Montag hat geschrieben:Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als Starbuck zurückkam. Aber ehrlich gesagt sehe ich kein Unterschied darin, ob ein Alien sie wiederbelebt, eine Supertechnologie, Gott oder ein Zauberer. Das hat auf mich denselben abrupten, nicht viel erklärenden Effekt.
Was den erklärenden Effekt betrifft, gebe ich dir Recht. Im Unterschied zu Supertechnologien, Zauberern oder Aliens war aber "Gott" von Anfang an in der Serie "präsent". Deshalb ist auch der Vorwurf, es handle sich um eine Deus Ex Machina-Lösung, verfehlt, jedenfalls, wenn man Deus Ex Machina im modernen Sinn versteht (abrupt auftauchendes, bisher nicht dagewesenes Konzept, das ansonsten unlösbare Probleme löst).
Hier mal ne kleine Liste an Fragen, die mir da spontan einfallen. Wenn du Antworten drauf hast, bitte ich bin gespannt:
Alle kann ich dir sicher nicht beantworten, die eine oder andere aber schon. Ich sehe allerdings auch, wie gesagt, nicht, dass man für alles eine Erklärung haben muss.
Warum kam gerade Starbuck zurück, warum nicht ein Engel in Form von - sagen wir- Billy?
Dass Kara eine Bestimmung hat, wurde seit Beginn der Serie öfter erwähnt. Von Billy oder jemand anderem haben wir sowas nie gehört.
Warum ist sie ein Engel, den jeder sehen und anfassen kann?
Warum weiß der Engel der nicht, dass er ein Engel ist?
Warum hat dieser Engel ganz andere Eigenschaften als die anderen Engel, die wir aus der Serie kennen?
Warum hat der Engel eine Vision von einem Pianospieler, ohne zu wissen, dass es eine Vision/Engel ist?
Warum kannte Starbucks Vater den Song, obwohl er ja ganz offensichtlich von der ersten Erde stammte?
...
Und jetzt mal noch eine Bemerkung: Hera hat ein paar Punkte gemalt, die total zufällig auf die Notenlinien gepasst haben und sich mit Starbucks gedeckt haben. Irre. Hätte sie die Punkte oder die Abstände größer gemacht, wär niemandem aufgefallen, dass es der Song ist. Das hätte ja wohl alles verändert. Komisch nur, dass sie nur ganze Noten gemalt. Der Rythmus des Motivs hörte sich irgendwie mehr nach Synkopen an, aber vielleicht haben die colonials ne andere Notation. Das wirds sein.
Ach ja und jetzt noch ne richtige Frage: Warum hören die final five genau diesen Song und warum hören sie ihn überhaupt? Hab ich echt vergessen.
Das sind so die Fragen, auf die ich eigentlich keine Antwort brauche, ebensowenig wie darauf, wie in 2001 der Monolith funktioniert und wer ihn an die verschiedenen Orte brauchte. Oder warum ausgerechnet Bowman überlebte und wiedergeboren wurde, und nicht einer der anderen Astronauten.
Die ganze Sache mit dem Song geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf Jungs Vorstellung vom Kollektiven Unbewussten zurück. Wenn ich mich nicht irre, haben entweder Moore oder Eick das sogar mal erwähnt.
Was die Fragen mit Kara betrifft, wären die wesentlich leichter zu beantworten, hätte man nicht in "The Plan" im Versuch, zwanghaft Antworten zu geben, wo keine nötig waren, die Sache mit Shelly Godfrey ruiniert. Shelly Godfrey war nämlich ursprünglich als genau der Präzedenzfall für Kara dargestellt, ein Engel, der nicht wusste, dass er einer war, und von allen gesehen wurde. Nur glaubte, wer auch immer für "The Plan" federführend verantwortlich war, man müsse "Antworten" liefern und hat damit die Kara-Geschichte ruiniert. Wenn ich mir also Stormkings Herangehensweise zu eigen machen darf, dann hört für mich nBSG mit Daybreak auf, und The Plan existiert nicht. Dann ist auch die Kara-Frage kein Problem. "Gott" hat die Fähigkeit, solche Engel als Boten zu schicken, und die wurde bereits in Season 1 eingeführt.
Warum sieht niemand außer Starbuck den Pianospieler, wenn er in aller Öffentlichkeit spielt?
Der "Normalzustand" ist doch, dass Engel nur von einer Person gesehen werden. Starbuck und Shelly Godfrey sind die Ausnahmen, nicht der Pianospieler.
Das nennt man dann wohl einen klassischen McGuffin. Es wird die ganze viel darum geredet, er treibt die Handlung an, aber kommt nie richtig selbst in Aktion oder man weiß nicht, warum er die Handlung überhaupt antreibt. Roslin redet die ganze Zeit darüber, wie wichtig Hera ist, ohne zu wissen, warum eigentlich.
Wenn man unbedingt will, kann man das so sehen. Ich sehe es eher als eine selbsterfüllende Prophezeiung. In Macbeth wäre auch nichts passiert, hätte der nicht den Hexen geglaubt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Voldemort wäre auch nichts passiert, hätte der nicht Trelawney geglaubt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Baby Potter selbst kam überhaupt nicht in Aktion. Ödipus wäre nichts passiert, hätte der nicht dem Orakel geglaubt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Im Fall von Hera war es eine positive Prophezeiung. Sie trat aber nur ein, weil die Akteure daran glaubten und entsprechend handelten.
Klar, sie sorgt dafür, dass am Ende alle im CIC stehen. Weil sie vorher ganz kindgerecht durch eine Kriegszone rennt und dabei so ungefähr den schlimmsten Schauplatz ansteuert, den man sich denken kann. Zum Glück ist sie nicht in eine sichere Ecke gerannt und hat sich versteckt.
Und dachte Biers nicht zu Zeiten von New Caprica, dass Hera tot sei. Ansonsten hätte sie doch mal ne kleine Razzia veranstalten können, um Hera zu suchen.
Sie ist ein Kind. Welche großartigen Heldentaten hätte sie vollbringen sollen? Das wäre ja nun auch nicht besonders glaubwürdig gewesen. Was D'Anna betrifft, meinte ich ihre Entscheidung, New Caprica zu verschonen, nachdem sie erfuhr, dass Hera noch dort war.