[Serie] Der neue Kampfstern Galactica

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Stormking
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Stormking »

Chloe hat geschrieben:Ich habe neulich 2001 nochmals angesehen und heute Blade Runner. Ich kann mich des Gefühls nicht ganz erwehren, dass beide Filme, wenn sie heute rauskommen würden, in der Luft zerissen würden, wegen all der unaufgelösten Fragen. War Deckard ein Replikant? Was hat es mit dem Monolithen auf sich? Was ist mit Dawson geschehen? Warum ist HAL durchgedreht?

Diese Manie, dass man alles erklärt haben muss, muss später entstanden sein.
In jedem Forum dieselben blöden Ausreden. Man kann doch keinen Zwei-Stunden-Film mit einem offenen Ende mit einer Serie vergleichen, in der Woche um Woche Rätsel über Rätsel aufgetürmt und zahlreiche Zusammenhänge angedeutet werden, die sich am Schluß allesamt im Nichts auflösen.

Sich damit nicht zufriedenzugeben ist keine "Manie"! Ich empfinde dieses Wort als äußerst beleidigend denn meine Ansprüche an die Schlüssigkeit einer Geschichte sind zwar hoch, aber keineswegs krankhaft! Bei vielen Leuten, die mit dem Finale von BSG oder gar Lost zu 100% zufrieden waren hat man einfach das Gefühl, solange nur genug auf die Tränendrüse gedrückt wird, könne man denen jeden plottechnischen Quatsch auftischen und sie würden es als großartig bezeichnen. Innere Logik und Bedeutung überflüssig, Hauptsache Laura Roslin stirbt an der Seite ihres Bill Adama untermalt von süßlicher Musik ...

Eine Geschichte hat immer mehrere Ebenen - Handlung, Bedeutung, Symbolik usw. - und auf mindestens einer dieser Ebenen muß das Erzählte am Ende einen geschlossenen Kreis bilden, damit das Gesamtwerk künstlerisch überzeugt. Sonst ist es keine Geschichte, sondern nur die Schilderung von Ereignissen. Sowohl bei 2001 als auch bei Blade Runner funktioniert das. Der Monolith, welcher zu Beginn den Affenmenschen die Technologie bringt, ermöglicht es am Schluß Bowman, den nächsten Schritt zum "Sternenkind" zu machen. Deckard, der gnadenlose Jäger der "unmenschlichen" Replikanten überlebt am Schluß nur, weil Roy Batty sich als äußerst menschlich erweist. BSG hingegen fehlt eine solche Schlüssigkeit.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Chloe »

Entschuldigung, du hast auf die Frage "muss eine Serie am Ende alles auflösen" geantwortet mit: "Ich finde schon". Wenn du jetzt zurückruderst mit der Aussage "mindestens eine der Handlungsebenen muss einen geschlossenen Kreis bilden" ist das nicht im Einklang mit deiner vorherigen Aussage, denn die beinhaltete klar, dass nicht eine Handlungsebene, sondern alle aufgelöst werden müssen. Wenn das anders gemeint war, ging das aus deinem Beitrag nicht hervor.

Man hat in 2001 ebensowenig etwas über die Natur des Monolithen erfahren oder über das Wie und Warum vom Bowmans "Wiedergeburt", oder auch nur über das Ziel der Reise, wie man in nBSG etwas über Karas Wesen erfahren hat oder das Wesen von "Gott" oder was er genau bezweckte. Das sind einige der am meisten kritisierten Punkte am nBSG-Finale und 2001 ist in der Hinsicht genauso offen, das kannst du drehen und wenden, wie du willst.

Ich habe da eine andere Vorstellung von Literatur und Kunst. Ich sehe weder deren Sinn noch ihre Wertigkeit darin, dass Autoren einen möglichst kompletten Katalog über Fakten und Zusammenhänge ihres fiktiven Universums erstellen und jede Frage mit einer eindeutigen Aussage beantworten müssen.

