatsächlich eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahren. Aber ja, der Stil ist gewöhnungsbedürftig und sperrig.
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Knochenmann
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

L.N. Muhr hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:40
Knochenmann hat geschrieben: 23. Mai 2022 15:42 Vielleicht sind Metaphern aus der Buchhaltung der falsche weg um Büchr zu beschreiben.
Die Habenseite ist immer die Plusseite.
Dann wär aber die Sollseite die Minusseite, und dan hört sich dumm an.
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Knochenmann
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Pogopuschel hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:44
lapismont hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:28 Ich konnte mit den Stil nichts anfangen und hab das Buch abgebrochen, war mein letzter Versuch mit Robinson.
Und ich fands großartig. Tatsächlich eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahren. Aber ja, der Stil ist gewöhnungsbedürftig und sperrig.
Ich hab das Buch erlichgesagt nur gelesen wegen der "lucky Strike" Kurzgeschichte aus "Fernes Licht"

Wichtig zweifelsohne, aber trockener als ich das gedacht hätte.

Vor allen ist nie ganze klar wann das Buch eigendlich spielt und welche Regeln und Gesetze jetzt gelten, was genau getan wurde und woran es harkt.

Ich bin zudem durchaus der Meinung das man das Buch verbessern hätte können durch stärkere Fragmentierung.
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L.N. Muhr
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Knochenmann hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:49 Dann wär aber die Sollseite die Minusseite, und dan hört sich dumm an.
Wäre aber faktisch richtig. "Klingt toll, ist aber falsch" ist ja keine Basis. "Positiv zu bewerten ist, dass dieses Buch ein kompletter Reinfall ist."

Haben = Plus.
Soll = Minus.

Isso, egal wie es für dich klingt.
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L.N. Muhr
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Knochenmann hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:56 woran es harkt.
Am Laub. Es harkt immer am Laub.

Vielleicht hätte eine stärkere Fermentierung das Buch für dich lesbarer gemacht?
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Ender »

Der Roman hat übrigens gerade den Kurd-Laßwitz-Preis gewonnen.
Bei mir ein klassischer Fall von: Direkt nach Erscheinen gekauft und immer noch nicht gelesen. Wird aber mein nächstes.
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Knochenmann
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

L.N. Muhr hat geschrieben: 24. Mai 2022 11:26
Knochenmann hat geschrieben: 23. Mai 2022 20:49 Dann wär aber die Sollseite die Minusseite, und dan hört sich dumm an.
Wäre aber faktisch richtig. "Klingt toll, ist aber falsch" ist ja keine Basis. "Positiv zu bewerten ist, dass dieses Buch ein kompletter Reinfall ist."

Haben = Plus.
Soll = Minus.

Isso, egal wie es für dich klingt.
Um hier meinen Hntergund zu erklären: ich hatte 2 Jarhe lang Buchhaltung in der Schule, und eine Bilanz hat ja zwei Seiten, Soll und Haben. Davon ist jetzt aber keine per so als positiv oder negativ konotiert aber:

Die Soll Seite bildet ja das Vermögen ab, also all die schönen bunten schillernden dinge wie Bargeld, Häuser Autos oder Lagerbestand von Handgelswaren. Auf der Haben Seite: die Besitzverhältnisse. Was wem gehört, und oft genug gehört alles der Bank. Oder dem Finanzamt. Und auch die Gewinn-Verlust Rechnung fristet ihr kümmerlches Leben auf der Habenseite des Lebens, und offt genug ist es mehr ein Verlust als ein Gewinn.

Wenn man es so ausdrückt, dann ist die Soll Seite das, wo die Party stattfindet, die Verschwendung im Nichtschwimmerbecken, der sinnlose aktionismus. Habenseite hingegen: der Rattenschwanz der immer dran hängt, die Spielverderber, die Tiefen von denen der Wal nichts ahnt der drüber schwimmt. Die Habenseite: die große Enttäuschung.
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Drei Sachen fallen in dem Buch auf:

1) Zweifacshe Weiderholungen. Es kommt immer wieder vor das eine Sache irgendwo erwähnt oder erklärt wird, und dann ein oder zwei kapitel wpäter nochienmal erklärt oder angewand wird. Das trifft nicht nur auf Kontepte zu sonder nauch auf, sgen wir mal, Lokalkolorit.

