Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Science Fiction in Buchform
heino
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von heino »

Mammut hat geschrieben: 25. Januar 2024 08:06 7.) ein Buch, das die DRITTE Runde der "Phantastik Buchweltmeisterschaft 2023" erreicht hat
Die 32 in Frage kommenden Titel finden sich HIER.

Von Frankenstein gibt es zwei Versionen. Die Urfassung ist von 1818 und wurde neu ins Deutsche übersetzt: Rezension auf dem Fantasyguide. Ich las die bekannte Version von 1831. Ein schwülstiger Roman über einen Wissenschaftler aus gutem Hause, der in seine Cousine (Stiefschwester) verliebt ist und in Ingolstadt Studien aufnimmt und dort das Monster erschafft, zusammengefügt aus Leichenteilen. Wie er das macht bleibt im Dunkeln. Das Monster ist ein solches, zwar vernunftbegabt, aber durch sein hässliches Äußeres wird das Monster abgelehnt und so zum mehrfachen Mörder. Als seine geliebte Cousine von dem Monster ermordet wird, natürlich in der Hochzeitsnacht und mehr oder minder unter seinen Augen, beschließt er endlich, das Monster zu jagen. Viktor Frankenstein ist einerseits besessen, bekommt andererseits an jeder Stelle Nervenfieber und statt seinen Fehler, die Erschaffung des Monsters, frühzeitig zu korrigieren und das Monster zu bekämpfen, suhlt er sich die meiste Zeit im Selbstmitleid. Am Ende ist man fast erleichtert, das er sein Leben aushaucht und dieses schwülstige Machwerk damit vollendet ist.

Die Lesechallenge:
https://defms.blogspot.com/2024/01/die- ... -2024.html
Das habe ich auch eben beendet, es war ein Reread nach guten 30 Jahren, und ich muss mich deiner Meinung anschließen. Für die damalige Zeit war das sicher revolutionär und trotz des altertümlichen Sprachgebrauchs finde ich es gut lesbar, aber es ist pures Melodram. Jede kleine Geste, jedes noch so unbedeutende Wort wird mit Bedeutungsschwere aufgeplustert, Frankenstein ist ein komplett unsympathischer Egozentriker, der sich über sämtliche Normen und Gesetze hinwegsetzt, dann aber nicht die Verantwortung für seine Taten übernehmen will. Auch das Monster ist völlig egoistisch und suhlt sich im Selbstmitleid, um seine Taten zu rechtfertigen. Mit etwas mehr Stringenz und Betonung auf Handlung, nicht so sehr auf moralische Traktate, wäre das ein "Dracula" ebenbürtiger Horrorroman, so ist es leider nur schwülstiges Melodram.

Und damit habe ich dann auch 3 Kategorien abgearbeitet :D
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

Schlag auf Schlag! Topp!
Da gab es doch so einen Zeitreise-Roman glaube von Aldiss, wo der Protagonist in die Geschichte Frankensteins reist. Der war super.
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Mammut
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Mammut »

Meine Frankenstein Ausgabe war in rosa. Da war die äußerliche Aufmachung sehr passend.
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Helli-S »

Kategorie 1 abgeschlossen: Christian Pfeiler - Flammengleiche (Fortsetzung zu "Selene")
Was im ersten Band noch abwechslungsreich und lustig war, wirkt in diesem zweiten Band leider abgenutzt und deplatziert. Die beiden Mädchen sind praktisch nur noch verzickt und nicht mehr schlagfertig und pfiffig dazu. Der Junge wirkt daneben noch mehr wie ein Depp. Erst gegen Ende wird das besser. Das Buch endet mit einem großen Cliffhanger. Schade, die Klasse des ersten Bandes wird hier nicht mehr erreicht.

(x) 1. ein im Original deutschsprachiger Roman im Eigenverlag: Christian Pfeiler - Flammengleiche
(x) 2. ein Roman, der den ERSTEN Teil einer Reihe bildet: Christian Pfeiler - Selene
3. Gewinner Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie "Bestes ausländisches Werk": China Mieville: The City & the City
(x) 4. ein Buch eines Autorx , dessen Nachname mit "C" beginnt: Susanna Clarke - Jonathan Strange & Mr. Norrell
5. ein Buch von einem Autorx mit rundem Geburtstag in diesem Jahr: Anette Juretzki - Blind
6. ein Buch, dessen Titel aus genau ZWEI Wörtern besteht: David Mitchell - Cloud Atlas
7. ein Buch, das die DRITTE Runde der "Phantastik Buchweltmeisterschaft 2023" erreicht hat: Arthur C. Clarke: Odyssee im Weltraum
Viele Grüße, Helli