Ich bin im Gegensatz zu dir durchaus der Meinung, dass der mythologische Arc zu einem schlüssigen Ende gebracht wurde, sehe aber beim Realitätspart Defizite. Warum habe ich weiter oben ausführlich erklärt. Ich könnte jetzt genauso die beleidigte Leberwurst spielen, weil du mich in die Nähe derer rückst, bei denen man nur auf die Tränendrüse drücken muss. Also, wer im Glashaus sitzt...
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von heino »

Ich finde, das ist ein typischer Fall, in dem beide Parteien recht haben. Es kommt halt auf den Standpunkt an. Leider habe ich die letzte Folge nicht ganz gesehen, daher kann cih kein endgültiges Urteil über das Ende treffen, aber aus den hier geposteten Kommentaren schließe ich, dass der mythologische Part einigermassen vernünftig gelöst wurde (wobei mir die Sache mit den Engeln sauer aufstösst). Mir gefällt es aber auch gar nicht, dass eindeutig zentrale Punkte wie halt das wahre Wesen von Kara Thrace einfach nicht mehr erwähnt werden. Ich befürchte, wenn ich das Ende dann mal irgendwann gesehen haben werde, wird sich bei mir dasselbe "Ich wurde hier eben verarscht"-Gefühl einstellen wie damals bei Akte X.

@Stormking:du hast doch sicher mal "The Prisoner" komplett gesehen. Die Serie müsste dir dann ja eigentlich auch nicht gefallen, weil am Ende einfach nichts erklärt wird, oder?
Lese zur Zeit:

Connie Willis - Die Straße nach Roswell
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Bully
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Bully »

Bitte nicht über Lost reden, mir fehlt noch eine Staffel...
bukaman hat geschrieben:
Stormking hat geschrieben:Dann verstehe ich die Frage nicht.
Ich hab mir die Kopf-Six immer als eine Darstellung von Baltars Unterbewußtsein erklärt, frei nach dem Motto: Für diesen schlangenhaften Geist, der sich durch alle Situationen immer in die für ihn bestmögliche Position windet, brauchen wir zwei Darsteller. Eine Möglichkeit, die ich immer mochte, die aber wahrscheinlich falsch ist. ...
...
SO hatte ich mir das auch immer vorgestellt (ganz zu Anfang dachte ich sogar, dass sie von den Zylonen mit Absicht - als Trojaner - auf Baltars Hirn aufgespielt wurde. Hat sich dann gezeigt, dass es das wohl nicht war, aber trotzdem...).
Dass die Kopf-Six Dinge wusste, die er nicht wissen konnte, wäre auch durch latente Hellseherische Fähigkeiten erklärbar (offenbar glaubte man daran, es wäre in universo also auch ok.).

Aber so wird in der letzten Szene ein ganz neues Fass aufgemacht (und die Erklärung muss man googeln...). Hätte nicht sein müssen.
Das Adam-und-Eva-Ende haben die sich aber verdient. :dafuer:
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Montag »

Ich finde eben nicht, dass der mythologische Arc vernünftig aufgelöst wird. Für mich gehört zu dem mythologischen Arc alles, was man schwerlich nur mit Wissenschaft erklären könnte:
-die Six in Baltars Visionen
-die Vision vom Opernhaus
-die Bedeutung von Hera (den auf der realen Ebene hatte sie spätestens dann keinen Part, als Athena sie von den Zylonen zurückgeholt hat)
-die Rückkehr von Starbuck
-der Pianospieler und Starbucks Song
Sicher gabs noch mehr, aber das sind die Sachen, die mir gerade einfallen. Und all diese Elemente wurden doch wahnsinnig schlampig aufgelöst. Das Opernhaus war vielleicht optisch ganz nett, aber dafür dass es uns drei Staffeln lang in die Köppe geprügelt wurde, war sein symbolischer Wert gleich null. Letzten Endes war es der "Ort für den coolen Showdown". Aber dass Schreiber nen coolen Ort für den Showdown wählen, dürfte eigentlich klar sein. Das macht man halt nicht auf der co-gender-Toilette. Aber dafür braucht es dann auch keine Visionen, die den Zuschauer darauf vorbereiten. Die so stark promotete Wahrheit des Opernhauses war... hmm...äh..weiß nicht, helft mir auf die Sprünge.
Die Rückkehr von Starbuck war definitiv ein"what the frak"-Moment und deshalb hätte ich das auch gerne aufgelöst gesehen. Stattdessen kriegen wir einen Crashkurs über die verschiedenen Arten von himmlischen Wesen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften. Da wurde der "what the frak"-moment erfolgreich ein "frak you, viewer"-moment verwandelt.