2) Die Zeitache in dem Buch ist... schwierig. Offenbar soll das alles über mindestns 2 Jahrzehnte stpielen (bis zu dme Punkt des Buches), aber es fühlt isch nicht nach Fortschritt oder Veränderung an in dem Buch. Bestes Beispiel: Containerschiffe. Da gibt es ziemlich zu Anfang des Buches Anschäfge auf die Containerschiffe, und der Verkehr zu zu erliegen, und schiffe werden auf Windkraft umgestellt... oder nicht? Weil es kommt immer wieder im Verlaufe des Buches vor das Container schiffe wieder auftauchen, und wieder ein Probem sind, und wieder umgebaut werden müssen. Das ist generelll bei vielen Dingen so, z.B. Indien. Das erlebt auch einen politischen Umbau... wird gesagt, weil ab irgendeinen Punkt verschwindet Indien aus der Handlung. Und der Leser weiß nicht: Haben die Bemühungen was gebraucht oder nicht? Wie gehts den Leuten dort? Hier währe ein bichen mehr Kausalität und Focusierung deutlich besser gewesen.

zund Zulest:

3) Geld Geld Geld! Der Hauptfokus des Buches liegt auf Finanzpolitik, deswegen bekommen wir hier Kriesen die zu Finanzkriesen führen die zu einer Liquiditätskrise der Notenbanken führen die eine Intervention von Zentralbanken erfordern was einen Umbau des Geldystems nachzeichzieht was Gesetzsänderungen erflordert wofür internationale Stukturen errichtiet werden müssen was dann jedoch zu Inflation führt was wiederum zu Massenarbeitslosigkeit führt was iwderum zu eine depression führt was wiederum eine Intervention der Zentralbanken erforder damit die den Notenbanekn aushelfen umd die Geldmenge zu erhöhen (was allerdings abgesichtt ist mit Fiat-Monty in der Blockchain)....

Das geht so oft hin und her, zuerst verliert man den Überblickt und ab irgeneinen Punkt wird es egal.
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L.N. Muhr
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Ich gebe zu, ich kann dir ebenfalls zunehmend schwerer folgen.
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Re: Das Ministerium für die Zukunft - Kim Stanly Robinson

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Zurecht!

Fertig mit dem Buch,

Ums kurz zu machen: Auf dem Cover steht "wichtigstes Buch des Jahres" und nicht "bestes Buch des Jahres", und das zu recht.

Die Story in dem Buch? Verläuft sich einfach.

Um da mal zwei Bespiele herauszuziehen:

Die Story um Frank, der die Hitze in Indien überlebt... mir dem wird wenig gemacht. Wenn mans mal so haben will ist der das menschliche Gesicht des Klimawandels, aber sogar das bekommen wir brühwarm serviert: Relativ am Anfang bekommen wir erklärt was es mit den 36 Gerechten auf sich hat, den Zadikim. Und es wird impliziert: Frank ist einer davon. Aber das passiert am Anfang des Buches, bis zum Ende passiert nichts mit dieser Person.

Das gleiche mit der Leiterin des Zukunfsministerium: die macht halt Dinge. Aber welche Dinge? Wird kaum erklärt. Es gibt eine schwarze abteilung, die schwarze Aktionen durchfürht, aber welche? Erfahren wir auch praktisch nicht. Wovon wir viel erfahen: dem Leben in Zürich (die Stadt von der wir Österreicher behaupten das sie doppelt so groß ist wie der Wieder Zentralfreidhof und halb so lustig). Mit Schwimmen im Zürichsee und Kaffee fertig. Auch da passiert nicht viel.

Ach, irgendwo im Buch findet ein Attentag auf jemanden im Zukunftsministerum statt. Das wird auch so.... wie soll ich das sagen? Dumm? Abgehandelt. Ist doch KLAR das sich das Ministerium Feinde macht, und zwar Feinde mit einen gewaltigen Haufen Geld und Einfluss, und alles was das Ministerium dem Entgegensetzt ist ein Polizist vor der Haustür? (Im übertragenen Sinne).

Das Buch wird uns bestimmt noch die nächsten 20 Jahre begleiten, ich hätte mir nur gewüscht es wäre besser gewesen.
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