Jack Vance

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Spezies 125
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Jack Vance

Ungelesener Beitrag von Spezies 125 »

Hallo!

Ich möchte den Reigen der Leseempfehlungen um einen Autor erweitern, von dem ich sehr angetan bin und der meines Erachtens in Deutschland zu wenig Beachtung findet: Jack Vance!

Ich habe nach und nach alle seine Bücher gekauft/gelesen und finde seine, zugegeben etwas antiquierte Art einfach grandios. Ich könnte jetzt nicht unbedingt ein einziges Werk herausgreifen und bewerten, es ist das Gesamtwerk, das sich auf einem sehr guten Niveau hält.

Besonders beeindrucked ist für mich seine Fähigkeiten der unglaublichen Wortschöpfungen und Namensgebungen, sowie die Schaffung sehr "bunter" und exotischer Welten und fremdartiger Gesellschaften. Wobei er die Charaktere treffend genau beschreibt und Ihnen Tiefe und Profil gibt. Die Geschichten sind vielschichtig und komplex, spannend und auch der gute Schuß Humor fehlt nicht. Wobei seine "Helden" meist vordergründig sympathische Verlierer sind, erweisen sie sich doch im Laufe der jeweiligen Handlung als schlau, ja oft sogar verschlagen. Handeln, schachern und feilschen ist obligatorisch auf den jeweiligen Welten und da zeigt sich auch eine besondere Stärke J.V.'s: er kann sich unglaublich genau in diese Denkweise einklinken und der Verdacht liegt nahe, dass ihm dieser Charakterzug ureigen ist.

Wenn ich nur an den Dämonenprinz-Zyklus, oder die Durdane-Trilogie denke ... leider ist der gute Jack schon sehr betagt (>80) und ich wünsche ihm noch (sehr egoistisch) ein langes, produktives Leben. Sein letztes Werk ist "Lurulu", die Fortsetzung von "Ports of Call" und es beweist, dass er "es" trotz seines hohen Alters immer noch kann.

Gibt es noch einen Autor, der dieses "Zwischengenre" der "Science-Fantasy", das er meines Wissens geschaffen hat, derartig beherrscht?

--Spezies 125

Liest: Eoin Colfer "Artemis Fowl "The Opal Deception
und J. Steinbeck "Tortilla Flat"

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Scotty
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Ungelesener Beitrag von Scotty »

Ich mag Jack Vance auch sehr gern, habe bisher allerdings bisher nur "Emphyrio", "Kriegssprachen" und "Durdane" gelesen. Allesamt Werke, die mir zwar vom Inhalt nicht lange im Gedächtnis hängengeblieben sind, die ich jedoch wirklich gerne gelesen habe.

Jack Vance hat so seinen eigenen Stil. Alle 1-2 Jahre überkommt mich die Lust auf seine einfachen, jedoch schillernd bunten Welten, wo das Gute noch richtig gut ist und das Schlechte so richtig böse! Das klingt stark nach Jugendbuch. So falsch ist das auch gar nicht. Allerdings sind seine Werke irgendwie so eigenständig und in der Schilderung der Welt teilweise abgefahren, dass es trotzdem eine Freude ist, in die Werke einzutauchen.
Lese zur Zeit:
Antonia Hodgson - Das Höllenloch
Davor:
Frederico Axat - Mysterium

    Beverly
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    Re: Jack Vance

    Ungelesener Beitrag von Beverly »

    Spezies 125 hat geschrieben:Besonders beeindrucked ist für mich seine Fähigkeiten der unglaublichen Wortschöpfungen und Namensgebungen, sowie die Schaffung sehr "bunter" und exotischer Welten und fremdartiger Gesellschaften.
    Das ist mir an Jack Vance auch aufgefallen, allerdings habe ich den Eindruck, dass viele seiner KUlturen eine Mischung aus modern-technischen und vormodernen Elementen sind. Z. B. Nomaden, die mit LKWs über die Steppe fahren.

    Ich habe auch so gut wie alles von Jack Vance gelesen:

    DIE STERBENDE ERDE, den Dämonenprinz-Zyklus, die im Alastor-Sternhaufen und dem Gaeanischem Reich speilenden Romane. Herausragend waren u. a. MARUNE und ALASTOR, wobei insbesondere in MARUNE eine exotische Kultur mit andersartigen Sitten sehr gut beschrieben wird. So ist es in den Rhunen-Reichen verpönt, in der Öffentlichkeit zu essen und die Menschen kennen nur ihre Mütter, weil sie in anonymen Sex während der kurzen und seltenen Nächte gezeugt werden.

    Smiley
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    Ungelesener Beitrag von Smiley »

    Ich lese zur Zeit von ihm "Planet der Abenteuer". Den Bastei-Sammelband mit allen 4 Folgen. Davor war im letzten Jahr "Nachtlicht" dran. Da er einer meiner Lieblingsautoren ist, habe ich fast alle Bände von ihm. Ich mag seine total schrägen Kulturen, die sehr detailiert beschrieben sind. Das hat irgendwas.
    Ein Leben ohne Tabasco ist möglich, aber geschmacklos.