Ich hätte es spannend gefunden, wenn Starbuck nicht zurückgekehrt wäre. Dann hätten alle anderen Charaktere mehr Platz gehabt und es wäre vielleicht mal was neues rausgekommen. Dann wäre Anders nicht die weinerliche Flachzange geworden (oder vielleicht noch weinerlicher). Dann hätte Adama vielleicht noch andere Szenen gehabt, alles die ewigen Zusammenbrechen und Modellschiff zerkloppen-Szenen. Und Lee hätte echt ma gucken müssen, wie er so weitermacht, ohne jemanden der ihm den Rücken freihält.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Chloe »

Was hast du denn für eine Auflösung für die Rückkehr von Starbuck erwartet? Wenn irgendein Alien oder eine Super-Technologie aus dem Nichts aufgetaucht wäre, das hätte mich persönlich maßlos enttäuscht. Es hätte auch überhaupt nicht zum bisherigen Verlauf der Serie gepasst.

Was ist an der Head Six schlampig aufgelöst worden, und was am Piano-Spieler und Starbucks Song?

Weshalb hatte Hera keine Bedeutung mehr? Hera und das Gezerre um sie waren der alleinige Grund, warum sich sämtliche Hauptakteure zur richtigen Zeit am richtigen Ort befanden. Hera war schon vorher der Grund, warum sich Leute dort einfanden, wo sie benötigt wurden. Unter anderem war Hera auch der Grund, warum D'Anna nicht New Caprica in die Luft gejagt hat - was eine Vereinigung von Menschen und Zylonnen doch beträchtlich erschwert hätte. Ohne Hera hätten die Überlebenden nie Earth 2 erreicht. Schau dir mal die Serie nochmal an und achte darauf, in wievielen Entscheidungen und Wendungen Hera in irgendeiner Weise der Dreh- und Angelpunkt ist.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Montag »

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als Starbuck zurückkam. Aber ehrlich gesagt sehe ich kein Unterschied darin, ob ein Alien sie wiederbelebt, eine Supertechnologie, Gott oder ein Zauberer. Das hat auf mich denselben abrupten, nicht viel erklärenden Effekt.
Hier mal ne kleine Liste an Fragen, die mir da spontan einfallen. Wenn du Antworten drauf hast, bitte ich bin gespannt:
Warum kam gerade Starbuck zurück, warum nicht ein Engel in Form von - sagen wir- Billy?
Warum ist sie ein Engel, den jeder sehen und anfassen kann?
Warum weiß der Engel der nicht, dass er ein Engel ist?
Warum hat dieser Engel ganz andere Eigenschaften als die anderen Engel, die wir aus der Serie kennen?
Warum hat der Engel eine Vision von einem Pianospieler, ohne zu wissen, dass es eine Vision/Engel ist?
Warum kannte Starbucks Vater den Song, obwohl er ja ganz offensichtlich von der ersten Erde stammte?
Warum sieht niemand außer Starbuck den Pianospieler, wenn er in aller Öffentlichkeit spielt?
Wenn der Pianospieler nur ne Vision ist, warum kommt Starbuck nicht in die Klapse, dafür dass sie mit nicht vorhanden Personen redet? (Okay, die Frage war jetzt nicht ernst gemeint.)
Und jetzt mal noch eine Bemerkung: Hera hat ein paar Punkte gemalt, die total zufällig auf die Notenlinien gepasst haben und sich mit Starbucks gedeckt haben. Irre. Hätte sie die Punkte oder die Abstände größer gemacht, wär niemandem aufgefallen, dass es der Song ist. Das hätte ja wohl alles verändert. Komisch nur, dass sie nur ganze Noten gemalt. Der Rythmus des Motivs hörte sich irgendwie mehr nach Synkopen an, aber vielleicht haben die colonials ne andere Notation. Das wirds sein.
Ach ja und jetzt noch ne richtige Frage: Warum hören die final five genau diesen Song und warum hören sie ihn überhaupt? Hab ich echt vergessen.

