Die Phantastik - Lesechallenge 2019

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick » 1. Juni 2019 09:58

Uschi Zietsch hat geschrieben:
31. Mai 2019 13:30
Ich Depp hab 736 Seiten vorbestellt - aber der Mars, hallo! Da kann ich nun mal nicht anders.
Mars Override? Von Morgan kenn ich noch nichts, aber im Juni ist bei mir erstmal der neue Brandhorst dran :freude:

Caroline
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Caroline » 4. Juni 2019 22:52

Dann melde ich mich auch mal bereit zum Start!

Ich lese gerade "Robo Sapiens", damit gehe ich dann bei den Neuerscheinungen an den Start. Es fängt schon mal sehr vielversprechend an mit einem sehr coolen, sarkastischen Roboter - der Klappentext hat "in der Tradition von Asimov" versprochen und es sieht so aus, als könnte das Buch das tatsächlicher erfüllen. Ich war lange schon nicht so aufgeregt beim Lesen :-)

Letzten Monat hab ich "Die Stadt und die Sterne" von Mr. Clarke gelesen. Dieses Buch ist Science Fiction in Reinkultur. In einer fernen, fernen Zukunft gibt es zwei ganz unterschiedliche menschliche Gesellschaften, die (fast) keinen Kontakt zu einander haben.

Die Geschichte beginnt mit der Geburt des Protagonisten in der von einer zentralen Intelligenz gesteuerten Stadt Diasper, die hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt ist. Die Bewohner leben hier tausend Jahre, speichern ihre Erinnerungen und werden danach von der Zentralintelligenz wiedererweckt Es gibt keine Kinder, nur frisch wiedererweckte Erwachsene, die nach einiger Zeit ihre Erinnerungen an die früheren Leben wiederhaben. Die Stadt selbst wird von der Zentralintelligenz auf dem immer gleichen, perfekten Level gehalten. Alle Bewohner, bis auf den Protagonisten, fürchten die Außenwelt und Veränderungen.
Der Protagonist wird im Gegensatz zu allen anderen aber nicht nur „neu gestartet“, er hat tatsächlich noch nie zuvor gelebt. Und das ist nicht der einzige Grund, warum er nicht zu den anderen in Diaspora passt. Er hat eine tiefe Sehnsucht nach Erforschung, Wissen und vor allem der Außenwelt in sich und findet tatsächlich einen Weg, die Stadt zu verlassen.

Er erreicht … und genau hier beginnt es dann wirklich ein bisschen Langatmig zu werden … eine Stadt in der Außenwelt, in der die Menschen (so wie wir) viel kürzer leben, Kinder haben und sich sehr auf ihre mentale Entwicklung konzentriert haben (im Gegensatz zur Super-High-Tech von Diaspar)

Die beiden Städte werden mit so viel Liebe zum Detail geschildert, das ist schon was Besonderes. Aber was fehlt, was wirklich fehlt, ist die Spannung. Wenn man aber von Anfang an das ganze eher als Philosophie über Gesellschaftsentwürfe sieht, dann ist es ein tolles Buch mit ganz großartigen Ideen. Aber ein Pageturner ist es nicht.

Die Drei Sonnen von Liu Cixin hab ich auch unlängst gelesen. Anfangs fand ich es ganz furchtbar deprimierend, die chinesische Kulturrevolution ist nix für Zartbesaitete. Spätestens als das Drei-Sonnen-Spiel dann aber geschildert wurde war ich voll bei der Sache. Und der Computer aus Menschen mit Fähnchen, der war schlicht großartig. Was für ein Bild, das er da gezeichnet hat. Ich denke, ich werde den 2. Teil lesen.

Ich muss allerdings sagen: so aufs Lesen gefreut wie jetzt bei Robo Sapiens hab ich mich bei keinem der Beiden. Liegt aber vielleicht auch an meinem schweren Roboterfimmel!