Immer cool bleiben.
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Naut
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Naut »

Fjunch-Klick hat geschrieben: 25. Januar 2024 12:34 Schlag auf Schlag! Topp!
Da gab es doch so einen Zeitreise-Roman glaube von Aldiss, wo der Protagonist in die Geschichte Frankensteins reist. Der war super.
"Frankenstein Unbound", deutsch als "Der entfesselte Frankenstein". Ist sogar verfilmt worden ...
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aquarius
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von aquarius »

Timo Leibig: Red Exile
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Kategorie 1.) ein im Original deutschsprachiger Roman, der im Eigenverlag (aka Selfpublishing) veröffentlicht wurde
Kategorie 2.) ein Roman, der den ERSTEN Teil einer Reihe bildet
Kategorie 6.) ein Buch, dessen Titel aus genau ZWEI Wörtern besteht


Ich kopiere jetzt einfach mal die Verlagsbeschreibung, ausnahmsweise passt sie ziemlich gut:
Mars, Sandraffinerie, 2102. Als der Kolonist Jimmy Ray einen Harvester vor einem Sturm in Sicherheit bringen will, erleidet er einen von fremden Erinnerungen verursachten Zusammenbruch. Nur dank des beherzten Einsatzes seiner Kollegin Malika kann er überleben.
Auf der Krankenstation macht er dann eine Entdeckung, die ihn am Gesundheitsprogramm seines Arbeitsgebers zweifeln lässt. Warum werden den Kolonisten wöchentlich Medikamente verabreicht? Und weshalb erinnert er sich nur vage an die Zeit vor dem Mars? Hat er sich wirklich freiwillig für den gefährlichen Einsatz gemeldet?
Zusammen mit Malika flieht er aus der Station, um die Wahrheit herauszufinden – und weiß bald nicht mehr, von wem die größte Gefahr ausgeht: von seinem Arbeitgeber, von den fremden Erinnerungen oder der Unbarmherzigkeit des Roten Planeten ...
Das Buch ist im Eigenverlag www.timoleibig.de erschienen. Nach der Flucht vom Mars wird die Geschichte mit dem zweiten Teil "Blue Exile" fortgesetzt. Die Story ist durchgehend spannend und actionreich. Es fällt überhaupt nicht auf, dass das Werk im Selfpublishing und nicht bei einem größeren Verlag veröffentlicht wurde. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

[x] 1. Eigenverlag, Selfpublishing: Timo Leibig: Red Exile
[ ] 2. Erster Teil einer Reihe:
[ ] 3. KLP Bestes ausländisches Werk:
[ ] 4. Nachname beginnt mit "C":
[ ] 5. Runder Geburtstag:
[ ] 6. Titel mit zwei Wörtern:
[ ] 7. Dritte Runde Phantastik Buch WM 2023:
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Knochenmann
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Na Bitte, das nenn ich Fortschritt: Die Scherben der Erde für den ersten Band in einer Reihe.



[ ] 1 Ein im Original deutschsprachiger Roman im Eigenverlag
[X] 2 Ein Roman, der den ERSTEN Teil einer Reihe bildet: "Die Scherben der Erde"
[ ] 3 Ein Buch, das den Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie "Bestes ausländisches Werk" gewonnen hat
[ ] 4 Ein Buch eines Autorx , dessen Nachname mit "C" beginnt:
[ ] 5 Ein Buch von einem Autorx, they in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert / feiern würde
[X] 6 Ein Buch, dessen Titel aus genau ZWEI Wörtern besteht: "Termination Shock"
[ ] 7 Ein Buch, das die DRITTE Runde der "Phantastik Buchweltmeisterschaft 2023" erreicht hat
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

aquarius hat geschrieben: 31. Januar 2024 18:03 Timo Leibig: Red Exile
Klingt ja irgendwie nach Total Recall.
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aquarius
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von aquarius »

Fjunch-Klick hat geschrieben: 1. Februar 2024 20:31
aquarius hat geschrieben: 31. Januar 2024 18:03 Timo Leibig: Red Exile
Klingt ja irgendwie nach Total Recall.
Ja, bei den Hauptmotiven "Arbeiter auf dem Mars" und "überschriebene Erinnerungen" musste ich auch an Total Recall denken.
Wobei ich die Kurzgeschichte von Philip K. Dick noch nicht gelesen habe, sondern nur die beiden Filme (Original und Remake) gesehen habe, und das ist auch zumindest bei einem schon sehr lange her.