Und zu Hera:
Das nennt man dann wohl einen klassischen McGuffin. Es wird die ganze viel darum geredet, er treibt die Handlung an, aber kommt nie richtig selbst in Aktion oder man weiß nicht, warum er die Handlung überhaupt antreibt. Roslin redet die ganze Zeit darüber, wie wichtig Hera ist, ohne zu wissen, warum eigentlich.
Klar, sie sorgt dafür, dass am Ende alle im CIC stehen. Weil sie vorher ganz kindgerecht durch eine Kriegszone rennt und dabei so ungefähr den schlimmsten Schauplatz ansteuert, den man sich denken kann. Zum Glück ist sie nicht in eine sichere Ecke gerannt und hat sich versteckt.
Und dachte Biers nicht zu Zeiten von New Caprica, dass Hera tot sei. Ansonsten hätte sie doch mal ne kleine Razzia veranstalten können, um Hera zu suchen.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Chloe »

Montag hat geschrieben:Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als Starbuck zurückkam. Aber ehrlich gesagt sehe ich kein Unterschied darin, ob ein Alien sie wiederbelebt, eine Supertechnologie, Gott oder ein Zauberer. Das hat auf mich denselben abrupten, nicht viel erklärenden Effekt.
Was den erklärenden Effekt betrifft, gebe ich dir Recht. Im Unterschied zu Supertechnologien, Zauberern oder Aliens war aber "Gott" von Anfang an in der Serie "präsent". Deshalb ist auch der Vorwurf, es handle sich um eine Deus Ex Machina-Lösung, verfehlt, jedenfalls, wenn man Deus Ex Machina im modernen Sinn versteht (abrupt auftauchendes, bisher nicht dagewesenes Konzept, das ansonsten unlösbare Probleme löst).
Hier mal ne kleine Liste an Fragen, die mir da spontan einfallen. Wenn du Antworten drauf hast, bitte ich bin gespannt:
Alle kann ich dir sicher nicht beantworten, die eine oder andere aber schon. Ich sehe allerdings auch, wie gesagt, nicht, dass man für alles eine Erklärung haben muss.
Warum kam gerade Starbuck zurück, warum nicht ein Engel in Form von - sagen wir- Billy?
Dass Kara eine Bestimmung hat, wurde seit Beginn der Serie öfter erwähnt. Von Billy oder jemand anderem haben wir sowas nie gehört.
Warum ist sie ein Engel, den jeder sehen und anfassen kann?
Warum weiß der Engel der nicht, dass er ein Engel ist?
Warum hat dieser Engel ganz andere Eigenschaften als die anderen Engel, die wir aus der Serie kennen?
Warum hat der Engel eine Vision von einem Pianospieler, ohne zu wissen, dass es eine Vision/Engel ist?
Warum kannte Starbucks Vater den Song, obwohl er ja ganz offensichtlich von der ersten Erde stammte?
...
Und jetzt mal noch eine Bemerkung: Hera hat ein paar Punkte gemalt, die total zufällig auf die Notenlinien gepasst haben und sich mit Starbucks gedeckt haben. Irre. Hätte sie die Punkte oder die Abstände größer gemacht, wär niemandem aufgefallen, dass es der Song ist. Das hätte ja wohl alles verändert. Komisch nur, dass sie nur ganze Noten gemalt. Der Rythmus des Motivs hörte sich irgendwie mehr nach Synkopen an, aber vielleicht haben die colonials ne andere Notation. Das wirds sein.
Ach ja und jetzt noch ne richtige Frage: Warum hören die final five genau diesen Song und warum hören sie ihn überhaupt? Hab ich echt vergessen.
Das sind so die Fragen, auf die ich eigentlich keine Antwort brauche, ebensowenig wie darauf, wie in 2001 der Monolith funktioniert und wer ihn an die verschiedenen Orte brauchte. Oder warum ausgerechnet Bowman überlebte und wiedergeboren wurde, und nicht einer der anderen Astronauten.

