The Moon is a harsh Mistress

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breitsameter
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The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Folgendes schrieb Doop vor fast sieben Jahren hier: http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f=26&t=3709
Doop hat geschrieben:Hollywood bleibt sich treu und verfilmt nicht etwa einen der berühmteren Heinlein-Romane sondern eine Erzählung, die kaum jemand kennt. Da kann dann der Drehbuchautor ungestraft ändern und aufblähen wie es ihm gefällt.

Wo sind die Verfilmungen von "The Door Into Summer", "Double Star", "The Moon Is A Harsh Mistress" oder (auch wenn ich das Buch nicht mag) "Stranger In A Strange Land"?
Nun, Hollywood traut sich mal wieder an Heinleins »The Moon is a harsh Mistress« 'ran. Vielleicht klappt's ja diesmal:
http://www.sf-fan.de/aktuelle-meldungen ... iebte.html
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von heino »

Das war eines der Heinlein-Bücher, die mir besser gefallen haben. Aber auch hier ist das Problem, dass man seine Geschichten schon ziemlich weichspülen muss, um vom inhärenten rechtskonservativen Kern wegzukommen. Das hat schon der Verfilmung von "Puppet Masters" nicht gut getan, aber Singer ist einer, dem ich das zutraue.
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Knochenmann
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Genau. Ein verkrüppelter, bisexueller, polygamer Nerd der die USA bombardiert - erzkonservativ!
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Doop »

Knochenmann hat geschrieben:Genau. Ein verkrüppelter, bisexueller, polygamer Nerd der die USA bombardiert - erzkonservativ!
:prima: :lol:

und dieser Nerd ist der HELD der Geschichte... Die Zeitung "Lunaya Pravda" spielt auch eine wesentliche Rolle.
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Lensman »

Doop hat geschrieben:
Knochenmann hat geschrieben:Genau. Ein verkrüppelter, bisexueller, polygamer Nerd der die USA bombardiert - erzkonservativ!
:prima: :lol:

und dieser Nerd ist der HELD der Geschichte... Die Zeitung "Lunaya Pravda" spielt auch eine wesentliche Rolle.
Vielleicht zeigt sich ja auch an dieser Stelle, wie sehr Heinlein seiner Zeit voraus war. Quasi prophetisch. :mad: :headbanger:

Es heißt ja auch "Future History" :prima:

Ich bin gespannt!
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Valerie J. Long »

Ich erkenne jede Menge erzkonservatives, reaktionäres Zeug in Friday (Gleichberechtigung für weibliche KI) oder Stranger in a Strange Land (Kommune von Nackedeis mischt den Staat auf, freie Liebe, etc) - Ironie aus - Hauptsache, man hat sein Schublädchen parat, oder?
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Doop »

Heinlein startete links außen, unterstützte in den 30ern den sozialistischen Autor Upton Sinclair bei dessen (erfolglosen) Wahlkampf um Gouverneursposten von Kalifornien. Er wurde dann Antikommunist mit grundsätzlich libertären Ansichten. Er vertraute dem amerikanischen Militär, war freier Liebe wohl nicht abgeneigt, liebte seine letzte Ehefrau Ginny sehr, vertraute lieber dem einzelnen Menschen als dem Staat. Er lieh dem linken Hippie Philip K. Dick Geld und bot ihm Hilfe an, bevor er ihn persönlich kennenlernte, als es Dick wie so oft sehr schlecht ging. Wenn Heinlein einem -ismus anhing, dann dem Nonkonformismus.
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Lensman »

Doop hat geschrieben:... Wenn Heinlein einem -ismus anhing, dann dem Nonkonformismus.
Yep! Und das macht ihn in meinen Augen nicht unsympathisch (ohne dass ich alle seine Haltungen teilen würde).

btw: Eine Verfilmung von "Double Star" (dt.: "Ein Doppelleben im Kosmos") fände ich ja auch reizvoll. :freude:

Es grüßt
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Bully »

Ja, die USA mit zweckentfremdeten Fluggeräten bombardieren (nur ohne Selbstmordattentäter, yeah!). Das setzt die Hauptperson auf eine Stufe mit bin Laden, diesem erzliberalen Hippie.
Hatte auch mehrere Frauen und lebte zuletzt in einen Land mit drei anerkannten Geschlechtern. Joah, passt. :smokin

Ich weiß, dass ich Heinlein etwas anders einsortieren muss als bin Laden, aber ich frage mich ernsthaft, wie der erste Satz dem US-Publikum (und dem Rest der Welt) wohl verkauft werden soll. :kopfkratz:
Armes Star-Gate-Center übrigens. :( :( :(
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Bully »

