Die Phantastik - Lesechallenge 2026
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Sam Francisco
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2026
The chances of anything coming from Mars
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Are a million to one, but still, they come
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2026
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Ralf
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möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
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Einen Kerl wie den sollte man lünchen!
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2026
Ich bin jetzt auch durch. Das letzte Buch war eine echte Herausforderung.
Kategorie 7. ein Buch aus dem Carcosa Verlag. Ursula K. Le Guin: Immer nach Hause
Vorschusslorbeeren gibt es für dieses Buch genug, wenn man nur den Titel in eine Suchmaschine eingibt. Außerdem hat mich die Autorin auch noch nicht enttäuscht. Also dann an diesen (noch recht frisch) neu übersetzten 850-Seiten-Klotz.
Sofort am Anfang landet man unvermittelt in einer Erzählung, die vor unüblichen Worten strotzt und die auch nicht erklärt werden. Ohne groß zu spoilern: Es geht um ein Volk namens Kesh, das in Nordkalifonien lebt, wann auch immer. Oh, es gibt ein Glossar, und nicht nur das, auch ein Wörterbuch. Nach etwa 60 Seiten endet die Erzählung, und es folgt Info-Dump in Form eines recht lyrisch geschriebenen wissenschaftlichen Textes. Dann folgen Geschichten der Kesh, die mündlich überliefert werden, dann Gedichte. So geht es weiter, ein bunter ethnologischer Reigen, von profan bis tiefgründig.
Ungefähr auf Seite 150 (von 850) habe ich ernstlich überlegt, auszusteigen. Das Buch ist nicht so schwer zu lesen, aber ich finde es oft unspannend. Frivole oder profane Lieder und Gedichte, Märchen, wie man sie ähnlich aus anderen Kulturen kennt, all das ist wunderbar und schön, aber vieles ist auch unwichtig. Ich weiß nicht. Beim Lesen ist das Buch sehr langsam, aber trotzdem baut sich langsam eine Struktur auf, durch den Rahmen der externen Forscherin namens Pandora. Das ist subtil und undurchsichtig, führt aber doch dazu, dass mensch nicht gelangweilt aufgibt. Die dramatischen Werke haben mir dann sehr gut gefallen.
Das "ursprüngliche" Buch endet auf Seite 508. Die 350 folgenden Seiten sind "hauptsächlich Sachinformationen", die ich daher nicht so intensiv gelesen habe wie das Vorige. Das Leben der Kesh wird hier in allen Einzelheiten ausgebreitet. Das klingt abwertend, ist es aber nicht unbedingt. Das lässt sich gut in kleinen Häppchen wie ein Nachschlagewerk handhaben.
Ab Seite 664 beginnt dann der "Anhang", was immer das für dieses Buch heißen mag - jedenfalls das neue Material von 2017. Das kann man lesen, es it auch gut geschrieben, aber angesichtsder Fülle des Buches verliert es an Charme und Bedeutung.
Die auf den ersten Blick vorindustrielle Kultur ist weiter fortgeschritten, als zuerst vorgegaukelt wird. Zar ist die Eisenbahn hoffnungslos rückständig, doch es gibt Strom für bestimmte Aufgaben, Solarkollektoren, und sogar Computeranschlüsse an ein weltweites Netzwerk. Auch die Medizin beschränkt sich nicht nur auf ein paar Kräuter.
Das Buch ist eine gewaltige Arbeit - sich nicht nur die Kultur auszudenken, sondern auch die geprochene und geschriebene Sprache, das tägliche Leben bis in alle Einzelheiten, die Geschichten und Gedichte, die Struktur der Siedlungen, und und und. Ich kenne nicht alles von Tolkien, aber er wurde von Le Guin hier übertroffen, weil sie sich nicht auf die Heldensagen stürzt, sondern mehr auf das Alltägliche.
Das Buch ist ein großes Experiment. Wer nach Schubladen zur Einordnung sucht: Es gibt Elemente von Science Fiction, Fantasy, Märchen, Sachtext, Esoterik, Lyrik und Musik, eine Utopie in einer dystopischen Welt. Dagegen gibt es keine Elemente von Krimi, Thriller oder Horror.
Ich ikann keine Wertung abgeben. Je nach Stimmung und gelesenem Teil schwankt es zischen zwei und neun Punkten.
Zur Musik sei angemerkt, dass ich diese besser und passender finde als die für meinen Geschmack zu braven Lieder der Drachenreiter von Pern.
(x) 1. ein Comic, min 40 Seiten. Nihei Tsutomu: Blame! 10/10
(x) 2. ein Roman eines Autors/einer Autorin, der/die höchstens 40 Jahre alt ist. (https://youtube.fandom.com/wiki/Exurb1a) Exurb1a: Geometry for Ocelots 6/10
(x) 3. ein Buch, das in der Kategorie "Bester deutschsprachiger Roman" oder "Bestes ausländisches Werk" für den Kurd-Laßwitz-Preis 2026 nominiert ist. Sven Haupt: Der Himmel wird zur See 9/10
(x) 4. ein Roman von Dirk van den Boom. Prinzipat 6/10
(x) 5. ein Roman, in dem mind. eine intelligente außerirdische (nichtmenschliche) Lebensform vorkommt. James White: Die Weltraum-Mediziner 8/10
(x) 6. ein Buch, dessen Titel mit dem Wort "Das" beginnt. Philip Pullmann: Das Bernstein-Teleskop 3/10
(x) 7. ein Buch aus dem Carcosa Verlag. Ursula K. Le Guin: Immer nach Hause
Kategorie 7. ein Buch aus dem Carcosa Verlag. Ursula K. Le Guin: Immer nach Hause
Vorschusslorbeeren gibt es für dieses Buch genug, wenn man nur den Titel in eine Suchmaschine eingibt. Außerdem hat mich die Autorin auch noch nicht enttäuscht. Also dann an diesen (noch recht frisch) neu übersetzten 850-Seiten-Klotz.