Die ganze Sache mit dem Song geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf Jungs Vorstellung vom Kollektiven Unbewussten zurück. Wenn ich mich nicht irre, haben entweder Moore oder Eick das sogar mal erwähnt.
Was die Fragen mit Kara betrifft, wären die wesentlich leichter zu beantworten, hätte man nicht in "The Plan" im Versuch, zwanghaft Antworten zu geben, wo keine nötig waren, die Sache mit Shelly Godfrey ruiniert. Shelly Godfrey war nämlich ursprünglich als genau der Präzedenzfall für Kara dargestellt, ein Engel, der nicht wusste, dass er einer war, und von allen gesehen wurde. Nur glaubte, wer auch immer für "The Plan" federführend verantwortlich war, man müsse "Antworten" liefern und hat damit die Kara-Geschichte ruiniert. Wenn ich mir also Stormkings Herangehensweise zu eigen machen darf, dann hört für mich nBSG mit Daybreak auf, und The Plan existiert nicht. Dann ist auch die Kara-Frage kein Problem. "Gott" hat die Fähigkeit, solche Engel als Boten zu schicken, und die wurde bereits in Season 1 eingeführt.
Warum sieht niemand außer Starbuck den Pianospieler, wenn er in aller Öffentlichkeit spielt?
Der "Normalzustand" ist doch, dass Engel nur von einer Person gesehen werden. Starbuck und Shelly Godfrey sind die Ausnahmen, nicht der Pianospieler.
Das nennt man dann wohl einen klassischen McGuffin. Es wird die ganze viel darum geredet, er treibt die Handlung an, aber kommt nie richtig selbst in Aktion oder man weiß nicht, warum er die Handlung überhaupt antreibt. Roslin redet die ganze Zeit darüber, wie wichtig Hera ist, ohne zu wissen, warum eigentlich.
Wenn man unbedingt will, kann man das so sehen. Ich sehe es eher als eine selbsterfüllende Prophezeiung. In Macbeth wäre auch nichts passiert, hätte der nicht den Hexen geglaubt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Voldemort wäre auch nichts passiert, hätte der nicht Trelawney geglaubt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Baby Potter selbst kam überhaupt nicht in Aktion. Ödipus wäre nichts passiert, hätte der nicht dem Orakel geglaubt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Im Fall von Hera war es eine positive Prophezeiung. Sie trat aber nur ein, weil die Akteure daran glaubten und entsprechend handelten.
Klar, sie sorgt dafür, dass am Ende alle im CIC stehen. Weil sie vorher ganz kindgerecht durch eine Kriegszone rennt und dabei so ungefähr den schlimmsten Schauplatz ansteuert, den man sich denken kann. Zum Glück ist sie nicht in eine sichere Ecke gerannt und hat sich versteckt.
Und dachte Biers nicht zu Zeiten von New Caprica, dass Hera tot sei. Ansonsten hätte sie doch mal ne kleine Razzia veranstalten können, um Hera zu suchen.
Sie ist ein Kind. Welche großartigen Heldentaten hätte sie vollbringen sollen? Das wäre ja nun auch nicht besonders glaubwürdig gewesen. Was D'Anna betrifft, meinte ich ihre Entscheidung, New Caprica zu verschonen, nachdem sie erfuhr, dass Hera noch dort war.
Zuletzt geändert von Chloe am 16. August 2010 16:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Bully »

Chloe hat geschrieben:Was hast du denn für eine Auflösung für die Rückkehr von Starbuck erwartet?
Wenn man mir nichts anderes erzählt hätte, würde ich immer noch denken,
die zurückgekehrte Kara ist ein Geist - unglücklich, weil noch ein paar Dinge zu erledigen hat. BSG goes Horror.
Die "offizielle" Erklärung ist genauso sf-mäßig. Was ich jetzt schon noch i.O. finde, aber wo in der Geschichte wird das eindeutig?
Wenn irgendein Alien oder eine Super-Technologie aus dem Nichts aufgetaucht wäre, das hätte mich persönlich maßlos enttäuscht. Es hätte auch überhaupt nicht zum bisherigen Verlauf der Serie gepasst.
Eine technisch hochstehende Kolonie Menschen und/oder Zylonen wäre noch infrage gekommen. :wink: Wer sagt, dass die Zwölf Götter der Kolonien keine Zylonen aus einem früheren Zyklus waren?
Was ist an der Head Six schlampig aufgelöst worden, und was am Piano-Spieler und Starbucks Song?
Head Six: wo kommt die Erklärung in der (oder sonst einer) Folge vor? Piano+Lied ist insofern klar. Hera ist die Auserwählte...

