Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

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Doop
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Doop »

Also ich weiß nicht was Ihr wollt, da ist waschechte SF in den Top 10: „Porno Rammler From Outer Space: Vom Paarungsverhalten gemeiner Alien-Hasen“. Klingt nach klassischer Invasions-SF in der Tradition von Wells, Heinlein und Finnley. Weiß nicht, was daran schlecht sein sollte…
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lapismont
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von lapismont »

Ich hab mit Marie Meiers Werken gerade gute SF mit Romance gelesen. Es ist da also durchaus etwas vorhanden, dass sich außerhalb der Vorurteile bewegt.
Es bleibt auch sehr subjektiv, ich hab von Brandhorst oder Haupt bisher keine guten SF gelesen, und würde ihre Namen da auch nie erwähnen, Andreas Eschbachs neuere Werke gefielen mir auch nicht mehr; ich empfehle daher einfach weiter die Ohren und Augen offen zu halten und das zu lesen, was Spaß macht.
Und Thorsten, ohne SL hätte ich ein paar Bücher mich fesselnde nicht gelesen, so wie jüngst Das Geheimnis der Nautilus Noir.
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Ender
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Ender »

Natürlich ist es immer subjektiv, was man letztlich gut oder schlecht findet. Aber es gibt ganz objektiv betrachtet sehr viele unprofessionelle Veröffentlichungen. So machen beispielsweise 5 Rechtschreib- oder Grammatikfehler pro Seite ein Buch ganz objektiv betrachtet zu Schrott.
Ohne Frage gibt es auch Selfpublisher, die hochprofessionell sind. Aber die Ausfallquote ist dort um ein Vielfaches höher. Was logisch ist, weil man heutzutage ohne jede Qualitätsprüfung alles veröffentlichen kann.
Und da ist meine Erfahrung: es gibt mittlerweile viel mehr schlecht gemachte Hobby-Veröffentlichungen als sorgfältig bearbeitete. Was den Gesamteindruck eindeutig schmälert.
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lapismont
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von lapismont »

Aber wie oft gerätst Du an diesen Schrott denn selbst?
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Ender
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Ender »

Ich behaupte mal, dass du und ich uns intensiver mit Fantastik-Neuerscheinungen beschäftigen als 90% der Leserschaft. Das hilft natürlich bei der Auswahl des Lesestoffs.
Aber das war ja nicht die Frage. Die Frage war, ob deutschsprachige Fantastik uninteressant ist, und meine These ist: Da sehr viel Quatsch erscheint - wesentlich mehr als bei übersetzten Büchern - kann der Eindruck durchaus entstehen.
(Was natürlich unfair ist, da es auch jede Menge gutes Zeug gibt.)
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Naut »

Ich denke, dass auch hier die Bildung von Bubbles eine Rolle spielt. Mein Kind ist beispielsweise durch eine Phase gegangen, in der Wattpad eine Rolle spielte. Dort erscheinen Unmengen von wirklich billiger, schlechter Fanfiction. Im Vordergrund steht aber der Effekt, dass man sich im engen Kreis darüber austauscht.
Ähnlich ist es mit dem "Spicy"-Kram bei Amazon: Es gibt offenbar eine große Blase von Leuten, für die Literatur eine gänzlich andere Funktion hat als für uns. Da spielen oft formale Fehler gar keine Rolle mehr, weil anders konsumiert wird. Das ist völlig okay. Ich finde, man sollte nicht den Fehler machen, das alles als eine Kategorie von Literatur zu sehen. Allerdings tut Anazon das, gewinnt dadurch eine große Leserschaft und verliert - uns.
Wir verbleiben in der Miniblase "Phantastik mit minimalem Qualitätsanspruch". ;)
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Knochenmann
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Knochenmann »

Die KI Neuerscheinungen sind ein vergifteter Brunnen für unvorsichtige Leser.

