Sein "Hyperion" fand ich großartig, zumindest das erste Buch. Der zweite Teil war dann nicht mehr so ganz meins.
Ich wollte immer mal noch 2-3 andere Bücher von ihm lesen, aber ... nun ja. Ich sag's mal so: jetzt, da er kein Geld mehr an mir verdient, kann ich mir ja doch demnächst mal "Song of Kali" oder "Sommer der Nacht" kaufen.
deval hat geschrieben: Gestern 00:16
Hol dir lieber Terror oder Der Berg
Das kann ich sowas von unterschreiben! Zwei der besten Romane, die je geschrieben wurden.
Das sind jetzt ausgerechnet zwei, die mich thematisch so überhaupt nicht reizen.
Es ist nun auch nicht so, dass ich sofort losstürmen muss, um seine Bücher zu kaufen. Aber da er gut schreiben konnte und es mit Sicherheit noch Titel von ihm gibt, die mir gefallen würden, kann ich mir in seinem Fall vorstellen, Werk und Autor zu trennen. Zumindest jetzt und zumindest bei bestimmten Werken.
Der Berg hatte ich damals nicht unbedingt gelesen weil mich die Handlung thematisch angesprochen hätte.
Der Grund war viel banaler: ich wollte einfach etwas von Dan Simmons lesen.
Unter allen den vielen Titeln die ich bisher gelesen habe (egal aus welchem Genre), hat es Der Berg definitiv in meine Top Ten geschafft.
Hyperion und Endymion hab ich sehr geliebt, wobei ich natürlich Abstriche machen muss mit vielen Seiten, wo nur sinnlos geschwafelt oder Namen aufgezählt werden. SImmons hat immer viel zu dicke Bücher gemacht, völlig unnötig überzogen. Aber die Idee des Shrike und überhaupt diese SF-Welt und das versöhnliche Ende in Endymion finde ich heute noch klasse.
Alles andere war dann nicht so mein Fall. Terror hat toll angefangen, aber als dann das völlig überflüssige Horrorelement dazu kam, habe ich abgebrochen. Ich mag einfach keinen Horror. Das ist für mich immer dasselbe. Bei Krimi stört mich das nicht, bei Horror schon. (Stephen King immer ausgenommen, aber auch von ihm habe ich hauptsächlich Short Stories gelesen.)
Ich stand gut ein Jahr lang via Messenger mit ihm in Kontakt, als er frisch bei FB aufgeschlagen ist, hab ihm immer mal ein paar deutsche Redewendungen genannt, wenn er sie brauchte oder wenn er sonst Fragen hatte. Auch für sein Schreibcamp habe ich mich interessiert.
Dann ist er falsch abgebogen (vielleicht war das vorher schon so, aber da habe ich es nicht gemerkt/gewusst, bis er auf FB anfing, fragwürdige Meinungen von sich zu geben) und ich habe ihn entfreundet.
Gelesen habe ich ihn aber auch davor schon nicht mehr, seinem Stil, den ich früher großartig fand, konnte ich dann nichts mehr abgewinnen.
"Drood" war das letzte, was ich von ihm gelesen habe, und der zeichnet sich durch historische Detailfülle aus, war aber andererseits so fiktional, dass ich mich darüber geärgert habe, wie freimütig er seine eigene Darstellung von Dickens etc vorgenommen hat.
Jedenfalls ist es zu früh gewesen, 78 ist zwar schon ein gutes Alter, aber heutzutage auch nicht mehr so. Gute Reise nach Ilium.
Ich mochte Illum und Olympos sehr, Hyperion entdeckte ich erst vor zwei Jahren etwa im Lesezirkel. Dann gab es da noch ein Vampirroman mit rumänischen Kindern, der war schlecht.
Die Hyperion-Gesänge hat mich damals absolut geflasht. Endymion war auch toll, und dann kamen Ilium und Olympos, die ich ebenfalls geliebt habe. Terror war dann das letzte, mir zu ausschweifend. Zwei Sammlungen las ich noch, die gut erzählt waren.
Ich war durchaus sehr enttäuscht über die Subjekt-Veränderungen, hätte gern noch von dieser SF gelesen.
Auch für mich ist Hyperion einer der besten SF-Romane aller Zeiten. Die Fortsetzung war dann deutlich schwächer.
Meine Empfehlung an Ender ist ganz klar Sommer der Nacht. Das ist allerdings ein Horrorroman. Etwas wie Stephan King, nur besser.
Doop hat geschrieben: Gestern 13:00
„Kinder der Nacht“ ist der beste Stephen-King-Roman, den Stephen King nicht geschieben hat.
... und wie King war Simmons ebenfalls Lehrer bevor er seine Karriere als Autor startete!
Im Vorwort zum englischen Original von 'Carrion Comfort' (dt. 'Die Kraft des Bösen) , gerade als Horror-Author Fuss fassend, beschreib er, wie schwierig das war. Obwohl sein Debut 'Song Of Kali' 1985 publiziert wurde, war Carrion Comnfort vorher begonnen worden , hatte aber über 1 Jahrzehnt gedauert, bis das monumentale Werk dann 1989 erschien.
Hyperion gehört zum Sf Kanon und er zeigt dort, das er auch die Moderne Space Opera beherrscht (und Horroeinflüsse sind ja durch das Shrike und die Kruziform Geschcihte definitv enthalten, was wohl den Reiz ausmacht)
Hab jetzt in meinen Rezis nachgeschaut, der öde Vampirroman war »Kinder der Nacht«. Fand ihn damals zäh und uninspiriert. Das Buch ist auch tatsächlich ausgemustert worden.