Science Fiction in der Musik?

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head_in_the_clouds
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von head_in_the_clouds »

wär evtl ein Unterthema Musik wert? Eigentlich ist das hier eher eine Rezension:

King Gizzard & the Lizard Wizard’s „Murder of the Universe“ (2017) - wie eine fieberhafte düstere Umsetzung von Nick Bostrom’s „Superintelligence“



As soon as the dust settles, you can see
A new world in place of where the old one had been
Your skin is crawling with dry, crusted mud
And your naked feet are wet in a pool of blood
And the whistle of the wind in your ears is so loud
That your memories have blown up in a mushroom cloud
And as your eyes accommodate
There appears by the meadow
A brute like a bear with a long, dark shadow
And you violently shake over what you have seen
As you remember the tale of the Altered Beast

aus: Chapter 1: „The Tale of the Altered Beast“ - King Gizzard & the Lizard Wizard
(mit Hörprobe) . Quelle: https://genius.com/King-gizzard-and-the ... rld-lyrics

So beginnt die Story von „Murder of the Universe“ der Raver aus down-under . Ein Jahr zuvor war Nonagon infinity - das als „progressiver“ Rave einschlägt - erschienen und in den Clubs dort rauf und runter gepielt worden. Gizzard beherrschen ihr musikalisches Handwerk nicht nur in dem Genre. Die Jungs bauen auch schon mal selbst ihre Instrumente um microtonale Songs zu produzieren , wobei diese Tonleiter eher im indischen vorkommt – nehmen die aber für Kompositionen die neben Raveelementen mittlerweile alle Spielarten von prog Pop (gibt’s das?) bis prog Rock umfasst. Oft sind es SF Themen – extremst ferne wie hier und nahe kritische Extrapolationen wie (Umweltverschmutzung , Klimawandel).

Das zweite Album von King Gizzard & the Lizard Wizard aus 2017 - in dem sie insgesamt 5(!) veröffentlichten- ist eine tobende, fieberhafte Explosion von Science-Fiction-Prog, unterbrochen von zischenden Synthesizern und Roboter-Voice-Overs.

Murder of the Universe ist in drei Kapitel unterteilt, die jeweils die Geschichte der Vertreibung der Menschheit durch KI-gesteuerte Maschinen und Cyborgs erzählen. Die Geschichte ist für SF Nerds mit rave Wurzeln eingängig konsumierbar – für andere vielleicht ein fast unzugängliches abgedrehtes Thema.

King Gizzard’s Markenzeichen (stampfende Gitarrenriffs zwischen Garage-Punk und Heavy Metal) , Stu MacKenzies heulendes Schreien am Mikrofon und dem unaufhaltsamen Antrieb der Rhythmusgruppe (Gizzard beschäftig zwei Drummer mit umfangreicher analoger aber auch digitaler Schlagzeugbude). Das alles ergibt zusammen eine mitreißende Musik , die wie ein in einer Flasche gefangener Blitz  einschlägt - härter als Thors Hammer. Zwar gibt es 21 Titel, die aber ohne Unterbrechung rave-geeignet ineinander übergehen. Als Voice-over wird die Geschichte der AI erzählt, die die Erde erobert – aber da nicht stoppt. Wobei sie ein eigenartiges Mittel verwendet...

Die ersten beiden Kapitel funktionieren am besten. „The Tale of the Altered Beast“ hat elektrische Funken, die aus den Riffs schießen, klebrige Hooks, die das knorrige Gitarren-Crunch durchschneiden, und angenehm böse Voice-Over-Arbeit von Leah Senior.

„The Lord of Lightning vs Balrog“ bringt große Teile des Sounds von Nonagon Infinity zurück, übernimmt sogar einige der Melodien und Texte und enthält gleichzeitig mM die beiden besten Song des Albums, „The Lord of Lightning“ und „Balrog“ .

Wie sehr der Hörer das dritte Kapitel, „Han-Tyumi und der Mord am Universum“, genießt, hängt möglicherweise von seiner Toleranz gegenüber anschaulichen Beschreibungen eines Cyborgs (Han-Tyumi) ab, der sich erbricht und dabei das Universum damit anfüllt und zerstört. Übertrieben finden das wohl nur SF Nerds nicht. Dieser Abschnitt der Story macht zwar größtenteils Spaß, ist aber ein wenig vorhersehbar.


Hello
My name is Han-Tyumi
I am a cyborg
Born
If you may call it that
In a world that is dense and black
Created without a desire to draw breath
Without a desire to have being
Without a yearning of just to be
I'd like my desire back
My life back
My soul back
My humanity
Oh how I long for it
For an era I have meditated


aus: Chapter 3 „The Tale of the Altered Beast“ - King Gizzard & the Lizard Wizard
(mit Hörprobe). Quelle: https://genius.com/King-gizzard-and-the ... org-lyrics


Dennoch ist das Ergebnis jedes Mal, wenn King Gizzard ins Studio kommt, hörenswert, und selbst der gewöhnliche Gizzard Output lässt die meisten Neo-Psych-Freaks in erheblichem Maße hinter sich.