Weshalb hatte Hera keine Bedeutung mehr? Hera und das Gezerre um sie waren der alleinige Grund, warum sich sämtliche Hauptakteure zur richtigen Zeit am richtigen Ort befanden.
Jaaa, das Kind wahrer Liebe überwindet die Grenze zwischen den Species, insbesondere solcher genetischer Art (was das betrifft, ist die Serie schon immer nicht besonders wissenschaftlich gewesen; wenn die Unterschiede so groß wären, wäre ein ziemlich einfacher Zylonentest möglich).
Hera war schon vorher der Grund, warum sich Leute dort einfanden, wo sie benötigt wurden. Unter anderem war Hera auch der Grund, warum D'Anna nicht New Caprica in die Luft gejagt hat - was eine Vereinigung von Menschen und Zylonnen doch beträchtlich erschwert hätte.
Da hast Du recht.
Ohne Hera hätten die Überlebenden nie Earth 2 erreicht. Schau dir mal die Serie nochmal an und achte darauf, in wievielen Entscheidungen und Wendungen Hera in irgendeiner Weise der Dreh- und Angelpunkt ist.
Also sehe ich das jetzt richtig:
Durch die Liebe ihrer Eltern entsteht ein Mensch-Zylonen-Hybrid: Hera. Dieser spezielle Umstand lässt sich nicht wiederholen, obwohl dergleichen oft genug hätte passieren können. Der Umstand, dass Zylonen untereinander keine Kinder kriegen können, scheint ebenso durch Liebe überwindbar zu sein - Beweis: ein reiner Zylonenembryo stirbt ab, als seine Eltern auseinanderbrechen.
Dieses Kind, und nur dieses Kind, wird von einem Wesen, was die ganze Zeit Gott genannt wurde, als Briefträger verwendet: für die bunten Punkte, die die Noten für die Melodie sind, die den Code repräsentiert, die die Sprungkoordinaten der Erde 2.0 auf der Tastatur der Galaktika darstellen.
Und wenn ich Chloe wirklich ganz verstanden habe, sind das relative Koordinaten, d.h., dass Schiff musste von dem Orbit der Zylonenkolonie um das schwarze Loch aus springen.
Die Wege Gottes sind berühmt für ihre spaghettiartige Verstrickung. :lol: Was ist bloß aus so "einfachen" Anweisungen wie: "Gehe in die stolze Stadt Ninive und verkünde dort..." oder "Baue meine Kirche wieder auf." - "Nein, Franz, nicht das Gebäude." geworden? :lol:
Und weil nur Starbuck den obigen Zusammenhang dank ihres Klavierspielervaters erkennen konnte, musste Starbuck wiederauferstanden werden. Okeee...
Wenn ich jetzt ganz blöd frage, wenn Kopf-Baltar und -Six dabei sind, und das sind, was sie sein sollen, warum wissen die das nicht (bzw., warum sagen sie es nicht einfach - Baltar wäre z.B. beinah NICHT mitgekommen, und Kopf-Six scheint sich da nicht groß eingemischt zu haben...).
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Chloe »

Bully hat geschrieben: Eine technisch hochstehende Kolonie Menschen und/oder Zylonen wäre noch infrage gekommen. :wink: Wer sagt, dass die Zwölf Götter der Kolonien keine Zylonen aus einem früheren Zyklus waren?,
Mit den Lords hätte man was anfangen können. Das fand ich auch etwas schade, dass man auf die Hintergründe dieses "wir wissen mehr über Eure Religion als ihr" und "Athena, was immer sie auch war..." nicht näher einging.
Head Six: wo kommt die Erklärung in der (oder sonst einer) Folge vor?