Andererseites: Porno Rammler von Outer Space, die Leute wollen es offensichtlich, wieso muss erst die KI kommen um diesen Bedarf zu befriedigen?
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Knochenmann
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Knochenmann »

Naut hat geschrieben: Heute 08:23 Ich denke, dass auch hier die Bildung von Bubbles eine Rolle spielt. Mein Kind ist beispielsweise durch eine Phase gegangen, in der Wattpad eine Rolle spielte. Dort erscheinen Unmengen von wirklich billiger, schlechter Fanfiction.
Nur zur Information: Das längeste geschriebene Stück menschlicher Literatur ist eine Fanfiction zu der Zeichentrickserie "Loud House", nämlich: Loud House Revamped, und die fasst im Moment 35 Millionen Wörter.
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Naut
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Naut »

Knochenmann hat geschrieben: Heute 08:45
Naut hat geschrieben: Heute 08:23 Ich denke, dass auch hier die Bildung von Bubbles eine Rolle spielt. Mein Kind ist beispielsweise durch eine Phase gegangen, in der Wattpad eine Rolle spielte. Dort erscheinen Unmengen von wirklich billiger, schlechter Fanfiction.
Nur zur Information: Das längeste geschriebene Stück menschlicher Literatur ist eine Fanfiction zu der Zeichentrickserie "Loud House", nämlich: Loud House Revamped, und die fasst im Moment 35 Millionen Wörter.
Ist das bei Wattpad erschienen? :) Ich denke, Du interpretierst da etwas falsches in meine Schilderung.
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Andreas Eschbach
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Andreas Eschbach »

Knochenmann hat geschrieben: Heute 08:45 Nur zur Information: Das längeste geschriebene Stück menschlicher Literatur ist eine Fanfiction zu der Zeichentrickserie "Loud House", nämlich: Loud House Revamped, und die fasst im Moment 35 Millionen Wörter.
:lehrer:
Ganz nett, aber die längste fortlaufende Erzählung im bekannten Universum bleibt weiterhin die Perry Rhodan-Serie mit im Moment cirka 85 Millionen Wörtern.
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Mammut
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Mammut »

Ender hat geschrieben: Heute 07:42 Ich behaupte mal, dass du und ich uns intensiver mit Fantastik-Neuerscheinungen beschäftigen als 90% der Leserschaft. Das hilft natürlich bei der Auswahl des Lesestoffs.
Aber das war ja nicht die Frage. Die Frage war, ob deutschsprachige Fantastik uninteressant ist, und meine These ist: Da sehr viel Quatsch erscheint - wesentlich mehr als bei übersetzten Büchern - kann der Eindruck durchaus entstehen.
(Was natürlich unfair ist, da es auch jede Menge gutes Zeug gibt.)
Durch die Vielzahl an Titeln ist die Auswahl natürlich besonders wichtig. Da sind Rezensionen, Literaturpreisnominierungen und Mundpropaganda noch wichtiger als sowieso.
Aber letztendlich sagen ja die Untiefen der deutschsprachigen Fantastik überhaupt nichts aus. Wer liest das denn überhaupt?
Jeder kann sich ja ernsthaft fragen, was an SF hat er aus dem Jahr 2025, das du aufgelistet hat, gelesen:
https://www.sf-lit.de/deutschsprachige-sf-2025/

oder das von dem Jahr davor:
https://www.sf-lit.de/deutschsprachige-sf-2024/

Ich denke, die Menge an gelesenen Titel ist übersichtlich. Für den persönlichen Eindruck, ob deutschsprachige Fantastik uninteressant ist oder nicht, sind nur die gelesenen Werke relevant, nicht die Unzahl an Büchern, die sowieso kaum jemand liest.
Also schaut man nicht in die Untiefen sondern in die Speerspitze. Denke, da ist der Anteil an Büchern, die jeder einzelne gelesen hat, größer und die vermittelt den persönlichen Eindruck.
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Knochenmann
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von Knochenmann »

Naut hat geschrieben: Heute 08:53
Ist das bei Wattpad erschienen? :) Ich denke, Du interpretierst da etwas falsches in meine Schilderung.
Nein Ja... die Fan Fiction Szene ist sehr umtriebig, das wollte ich damit gesagt haben. Die Leute haben nicht nur Lust zu konsumieren, die wollen auch aktiv irgendwas mit dem Stoff machen, auch wenns meistens nur ein erotisches wer-mit-wem ist.
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Re: Ist die deutschsprachige Fantastik völlig uninteressant?

Beitrag von ThorstenK »

Übrigens:

#PerryRhodan in #Herne und noch mal zur Relevanz der deutschsprachigen Science Fiction

https://youtube.com/shorts/stmEV5U0S2M
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