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    Scotty
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    Ungelesener Beitrag von Scotty »

    Ich hatte mir "Nachtlicht" als eines der nächsten zu lesenden Bücher vorgenommen. Wie war dein Eindruck?
    Lese zur Zeit:
    Antonia Hodgson - Das Höllenloch
    Davor:
    Frederico Axat - Mysterium

      Smiley
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      Ungelesener Beitrag von Smiley »

      Scotty hat geschrieben:Ich hatte mir "Nachtlicht" als eines der nächsten zu lesenden Bücher vorgenommen. Wie war dein Eindruck?
      Die Handlung kommt langsam voran. Ist aber eigentlich für Vance typisch. Aber wenn man sich festgelesen hat, bleibt man dran. Als allerersten Vance-Roman sollte man ihn nicht unbedingt lesen. Die beschriebene Kultur, bei der alles auf den gesellschaftlichen Status und das Prestige, in die exclusivsten Clubs und Vereinigungen aufgenommen zu werden beruht - jemand, der nirgendwo Mitglied ist, ist praktisch ein gesellschaftlicher Niemand - ist soooo fremdartig eigentlich nicht. Kann man schon als Satire verstehen.
      Und die Hauptperson schert sich wieder mal wenig um diese gesellschaftlichen Konventionen und geht einen eigenen Weg. Das finde ich bei Vance immer gut.
      Ein Leben ohne Tabasco ist möglich, aber geschmacklos.

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      Ungelesener Beitrag von Nina »

      Ich habe bisher Emphyrio und Die Kriegssprachen von Pao gelesen.
      Nichts gegen die Romane, ich hab sie gerne gelesen. Aber meiner Meinung nach bringt es Vance nur bei den Kurzgeschichten zu wirklicher Meisterschaft. Beispielsweise Die Mondmotte - diese Geschichte ist exotisch, aber auf jeden Fall außergewöhnlich und empfehlenswert!
      Ich sollte die Geschichten wieder mal lesen - ist auch schon Jahre aus, daß ich den Band (der schon ziemlich alt ist und wo man als Leser noch mit der inhaltsbezogenen Suppenwerbung belästigt wird, etwas, das ich heute gar nicht mehr so in den SF-und Fantasybüchern sehe) das letzte Mal zur hand genommen habe...

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      Carfilhiot

      Jack rocks!

      Ungelesener Beitrag von Carfilhiot »

      Jack Vance ist leider hierzulande nicht so bekannt wie er eigentlich sein sollte. Das hat damit zu tun, daß er eigentlich ein großer Romancier ist, der die Genre SF und F nur benutzt um möglichst eigentümliche Kulturen und Gebräuche zu schildern; es geht ihm jedoch eigentlich um das menschliche Miteinander. Das macht ihn jedoch für 'echte' SF Fans nicht so interessant und diejenigen, die ihn vielleicht lesen würden können ihn nicht kennenlernen weil sie die Genre SF und F ablehnen. Ich halte ihn in mancherlei Hinsicht für einen der besten Schriftsteller überhaupt und er ist mit Abstand mein Lieblingsautor. Ganz oben auf meiner Liste stehen die Lyonesse-Trilogie, die Cugel-Romane, die Station Araminta-Reihe, Showbootwelt, Nachtlicht und Alastor um nur einige zu nennen. Sein letztes Buch 'Lurulu' fand ich etwas kurz, aber ansonsten war es (mit Ports of Call/Jenseits der Leere/Kaleidoskop der Welten zusammengenommen) wieder etwas für Conoisseurs. Besten Dank, Jack!

      Servus, Faude Carfilhiot

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      Ungelesener Beitrag von Bungle »

      Mich haben Vances exotische Welten seit jeher fasziniert. Man hat seine Bücher als "galaktische Heimatromane" bezeichnet, was jetzt nicht abwertend gemeint ist.
      Besonders inspiriert haben mich Welten, auf denen viele unterschiedliche Kulturen nebeneinander existieren - wie in "Showbootwelt".
      Ich lese nicht viel Fantasy, aber bei Vance Lyonesse -Trilogie habe ich eine Ausnahme gemacht. Das war wirklich ausgezeichneter Lesestoff. Obwohl am besten gefiel mir immer noch der erste BAnd.

      Michael

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      Gerd R.

      Ungelesener Beitrag von Gerd R. »

      Ich lese nicht viel Fantasy, aber bei Vance Lyonesse -Trilogie habe ich eine Ausnahme gemacht. Das war wirklich ausgezeichneter Lesestoff. Obwohl am besten gefiel mir immer noch der erste BAnd.
      Das ist imho auch wirklich einer der Fantasy-Zyklen, die ganz weit oben aufs Treppchen gehören. Und ja, Band eins - "Suldren's Garden" - ist der beste; ich neige ja fast dazu, ihn als den besten Roman von Vance überhaupt einzuordnen (wobei ich ein paar von den anderen Anwärtern vor langer, langer Zeit gelesen habe - der "ganz späte" Vance kommt imho nicht mehr an die Spitzenwerke seiner früheren Schaffensphasen heran).