Sofort am Anfang landet man unvermittelt in einer Erzählung, die vor unüblichen Worten strotzt und die auch nicht erklärt werden. Ohne groß zu spoilern: Es geht um ein Volk namens Kesh, das in Nordkalifonien lebt, wann auch immer. Oh, es gibt ein Glossar, und nicht nur das, auch ein Wörterbuch. Nach etwa 60 Seiten endet die Erzählung, und es folgt Info-Dump in Form eines recht lyrisch geschriebenen wissenschaftlichen Textes. Dann folgen Geschichten der Kesh, die mündlich überliefert werden, dann Gedichte. So geht es weiter, ein bunter ethnologischer Reigen, von profan bis tiefgründig.
Ungefähr auf Seite 150 (von 850) habe ich ernstlich überlegt, auszusteigen. Das Buch ist nicht so schwer zu lesen, aber ich finde es oft unspannend. Frivole oder profane Lieder und Gedichte, Märchen, wie man sie ähnlich aus anderen Kulturen kennt, all das ist wunderbar und schön, aber vieles ist auch unwichtig. Ich weiß nicht. Beim Lesen ist das Buch sehr langsam, aber trotzdem baut sich langsam eine Struktur auf, durch den Rahmen der externen Forscherin namens Pandora. Das ist subtil und undurchsichtig, führt aber doch dazu, dass mensch nicht gelangweilt aufgibt. Die dramatischen Werke haben mir dann sehr gut gefallen.
Das "ursprüngliche" Buch endet auf Seite 508. Die 350 folgenden Seiten sind "hauptsächlich Sachinformationen", die ich daher nicht so intensiv gelesen habe wie das Vorige. Das Leben der Kesh wird hier in allen Einzelheiten ausgebreitet. Das klingt abwertend, ist es aber nicht unbedingt. Das lässt sich gut in kleinen Häppchen wie ein Nachschlagewerk handhaben.
Ab Seite 664 beginnt dann der "Anhang", was immer das für dieses Buch heißen mag - jedenfalls das neue Material von 2017. Das kann man lesen, es it auch gut geschrieben, aber angesichtsder Fülle des Buches verliert es an Charme und Bedeutung.
Die auf den ersten Blick vorindustrielle Kultur ist weiter fortgeschritten, als zuerst vorgegaukelt wird. Zar ist die Eisenbahn hoffnungslos rückständig, doch es gibt Strom für bestimmte Aufgaben, Solarkollektoren, und sogar Computeranschlüsse an ein weltweites Netzwerk. Auch die Medizin beschränkt sich nicht nur auf ein paar Kräuter.
Das Buch ist eine gewaltige Arbeit - sich nicht nur die Kultur auszudenken, sondern auch die geprochene und geschriebene Sprache, das tägliche Leben bis in alle Einzelheiten, die Geschichten und Gedichte, die Struktur der Siedlungen, und und und. Ich kenne nicht alles von Tolkien, aber er wurde von Le Guin hier übertroffen, weil sie sich nicht auf die Heldensagen stürzt, sondern mehr auf das Alltägliche.
Das Buch ist ein großes Experiment. Wer nach Schubladen zur Einordnung sucht: Es gibt Elemente von Science Fiction, Fantasy, Märchen, Sachtext, Esoterik, Lyrik und Musik, eine Utopie in einer dystopischen Welt. Dagegen gibt es keine Elemente von Krimi, Thriller oder Horror.
Ich ikann keine Wertung abgeben. Je nach Stimmung und gelesenem Teil schwankt es zischen zwei und neun Punkten.
Zur Musik sei angemerkt, dass ich diese besser und passender finde als die für meinen Geschmack zu braven Lieder der Drachenreiter von Pern.
(x) 1. ein Comic, min 40 Seiten. Nihei Tsutomu: Blame! 10/10
(x) 2. ein Roman eines Autors/einer Autorin, der/die höchstens 40 Jahre alt ist. (https://youtube.fandom.com/wiki/Exurb1a) Exurb1a: Geometry for Ocelots 6/10
(x) 3. ein Buch, das in der Kategorie "Bester deutschsprachiger Roman" oder "Bestes ausländisches Werk" für den Kurd-Laßwitz-Preis 2026 nominiert ist. Sven Haupt: Der Himmel wird zur See 9/10
(x) 4. ein Roman von Dirk van den Boom. Prinzipat 6/10
(x) 5. ein Roman, in dem mind. eine intelligente außerirdische (nichtmenschliche) Lebensform vorkommt. James White: Die Weltraum-Mediziner 8/10
(x) 6. ein Buch, dessen Titel mit dem Wort "Das" beginnt. Philip Pullmann: Das Bernstein-Teleskop 3/10
(x) 7. ein Buch aus dem Carcosa Verlag. Ursula K. Le Guin: Immer nach Hause
Viele Grüße, Helli
Immer cool bleiben.
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