Komplettes Album - Playlist vom offiziellen youtube Kanal der Gizzard’s:
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... qtDGZi8A4T


Nick Bostrom: Superintelligence

https://www.suhrkamp.de/buch/nick-bostr ... 3518586846
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Andreas Simon
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Andreas Simon »

Ein sehr skurriler Nachtrag zum Thema: die Band "The Teens" hatte als B-Seite zu ihrer ersten Single einen Titel namens "Rollerball". Berücksichtigt man die VÖ der Single (1978) und die des Kinofilms von Norman Jewison (1975), ist eine Verbindung zumindest nicht unwahrscheinlich.

Der Song ist sehr Bubblegum. Aber die Textzeilen deuten darauf hin, dass der Film zumindest Inspiration für die Single war:
There's death in the air and blood on the floor / A bike's on fire and the score is 3:6 / If that’s what you want, come on get your kicks
Sam Francisco
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Sam Francisco »

Die Single hab ich auch noch irgendwo rumliegen.
The chances of anything coming from Mars
Are a million to one, he said
The chances of anything coming from Mars
Are a million to one, but still, they come
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Shock Wave Rider
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Shock Wave Rider »

Manchmal spült einem youtube doch etwas Gutes in die Timeline.

Die "Postmodern Jukebox", ein Projekt des Pianisten Scott Bradley, hat ein Medley von SF-Film- und -Serien-Musiken als Swing-Versionen geschaffen.
Gelungen fand ich insbesondere den "Imperial March", Richard Strauß' "Also sprach Zarathustra" (aus 2001: Odyssee im Weltraum) und die Titelmusik zur klassischen Star-Trek-Serie.
Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist der Tap Dance, den Demi Reddick auf kleinstem Raum hinlegt.


Link: https://www.youtube.com/watch?v=y2XmSxt79RQ

Enjoy!

wünscht
Ralf
Shock Wave Riders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten.
Einen Kerl wie den sollte man lünchen!
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Badabumm »

Habe bis 2006 zurückgeblättert, aber nicht gefunden: der Titelsong von Joan Baez "Children in the sky" für "Lautlos im Weltall". Herrliches Hippie-Feeling...

Die zwischenzeitlich mal erstellte Musik-Liste ist offline
„Wenn Außerirdische so sind wie wir, möchte ich nicht von uns entdeckt werden.“

Harald Lesch
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Badabumm »

Zwar keine Musik, aber historisch:
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
„Wenn Außerirdische so sind wie wir, möchte ich nicht von uns entdeckt werden.“

Harald Lesch
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Flossensauger »

Saugeiles Teil, hätte ich gerne als Kuriosum in meiner Plattensammlung.

Buckelwalgesänge habe ich beim Entrümpler heute stehen lassen, da schon zwei Interpretationen im Haushalt vorhanden und es nicht die "sacres" sind, wo ich bei 56 verschiedenen Einspielungen bin.
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Badabumm »

Geräusch- und Tierstimmen-CDs habe ich reichlich. Darunter sind auch "SF-Sounds", die meistens furchtbare Synthesizer-Qietschereien sind.

Leider gibt es heute fast nur noch "Wohlfühlmusik", also Geräusche mit Dudelei. Ich will die Geräusche aber unverplätschert...

Für Jingles gibt es "X-Ray-Dog", die jede Menge Instrumentalmusik anbieten, von denen viele nach SF klingen.
„Wenn Außerirdische so sind wie wir, möchte ich nicht von uns entdeckt werden.“

Harald Lesch
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Helli-S »

Flossensauger hat geschrieben: Gestern 16:37Saugeiles Teil, hätte ich gerne als Kuriosum in meiner Plattensammlung.
Gibt es bei Youtube zum Nachhören:
Link: https://www.youtube.com/watch?v=1l0qOBUvb5s
Viele Grüße, Helli


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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Flossensauger »

Was kann man an: "hätte ich gerne in meiner Plattensammlung" nicht verstehen?

Hören will ich das nicht.
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Badabumm »

Naja. KANN man so verstehen. Sprache ist immer Interpretation.

PS Auf YT wird es vermutlich OHNE deutschen Kommentar sein... :)

Hätte noch Loriot: „Brief eines Astronauten an die ferne Geliebte“ von 1984. Auch keine Musik, aber Loriot geht immer...
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Helli-S »

Flossensauger hat geschrieben: Gestern 18:19 hätte ich gerne in meiner Plattensammlung
Na dann, HIER gibt es reichlich Auswahl.
Viele Grüße, Helli


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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Flossensauger »

Steven Wilson hat auf seiner letzten Platte einfach die orginal samples von Astronauten und Experten weggelassen weil sie ihn an einem gewissen Punkt genervt hatten und dann seine Frau, ohne zu erwähnen das er sie gerade aufnimmt die relevanten Dinge sagen lassen. Empfehle die binaureale Abmischung für Kopfhörer, diese ist es nicht.


Link: https://www.youtube.com/watch?v=60D9Uqq61mc
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Re: Science Fiction in der Musik?

Beitrag von Flossensauger »

Helli-S hat geschrieben: Gestern 19:42
Flossensauger hat geschrieben: Gestern 18:19 hätte ich gerne in meiner Plattensammlung
Na dann, HIER gibt es reichlich Auswahl.
Discogs boykottiere ich natürlich, wie es jeder Schallplattenliebhaber mit Anstand tun sollte.
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