      Dafür hat Band drei - "Madouc" - den World Fantasy Award gewonnen, m.E. eine Konzessionsentscheidung; eigentlich hätte ihn ein paar Jahre früher "Suldren's Garden" verdient gehabt.

      Grüße
      Gerd

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      Scotty
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      Ungelesener Beitrag von Scotty »

      Bei Area erscheint "Herrscher von Lyonesse". Hat jemand eine Ahnung, ob es die gesamte Trilogie ist? Immerhin ist das Werk über 900 Seiten stark!

      Ist das Werk auch Fantasy Nicht Lesern zu empfehlen?

      Ich lese nämlich Fantasy nur in absoluten Ausnahmefällen und kann den Werken von Duncan, Goodkind und wie sie alle heissen überhaupt nichts abgewinnen. Damit es mir gefällt, darf es nicht zuviel "ausgeführte Fantasy" geben, also keine Zaubereien an jeder Ecke sondern eher eine magische Stimmung in der Luft. Des weiteren muss es klare "Spielregeln" geben. Ich mag es z.B. überhaupt nicht, wenn einem Helden in Gefahr urplötzlich irgendwelche rettende Zaubersprüche einfallen, von denen vorher nie die Rede war.
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        Gerd R.

        Ungelesener Beitrag von Gerd R. »

        Hallo Scotty!

        Ich habe die Area-Vorschau noch nicht gesehen, kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die die gesamte Lyonesse-Trilogie in einen Band packen - das würde imho auf einen mikroskopisch kleinen Satz rauslaufen (immerhin hatten die drei TBs jeweils so um die 500 Seiten).

        Und m.E. kannst du "Lyonesse" auch lesen, wenn du Autoren wie Goodkind nichts abgewinnen kannst (btw - wer mag schon Goodkind - brrrr). Denn hier geht es tatsächlich eher um eine "magische Stimmung", die in der Luft liegt, und die eigentliche Zauberei hält sich in Grenzen bzw. wird auf typische Vance-Weise eingesetzt.

        Ach ja, ich finde übrigens nicht, dass bei Vance "das Gute richtig gut und das Schlechte richtig böse" ist - lies mal die "Dämonenprinz"-Reihe, vor allem "Das Gesicht". Imho sind seine Charaktere häufig sehr ambivalent - was nicht heißt, dass es keine Guten & Bösen gibt, aber die werden meist von im wahrsten Sinne des Wortes "schillernden" Gestalten begleitet.

        Grüße
        Gerd

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        Spezies 125
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        Ungelesener Beitrag von Spezies 125 »

        @Scotty:

        Also ich bin nicht unbedingt ein Fantasy Fan, aber die Lyonesse-Trilogie hat mir sehr gefallen. Ich steh' auch nicht so auf Schwerter und das ganze Königs-, Prinzen- und Prinzessinnen-Gedöns aber wenn der Plot gut ist und das Ganze nicht *zu* aufdringlich ... nun, ich würde Dir raten es einfach 'mal zu probieren und den ersten Band zu lesen, was riskierst Du schon?

        Woher weisst Du das "Lyonesse" bei Area erscheinen soll? Ich habe in deren Verlagsprogramm im Internet nichts dazu gefunden. Aber wenn, dann scheint es sich nicht um die Trilogie zu handeln sondern tatsächlich nur um den ersten Band, möglicherweise in einer Neuübersetzung?

        Die bei Knaur erschienene Ausgabe hat 591 Seiten und wurde von Joachim Pente übersetzt. "Madouc" und "Die grüne Perle" sind jeweils bei Heyne erschienen und haben 634, bzw. 589 Seiten. Daher glaube ich nicht, dass sie insgesamt 1814 Seiten auf 900 eingedampft haben.

        --Spezies 125

        Liest: A.D. Foster "Die Kälte des Schwerts"
        (Katechisten Teil III)
        Zuletzt geändert von Spezies 125 am 29. Juni 2005 00:11, insgesamt 1-mal geändert.

        Phileas
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        Ungelesener Beitrag von Phileas »

        Das Buch vom Area Verlag ist bei Amazon gelistet ,Herrscher von Lyonesse. An der Coverabbildung kann man lesen, das der Band die ersten beiden Romane enthält. Der dritte Band soll dann auch im Oktober erscheinen, Madouc. Der ist dann nur noch 512 Seiten lang, beim gleichen Preis :-? .

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        Scotty
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        Ungelesener Beitrag von Scotty »

        Hallo spezies 125, hallo Gerd,

        ausgelöst durch diesen Thread hab ich mal bei Amazon nach dem Zyklus gesucht und zwar nach dem Titel "Lyonesse" da ich nicht wusste, wie der erste Band heisst. Dort bin ich auf "Herrscher von Lyonesse" von Heyne gestossen. Dort gibt es ihn allerdings auch in der Area Version:

        Gebundene Ausgabe - 928 Seiten - Area
        Erscheinungsdatum: Oktober 2005
        ISBN: 3899963970
        Lese zur Zeit:
        Antonia Hodgson - Das Höllenloch
        Davor:
        Frederico Axat - Mysterium

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