Das Motiv "Illegaler Sandabbau (auf der Erde)" habe ich auch schon mal im Urlaubskrimi "Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Stolz" gelesen...

Timo Leibig hat hier das Rad nicht neu erfunden, aber doch gute Unterhaltung geschrieben.
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von FOX »

Kategorie 3:
Bestes ausländisches Werk beim Kurd-Laßwitz-Preis

Hier hat man also 40 Werke zur Auswahl.

Überrascht stellte ich fest, dass ich sieben davon schon gelesen hatte und drei noch in irgendwelchen Stapeln liegen.
Von den dreien (Helliconia, Eine Tiefe am Himmel, Amalthea) hätte mich aber nur der Stephenson wirklich gereizt, der schied aber wegen des Umfanges aus.
Dann wäre noch „Biokrieg“ interessant gewesen, es wurde aber Jo Walton „In einer anderen Welt“.
Sozusagen als Entschuldigung an die Autorin, da ich nach „Die Stunde der Rotkehlchen“ nichts mehr von ihr gelesen habe.

Zu Beginn dachte ich, das einzige phantastische Element in dem Buch sei, dass die Ich-Erzählerin viel SF und Fantasy liest.
Es gibt zwar schon zu Beginn einige Andeutungen, aber die bleiben doch vage.
So liest es sich ein bisschen wie „coming-of-Age“, ein wenig wie Familienroman und ein wenig wie Internatsgeschichten, aber immer sehr interessant.
Wie es Jo Walton dann gelingt das phantastische Element immer mehr und schlüssig in die Erzählung einzuflechten, das ist schon großartig.
Das Ende kommt dann doch relativ schnell und heftig daher, passt aber – zusammen mit dem Fazit, welches die Ich-Erzählerin für ihr künftiges Leben zieht – gut ins Bild.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und wird mich dazu verführen, einige der darin vorkommenden Bücher noch selbst zu lesen – wenn die Zeit es zulässt.
(eine Literaturliste im Anhang wäre nett gewesen)

Nun also Kategorie 4: Autorin oder Autor deren Nachname mit C beginnt:
Da habe ich schon einige Ideen: Chambers, Clarke, Cherryh fallen mir da gerade ein….

CU here demnächst….
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Naut »

Ich rolle die Liste weiter vom Ende her auf und vermelde Abschluss in
Ein Buch, dessen Titel aus genau ZWEI Wörtern besteht
Jonathan Stroud: Das brennende Phantom
Stroud ist eine sichere Bank, was den Unterhaltungswert der Bücher betrifft. Der Mensch ist einfach stilsicher, sei es für fluffige Lesbarkeit, gut aufgestellte Charaktere, abgefahrene Szenarien oder wohl gesetzte Action. In dieser Hinsicht spielt er für mich in einer Liga mit Ben Aaronovich oder Joe Lansdale.
Stroud ist dabei Spezialist für dystopisch angehauchte Young-Adult-Szenarien, wobei dieses Buzzword eigentlich furchtbar nach "Hunger Games"-Rip-Off klingt, bei ihm aber etwas viel Besseres ist. Schon in seiner Bartimäus-Tetralogie verblüffte er mich mit einer überraschend düsteren Harry-Potter-Variante, die so gar nicht "cozy" war, aber dafür einen sarkastischen Sidekick in Gestalt des Dämons Bartimäus hatte. Hier übernimmt der noch namenlose Schädel diese Rolle.
"Das brennede Phantom" ist der vorletzte Band der Reihe "Lockwood & Co." Inhaltlich geht es um ein Großbrittanien der Post-Thatcher-Ära, das seit 50 Jahren von Geistern überrannt wird. Der Kapitalismus weiß seine eigene Antwort darauf, und daher hat sich eine regelrechte Industrie, bestehend aus Geisterjäger-Agenturen, Anti-Geister-Gadget-Produzenten, Rohstofflieferanten (Eisen, Salz und Silber) und beigeordneten Unterweltstrukturen etabliert. Besonderheit ist, dass Erwachsene zwar durch Geister getötet werden können, sie aber nicht sehen oder hören können. Daher bestehen die aktiven Einheiten der Geisterjäger ausschließlich aus Kindern und Jugendlichen.
Die Netflix-Verfilmung der Serie ist schon sehenswert, umfasst aber nur die ersten zwei Bände und nimmt ein paar doch essentielle Änderungen am Cast vor - allen voran die Modifikation von George in einen zwar nerdigen aber insgesamt wesentlich fotogeneren Mesnchen als im Buch. Die Bücher haben da natürlich mehr Tiefe.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob Stroud das Geschehen im letzten Band komplett auflöst, und ich freue mich auf seine neue Serie "Die Outlaws Scarlett & Browne".