Sie sagte doch schon zu Baltar, als der sich auf seinen Geisteszustand untersuchen ließ, sie sei ein Engel von Gott.
Also sehe ich das jetzt richtig:Durch die Liebe ihrer Eltern entsteht ein Mensch-Zylonen-Hybrid: Hera. Dieser spezielle Umstand lässt sich nicht wiederholen, obwohl dergleichen oft genug hätte passieren können. Der Umstand, dass Zylonen untereinander keine Kinder kriegen können, scheint ebenso durch Liebe überwindbar zu sein - Beweis: ein reiner Zylonenembryo stirbt ab, als seine Eltern auseinanderbrechen.
Meines Wissens war nie die Rede davon, dass es sich nicht wiederholen lässt. Nur, dass Hera die erste war, bei der es funktioniert hat und es vorher unzählige Male eben nicht funktioniert hat.
Dieses Kind, und nur dieses Kind, wird von einem Wesen, was die ganze Zeit Gott genannt wurde, als Briefträger verwendet: für die bunten Punkte, die die Noten für die Melodie sind, die den Code repräsentiert, die die Sprungkoordinaten der Erde 2.0 auf der Tastatur der Galaktika darstellen.
Und wenn ich Chloe wirklich ganz verstanden habe, sind das relative Koordinaten, d.h., dass Schiff musste von dem Orbit der Zylonenkolonie um das schwarze Loch aus springen.
Du, ob das relative Koordinaten waren, darüber habe ich mir nicht den Kopf zerbrochen und ich glaube auch kaum, dass die Autoren das getan haben. Was bringen denn solche Spitzfindigkeiten für die Geschichte?
Die Wege Gottes sind berühmt für ihre spaghettiartige Verstrickung. :lol: Was ist bloß aus so "einfachen" Anweisungen wie: "Gehe in die stolze Stadt Ninive und verkünde dort..." oder "Baue meine Kirche wieder auf." - "Nein, Franz, nicht das Gebäude." geworden? :lol:
Ich hätte die Fans hören wollen, wenn sowas in der Serie gekommen wäre :D
Und weil nur Starbuck den obigen Zusammenhang dank ihres Klavierspielervaters erkennen konnte, musste Starbuck wiederauferstanden werden. Okeee...
Nein, andersrum wird ein Schuh draus. Weil Kara eine Bestimmung hatte, wurde ihr der Pianomann-Engel geschickt.
Wenn ich jetzt ganz blöd frage, wenn Kopf-Baltar und -Six dabei sind, und das sind, was sie sein sollen, warum wissen die das nicht (bzw., warum sagen sie es nicht einfach - Baltar wäre z.B. beinah NICHT mitgekommen, und Kopf-Six scheint sich da nicht groß eingemischt zu haben...).
Baltar ist aber mitgekommen. Was Head Six gemacht hätte, wenn er nicht mitgekommen wäre, ist doch völlig spekulativ.
Und Head Six sagte ihm bereits in Season 2, dass sie ein Engel sei. Wie kommst du denn darauf, dass die beiden nicht wissen, was sie sind?
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von Grisel »

Stormking hat geschrieben:Bei vielen Leuten, die mit dem Finale von BSG oder gar Lost zu 100% zufrieden waren hat man einfach das Gefühl, solange nur genug auf die Tränendrüse gedrückt wird, könne man denen jeden plottechnischen Quatsch auftischen und sie würden es als großartig bezeichnen. Innere Logik und Bedeutung überflüssig, Hauptsache Laura Roslin stirbt an der Seite ihres Bill Adama untermalt von süßlicher Musik ...
Ich bin mit dem Ende zufrieden, weil es die Geschichte der Menschen - und Zylonen - die wir so lange begleitet haben, schön abrundet. Und ich mag die Tatsache, daß es mit Theorien à la Däniken spielt, daß "wir" doch irgendwie von Leuten aus dem All abstammen. Und, ja, da ich ein sentimentales Ding bin, daß BG nicht zuletzt wegen der Charaktere, die sich für mich echter und menschlicher angefühlt haben, als man das sonst so gewöhnt ist, so geliebt habe, gefällt mir auch das bittersüße an diesem Ende.
Was die mangelnde Aufklärung der Mystik betrifft, so stört mich das deshalb nicht, weil die mystischen Elemente das einzige sind, was ich an der Serie auszusetzen habe, da ich darauf wunderbar hätte verzichten können.

