Valerie J. Long hat geschrieben:Ich erkenne jede Menge erzkonservatives, reaktionäres Zeug in Friday (Gleichberechtigung für weibliche KI) oder Stranger in a Strange Land (Kommune von Nackedeis mischt den Staat auf, freie Liebe, etc) - Ironie aus - Hauptsache, man hat sein Schublädchen parat, oder?
Auch mal ganz unironisch gefragt:hältst du deine Reaktion nicht selbst für maßlos überzogen? Ich habe eine Bemerkung zu einem ziemlich umstrittenen Autoren gemacht, die in keinerlei Beziehung zu dir stand und du greifst mich auf persönlicher Ebene an und beweist dadurch lediglich, dass du genau das machst, was du mir vorwirfst. Da wir uns nicht persönlich kennen und auch nie aneinander geraten sind, ist dieses Verhalten für mich nicht nachvollziehbar
Zum Thema selbst zitiere ich hier mal die Wiki, die wiederum selbst zitiert:
"Trotz seiner großen Erfolge und seines unbestrittenen großen Einflusses auf die Entwicklung des Science-Fiction-Genres ist Heinlein auch ein umstrittener Autor. Im Lexikon der Science Fiction Literatur[3] steht hierzu beispielsweise geschrieben:
„Kritiker werfen [Heinlein] einen Hang zum Militarismus vor (besonders in dem berüchtigten Roman Starship Troopers, wo demokratische Rechte nur dem gewährt werden, der Wehrdienst geleistet hat) und gelegentlich sogar Ansätze zu faschistischem Gedankengut. Des Weiteren zeigt er deutliche Vorliebe für autoritäre Starrköpfe. Hinzu kommt bei seinen Spätwerken ein Drang zu oft peinlich empfundenen Schilderungen sexueller Beziehungen alternder Protagonisten zu jungen Frauen.“
Und da kann ich jetzt auch auf die einzelnen Kommentare eingehen:
@Knochenmann:ich habe das nicht deutlich genug gesagt (auch, weil ich das Buch vor ewigen Zeiten gelesen und deshalb nicht mehr allzu deutlich in Erinnerung habe), aber mir ging es hier darum, dass auch der Protagonist dieses Romans zu Heinleins Arsenal autoritärer Starrköpfe gehört, der sich erst an die Spitze setzt und dann seine Ziele rücksichtslos und beratungsresistent mit aller Gewalt und immer auf Kosten anderer durchsetzt. Für mich läuft sowas unter reaktionär.
@Doop:Heinlein hatte eine militärische Karriere angestrebt, konnte sie aber wegen Tuberkulose nicht umsetzen. Dafür strotzen viele seiner Romane vor Verherrlichung militärischer Strukturen und dem Anerkennen und Beugen vor vermeintlichen Autoritäten, die oft genug nur verklausulierte Despoten sind. Nicht umsonst ist "Starship Troopers" auch heute noch extrem umstritten ("Puppet Masters" ist auch ein hervorragendes Beispiel) und auch hier im Forum wurde oft darüber ausufernd diskutiert.
Dass er Dick finanziell aushalf, ist richtig, aber das muss ja nichts mit seinen politischen Ansichten zu tun gehabt haben. Dick selbst hat von Heinlein auch ein sehr widersprüchliches Bild gezeichnet und ihn einerseits als perfekten Gentleman, aber gleichzeitig als Autoren, der nur seinem Publikum nach dem Mund schreibe, bezeichnet. Und die Episode, dass Heinlein auf vor seinem Haus auflaufenden Fans von "Stranger in a strange land" geschossen hat, sollte man auch nicht vergessen.
@Valerie:"Friday" zählt zu den Romanen, die Heinlein o.a. Kritik wegen der Altherrenphantasien eingebracht haben. Ich habe das Buch zwar gelsen, weiss aber so gut wie gar nichts mehr darüber.
Damit ist das Thema für mich erledigt. Können wir jetzt wieder über den Film sprechen? Danke