Nicht falschverstehen - ich finde es toll, dass mal wieder ein Buch verfilmt wird, anstatt einen Film neuzuverfilmen. Ich frage mich halt nur, ob es unbedingt ein so kontroverses Thema sein muss, dass zwischen weichspülen und durchziehen so gespalten werden könnte, dass Murks bei rumkommt.
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von heino »

Valerie J. Long hat geschrieben:Ich erkenne jede Menge erzkonservatives, reaktionäres Zeug in Friday (Gleichberechtigung für weibliche KI) oder Stranger in a Strange Land (Kommune von Nackedeis mischt den Staat auf, freie Liebe, etc) - Ironie aus - Hauptsache, man hat sein Schublädchen parat, oder?

Auch mal ganz unironisch gefragt:hältst du deine Reaktion nicht selbst für maßlos überzogen? Ich habe eine Bemerkung zu einem ziemlich umstrittenen Autoren gemacht, die in keinerlei Beziehung zu dir stand und du greifst mich auf persönlicher Ebene an und beweist dadurch lediglich, dass du genau das machst, was du mir vorwirfst. Da wir uns nicht persönlich kennen und auch nie aneinander geraten sind, ist dieses Verhalten für mich nicht nachvollziehbar :kopfkratz:

Zum Thema selbst zitiere ich hier mal die Wiki, die wiederum selbst zitiert:
"Trotz seiner großen Erfolge und seines unbestrittenen großen Einflusses auf die Entwicklung des Science-Fiction-Genres ist Heinlein auch ein umstrittener Autor. Im Lexikon der Science Fiction Literatur[3] steht hierzu beispielsweise geschrieben:

„Kritiker werfen [Heinlein] einen Hang zum Militarismus vor (besonders in dem berüchtigten Roman Starship Troopers, wo demokratische Rechte nur dem gewährt werden, der Wehrdienst geleistet hat) und gelegentlich sogar Ansätze zu faschistischem Gedankengut. Des Weiteren zeigt er deutliche Vorliebe für autoritäre Starrköpfe. Hinzu kommt bei seinen Spätwerken ein Drang zu oft peinlich empfundenen Schilderungen sexueller Beziehungen alternder Protagonisten zu jungen Frauen.“

Und da kann ich jetzt auch auf die einzelnen Kommentare eingehen:

@Knochenmann:ich habe das nicht deutlich genug gesagt (auch, weil ich das Buch vor ewigen Zeiten gelesen und deshalb nicht mehr allzu deutlich in Erinnerung habe), aber mir ging es hier darum, dass auch der Protagonist dieses Romans zu Heinleins Arsenal autoritärer Starrköpfe gehört, der sich erst an die Spitze setzt und dann seine Ziele rücksichtslos und beratungsresistent mit aller Gewalt und immer auf Kosten anderer durchsetzt. Für mich läuft sowas unter reaktionär.

@Doop:Heinlein hatte eine militärische Karriere angestrebt, konnte sie aber wegen Tuberkulose nicht umsetzen. Dafür strotzen viele seiner Romane vor Verherrlichung militärischer Strukturen und dem Anerkennen und Beugen vor vermeintlichen Autoritäten, die oft genug nur verklausulierte Despoten sind. Nicht umsonst ist "Starship Troopers" auch heute noch extrem umstritten ("Puppet Masters" ist auch ein hervorragendes Beispiel) und auch hier im Forum wurde oft darüber ausufernd diskutiert.
Dass er Dick finanziell aushalf, ist richtig, aber das muss ja nichts mit seinen politischen Ansichten zu tun gehabt haben. Dick selbst hat von Heinlein auch ein sehr widersprüchliches Bild gezeichnet und ihn einerseits als perfekten Gentleman, aber gleichzeitig als Autoren, der nur seinem Publikum nach dem Mund schreibe, bezeichnet. Und die Episode, dass Heinlein auf vor seinem Haus auflaufenden Fans von "Stranger in a strange land" geschossen hat, sollte man auch nicht vergessen.

@Valerie:"Friday" zählt zu den Romanen, die Heinlein o.a. Kritik wegen der Altherrenphantasien eingebracht haben. Ich habe das Buch zwar gelsen, weiss aber so gut wie gar nichts mehr darüber.