Ich gehöre also erwiesenermaßen zu den geistigen Nackerbatzeln, denen "innere Logik und Bedeutung" anderswo vorbei geht, bezogen auf besagte mystische Elemente. :D

Was ich an der Serie geliebt habe, war eben der menschliche Faktor, die Geschichten, die ich teils extrem spannend gefunden habe, die vielen schönen Konflikte - ich liebe gute Konflikte in meinen Geschichten - und die Tatsache, daß sie einem oft sehr wehgetan haben, mit gewissen Entwicklungen, vor allem in der letzten Staffel.
Für mich ist der Weg das Ziel, selbst wenn ich das Ende schlecht fände - was ich nicht tue -, würde es für mich nicht die Serie in ihrer Gesamtheit runterziehen.
Für mich persönlich ist BG nach wie vor die beste Serie aller Zeiten und ich bin sehr gespannt, ob ich je wieder eine finde, die mir das gleiche geben kann.

Jetzt bin ich mal auf "Caprica" als Ersatzdroge gespannt.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

Ungelesener Beitrag von heino »

Montag hat geschrieben: Wenn der Pianospieler nur ne Vision ist, warum kommt Starbuck nicht in die Klapse, dafür dass sie mit nicht vorhanden Personen redet? (Okay, die Frage war jetzt nicht ernst gemeint.)
Und jetzt mal noch eine Bemerkung: Hera hat ein paar Punkte gemalt, die total zufällig auf die Notenlinien gepasst haben und sich mit Starbucks gedeckt haben. Irre. Hätte sie die Punkte oder die Abstände größer gemacht, wär niemandem aufgefallen, dass es der Song ist. Das hätte ja wohl alles verändert. Komisch nur, dass sie nur ganze Noten gemalt. Der Rythmus des Motivs hörte sich irgendwie mehr nach Synkopen an, aber vielleicht haben die colonials ne andere Notation. Das wirds sein.
.
Punkt 1:Gegenfrage:warum kommt Baltar nicht in den ersten beiden Staffeln in die Klapse, obwohl doch wirklich jedem sein merkwürdiges Benehmen durch die dauernden mentalen Zwiegespräche mit Six auffällt?

Punkt 2:Wenn ich mich recht enstinne, war das doch "All along the watchtower" von Dylan bzw. Hendrix. Da muss ich dir recht geben, die Notation macht keinen Sinn. Aber ich denke, dass die Autoren davon ausgegangen sind, dass die meisten Zuschauer auch nur geringe Kenntnisse der Notenschrift besitzen :wink:
Daraus erklärt sich dann wohl auch, warum sich die letzten 5 von diesem Song "anknipsen" lassen. Da sie ursprünglich von unserer Erde stammen, dürfte ihnen das Lied schlicht und ergreifend bekannt sein, denn es gehört ja quasi zum Allgemeinwissen. Natürlich wären "Yesterday" oder "Satisfaction" noch bekannter gewesen, aber dafür waren dann wohl die Tantiemen zu kostspielig :lol:
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

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Mich hätte interessiert, ob es weitere Überlebende außer der Galactica-Flotta gab. Bei der Geschichte um die Pegasus sah man, dass das ja. Ein kleiner Hinweis wäre ganz nett gewesen.
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

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Und was ich nicht verstanden habe, warum die Cylonen die Wiederauferstehung zur Arterhaltung brauchen. Zur persönlichen Unsterblichkeit haben sie diese Technologie benötigt, das ist mir klar. Aber die ersten Modelle wurden von den Fünf doch auch erst aus dem "Nichts" erschaffen. Oder lassen sich keine menschlichen Cylonen mit Bewußtsein mehr produzieren?
heino
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Re: [Serie] Der neue Kampfstern Galactica

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Ulrich hat geschrieben:Und was ich nicht verstanden habe, warum die Cylonen die Wiederauferstehung zur Arterhaltung brauchen. Zur persönlichen Unsterblichkeit haben sie diese Technologie benötigt, das ist mir klar. Aber die ersten Modelle wurden von den Fünf doch auch erst aus dem "Nichts" erschaffen. Oder lassen sich keine menschlichen Cylonen mit Bewußtsein mehr produzieren?

Soweit ich das verstanden habe, wurde dazu das wissen der letzten 5 gebraucht. Und da am Ende ja eine von ihnen tot ist (erwürgt von Tyrol), ist das Wissen halt nicht mehr komplett. Aber vielleicht habe ich da auch nicht alles mitbekommen :kopfkratz:
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