Kann man auch Perry Rhodan fremdelnden empfehlen, und auch generell als Beitrag zur Phantastik lesen. Zumal, wie oben genannt auch Jörn Schulz: Die Gebrüder Strugatzkij vorhanden sind. An die Schreibweise werde ich mich wohl nie gewöhnen, aber ich komme aus dem Westen und kann kein russisch. Ändert nix an der Klasse ihrer Bücher.
Mal schauen, ob die Verlinkung eines Bildes funktioniert:
»Perry Rhodan«-Cover im Laufe der Jahrzehnte, ganz oben ist Gucky zu sehen
Schnell noch ein paar dürre Worte zu # 3396, solange er noch aktuell ist.
Die mangelnde Verfügbarkeit und die mitreisenden Fussballfans im Zug (mittlerweile mein Haupt-PR-Lektüre-Ort) erzwangen es, das ich den Roman eben erst beenden konnte.
Stefan Pannor: Die Rebellen von Wanderer Perry Rhodan Erstauflage #3396
Erste Zeile:
"Hätte ihm jemand im Januar 1976 Alter Zeitrechnung erzählt, er würde eines Tages ES ermorden wollen - Perry Rhodan hätte ihn für einen Spinner gehalten."
Wer so einen PR starten kann, der hat schon die halbe Miete. Wenn PR nicht nach zwei Seiten bis zum Romanende weg wäre. Das hat wohl das Expose vorgegeben. Also: Am Stil liegts nicht. Das Heft ist gut geschrieben, flüssig, paar nette Formulierungen und ja: Die Wanderer-Navigatoren dürfen nicht nur Sex haben, sollen sie sogar um glaubhaft geschildert zu werden. Finde ich gut. Und es wird hier schliesslich nicht der Akt gezeigt, es wird nicht gemolken (laut SF-Netzwerk wohl gerade eines der grösseren Dinger innerhalb der Phantastik, nie vorher von gehört in dem Zusammenhang). Heisst das primäre Geschlechtsorgan bei Vögeln nicht "Kloake"? Wird im Heft nicht geklärt und muss es auch nicht.
Mich lässt die Handlung eher ratlos zurück (die im Expose so vorgegeben sein dürfte). Bin aber auch in den aktuellen Heften nicht 'drin. Die von ES und später Wanderer besuchten Planeten und ihre Bewohner sind schon glaubhaft beschrieben. Hätte wegen mir aber durchaus noch wesentlich abstrakter oder abgefahrener sein dürfen, erinnert sich noch wer an das intelligente Modelleisenbahndiorama? Sowas.
Wer denn nun die Rebellen von Wanderer sind habe ich nicht begriffen. Oder ist das eigentlich egal. Und wenn man schon gegen Roboter von Wanderer kämpft, die unendlich überlegen sein müssten: Warum dann nicht gegen Cowboys & Indianer? Da wäre dann Chancengleichheit und eine schöne Remineszenz. Den Turner hätte man auch da bringen können, den hätte ich mir näher beschrieben gewünscht, aber da ist gewiss kein Platz für gewesen.
Generell fehlte mir (und das kann ein sehr subjektiver Eindruck sein!) bei Wanderer der sense of wonder. Stellte sich bei mir nicht ein.
Und die letzten beiden Seiten, wo PR wieder dabei ist sind toll, erschreckend und deprimierierend geschrieben, sehr gut. Mit einem wahnsinnigem cliff-hanger hatte ich nicht mehr gerechnet. Wow.
Ich bin ein Fan von Al Kelsner. Und immer schön, wie abwechslungsreich die Titelbilder in ihrer Machart sind.
Diese Bild gefällt mir auch gut, schöne Komposition und mal ein ander Winkel.
Nur der Nerd in mir: Der Turm des Navigators sieht aus wie der Turm zu Babel (so hätte man ihm ja im Heft schildern können, wir er aber nicht).
Die LUGÜLA (schöner Name) sieht aus wie eine Box, ein Fragmentraumschiff der Posbis (soll aber laut Heft auch so aussehen).
Irgendwas passt mir an der Perspektive vom Kugelkreuzer nicht. Ich denke immer, der Ringwulst würde runterrutschen.