Es geht weiter mit Kat. 5.

[ ] 1 Ein im Original deutschsprachiger Roman im Eigenverlag
[ ] 2 Ein Roman, der den ERSTEN Teil einer Reihe bildet
[ ] 3 Ein Buch, das den Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie "Bestes ausländisches Werk" gewonnen hat
[ ] 4 Ein Buch eines Autorx , dessen Nachname mit "C" beginnt
[ ] 5 Ein Buch von einem Autorx, they in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert / feiern würde
[x] 6 Ein Buch, dessen Titel aus genau ZWEI Wörtern besteht: Jonathan Stroud - Das brennende Phantom
[x] 7 Ein Buch, das die DRITTE Runde der "Phantastik Buchweltmeisterschaft 2023" erreicht hat: James Tiptree Jr. - Doktor Ain
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Ender »

5.) ein Buch von einem Autor/einer Autorin, der/die in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert (oder, bei nicht mehr lebenden Personen: feiern würde)
Jo Walton - Die Stunde der Rotkehlchen
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Jo Walton ist Jahrgang 1964 - also für diese Kategorie bestens qualifiziert.
Das Buch: Ein Krimi, der in einer alternativen Welt spielt, in der Großbritannien 1941 Frieden mit Nazi-Deutschland geschlossen hat.
Der Kriminalfall kommt recht klassisch Agatha-Christie-mäßig daher: Mord auf einem Adelssitz und eine begrenzte Anzahl von Verdächtigen, da als Täter vermutlich nur die anwesenden Personen in Frage kommen. Das Spannende an der Geschichte ist die Art, wie die Autorin die politische Situation ihrer alternativen Zeitlinie in die Handlung einfließen lässt. Nein, mehr noch: die Handlung wird maßgeblich davon beeinflusst und zwar auf zunächst subtile und später immer eindeutigere Weise.
Während der ermittelnde Kommissar lange Zeit recht blass bleibt, bekommt er im Laufe des Romans doch mehr und mehr Format und auch die zweite Hauptfigur (es wird abwechselnd aus 2 Perspektiven erzählt) ist sehr gut charakterisiert.
Überhaupt steigert sich eigentlich alles an der Geschichte von recht beschaulich und "klein" zu immer größeren Verstrickungen und Dimensionen. Sehr gut gemacht.



[ ] Deutschsprachiger Roman im Eigenverlag
[ ] Erster Teil einer Reihe
[ ] KLP-Gewinner "Bestes ausländisches Werk"
[ ] Autor/in - Nachname mit "C"
[X] Autor/in mit rundem Geburtstag | Jo Walton - Die Stunde der Rotkehlchen
[ ] Titel mit zwei Wörtern
[ ] Dritte Runde Phantastik-Buch-WM 23
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Mammut
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Mammut »

3.) ein Buch, das den Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie "Bestes ausländisches Werk" gewonnen hat.

Greg Egan - Qual, ein interessantes, aber ein wenig vollgepacktes Buch:
Was will man eigentlich erwarten, wenn eine Theorie daher kommt, die ebenso philosophisch ist wie ein theologischer Ansatz? Genau, aus Wissenschaft wird Religion und der allmächtige Schöpfer ist die Forscherin, welche die Theorie für alles formuliert oder ein Softwareklon oder man selbst oder auf einmal alle.

Ich habe es nicht bereut, Qual zu lesen, aber Greg Egan war ein Koch, der hat geschaut, was findet er in der Küche und einfach alles verkocht.
https://scifinet.org/scifinetboard/inde ... egan-qual/
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Scotty
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

Ungelesener Beitrag von Scotty »

Ender hat geschrieben: 11. Februar 2024 13:02
5.) ein Buch von einem Autor/einer Autorin, der/die in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert (oder, bei nicht mehr lebenden Personen: feiern würde)
Jo Walton - Die Stunde der Rotkehlchen
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Ein richtig tolles Buch, welches bei mir immer noch nachhaltig. Vielleicht auch wegen der beiden erstklassigen Fortsetzungen.
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    Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2024

    Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

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