Damit ist das Thema für mich erledigt. Können wir jetzt wieder über den Film sprechen? Danke :dafuer:
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Valerie J. Long
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Valerie J. Long »

heino hat geschrieben:
Valerie J. Long hat geschrieben:Ich erkenne jede Menge erzkonservatives, reaktionäres Zeug in Friday (Gleichberechtigung für weibliche KI) oder Stranger in a Strange Land (Kommune von Nackedeis mischt den Staat auf, freie Liebe, etc) - Ironie aus - Hauptsache, man hat sein Schublädchen parat, oder?
Auch mal ganz unironisch gefragt:hältst du deine Reaktion nicht selbst für maßlos überzogen? Ich habe eine Bemerkung zu einem ziemlich umstrittenen Autoren gemacht, die in keinerlei Beziehung zu dir stand und du greifst mich auf persönlicher Ebene an und beweist dadurch lediglich, dass du genau das machst, was du mir vorwirfst. Da wir uns nicht persönlich kennen und auch nie aneinander geraten sind, ist dieses Verhalten für mich nicht nachvollziehbar :kopfkratz:
Das tut mir leid. Ich habe gedacht, ich mache einen Witz - aber ich erkenne, dass man meine Bemerkung so lesen kann, dass sie auf deine Kosten geht. Das war nicht so beabsichtigt, okay?
Ich möchte mich für den Fehlgriff entschuldigen.
heino hat geschrieben:Damit ist das Thema für mich erledigt. Können wir jetzt wieder über den Film sprechen? Danke :dafuer:
Ähm, nein. Ich habe den Film noch nicht gesehen. Bis er rauskommt, kann ich nur über die Brocken reden, die Hollywood uns hinwirft - und über die Romanvorlage und seinen Autor.
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

heino hat geschrieben:
Valerie J. Long hat geschrieben:Ich erkenne jede Menge erzkonservatives, reaktionäres Zeug in Friday (Gleichberechtigung für weibliche KI) oder Stranger in a Strange Land (Kommune von Nackedeis mischt den Staat auf, freie Liebe, etc) - Ironie aus - Hauptsache, man hat sein Schublädchen parat, oder?
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Niemand greift dich ad hominem an. Knochenmann machte sich bestenfalls darüber lustig, dass dein Standpunkt nicht nur argumentativ nicht zutreffend war, sonder dass Heinlein eben doch nicht so einfach in Schubladen eingeordnet werden kann, wie die Wikipedia suggeriert. Robert A. Heinlein war einer der einflussreichsten und umstrittensten Autoren des Genres zu seiner Zeit. Aber er setzte Standards für wissenschaftliche und technische Plausibilität und half damit maßgeblich die literarische Qualität des Genres zu erhöhen. Er gilt daher zurecht als ein Großmeister unter den Science-Fiction-Autoren. Er thematisierter als allererster Science-Fiction-Autor soziale Themen, die Bedeutung der individuellen Freiheit, die Verpflichtung der handelnden Personen gegenüber ihren Gesellschaften, den Einfluss der organisierten Religion auf Kultur und Regierung, sowie die Tendenz der Gesellschaft Nonkonformist grundsätzlich abzulehnen.
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Außerdem war Heinlein einer, der schreiben konnte. Man kann heute noch fast* jeden seiner Texte zur Hand nehmen und wird zuverlässig weggesaugt – und das ist mehr, als man von den meisten Texten und Autoren dieser Epoche (oder auch späteren Epochen, leider) sagen kann.

(* Ich nehme gewisse Spätwerke aus, in denen Eloquenz der Geschwätzigkeit gewichen ist)
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Re: The Moon is a harsh Mistress

Ungelesener Beitrag von Bully »

Schreiben konnte er, in der Tat.
Ein Fremder in einem fremden Land lässt Aliens vorkommen, die andere Planeten vernichten, wenn sie die Lebenseinstellung von dessen Einwohnern nicht mögen. Nicht etwa, wenn dessen Einwohner eine konkrete Gefahr darstellen, nein, nur aus Prinzip.
Dass das bzw. jemand, der von diesen Aliens großgezogen wurde, als moralisch vorbildlich wahrgenommen wird, kann nur durch einen wirklich meisterhaften Erzähler erklärt werden. :wink:

Ich kann mich mit den Nakedeis kaum identifizieren, und lese das Buch mehr als: "Charismatischer Mensch wurde von Aliens großgezogen und gründet eine Sekte. Zu seinem Vorteil hat er tatsächlich übersinnliche Fähigkeiten, inkl. Kontakt mit Toten."

Hat jetzt weniger mit dem jetzigen Film zu tun.
Zu Starship Troopers habe ich ernsthaft Leute erklären hören, nicht nur der Film sei eine "Parodie", sondern auch das Buch selbst. Ich will einräumen, das Heinlein nicht so verbiestert war, wie man meinen könnte, aber wennschon, dann wollte er die RL-Armee der USA parodieren.
Gibt natürlich die Möglichkeit, dass der neue Film eine "Parodie" wird. :freude:
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