( ) Roman-Neuerscheinung aus 2019
( ) Kurzgeschichtensammlung:
( ) Preisträger von 1987
(X ) Buch von Arthur C. Clarke
(X) im Original nicht deutsch- oder englischsprachiges Buch: Cixin Liu Die drei Sonnen
( ) Buch mit dem Wort "Planet" im Titel:
( ) Handlung mehr als 1000 Jahre in der Zukunft:

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 6. Juni 2019 19:50

Melde Vollzug für Punkt 3: Preisträger von 1987

Durch mit Jerry Yulsman: Elleander Morning oder Der Krieg, der nie stattfand
 
Bild 

Eine junge Engländerin names Elleander Morning reist im Jahr 1913 nach Wien, verfolgt einen mäßig talentierten Kunstmaler von seinem Männerheim in ein Caféhaus und erschießt ihn dort. 70 Jahre später entdeckt ihre Enkelin Lesley in ihrem Nachlass ein Time-Magazin aus dem Jahr 1970 über den Zweiten Weltkrieg. Fotos, Berichte, Daten und Fakten - alles passt wunderbar zusammen. Das Problem: Dieser Krieg hat nie stattgefunden. Die Sache wird noch ominöser, als sich herausstellt, dass der deutsche Diktator, der angeblich im Jahre 1939 diesen Krieg angezettelt haben sollte, niemand anders ist als der Kunstmaler, den ihre Großmutter 1913 in Wien erschoss.

Allein wegen dieses Meisterwerks hat sich die Lesechallenge gelohnt. Das Buch ist ein hochspannendes Alternate-History-Abenteuer, aber irgendwie nicht nur das. Bis zum Schluss wird nie wirklich aufgelöst, warum die Prostituierte und Puffmutter Elleander an die Infos über die Parallelwelt kam. Zeitreise? Eher nicht, auch wenn der prominente Auftritt von H.G. Wells dafür zu sprechen scheint. Geisteswanderung? Wiedergeburt? Egal. Der Roman verwebt nicht nur ein wunderbares Figurenensemble und verschiedenen Zeitebenen, er ist auch gewürzt mit allen möglichen Zitaten, von denen der leibhaftige H.G. Wells noch eins der plumperen ist. Viele wichtige Dinge geschehen in der Highcastle Road, und ein wichtiger Zeitstrang spielt im Jahr 1984. Ich möchte nicht wissen, wie viele Anspielungen ich gar nicht mitbekommen habe.

Besonders gefallen hat mir, dass in diesem Roman eine Frau, emanzipiert, stark an Willen und an Körperkräften, die resolut auch die Waffen einer Frau einsetzt, um an ihr Ziel zu gelangen, die Hauptperson ist. Ein bild-starkes Buch, über das ich bestimmt noch einige Tage nachdenken werde.

Gruß
Ralf

( ) Roman-Neuerscheinung aus 2019
(X) Kurzgeschichtensammlung: Peggy Weber-Gehrke (Hg.) "Sprung ins Chronozän"
(X) Preisträger von 1987: Jerry Yulsman "Elleander Morning" (Kurd-Laßwitz-Preis für den "Besten internationalen Roman" 1987)
( ) Buch von Arthur C. Clarke
( ) im Original nicht deutsch- oder englischsprachiges Buch
(X) Buch mit dem Wort "Planet" im Titel: H.G. Ewers "Planet der Veteranen"
(X) Handlung mehr als 1000 Jahre in der Zukunft: C. Redzich "Ein Besuch auf dem Mars im Jahre 3000"
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Ender » 6. Juni 2019 20:54

@Caroline: schön, dass du auch mitmachst. Und direkt auf Anhieb bist du genauso weit wie ich bis jetzt :-? Auf "Robo Sapiens" habe ich übrigens auch schon richtig Lust.

@Shocky: das hört sich ziemlich vielversprechend an. Den Titel hatte ich zwar schon mal gehört, aber so richtig noch nicht auf dem Schirm. Klingt, als müsste ich das auch mal lesen!

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von aquarius » 6. Juni 2019 21:09

Shock Wave Rider hat geschrieben:
6. Juni 2019 19:50
Melde Vollzug für Punkt 3: Preisträger von 1987

Durch mit Jerry Yulsman: Elleander Morning oder Der Krieg, der nie stattfand
Das hört sich interessant an. Wobei ich vorher weder mit dem Autor noch mit dem Buchtitel das Geringste anfangen konnte.

Schade, dass es von dem Titel keine Neuauflage bzw. E-Book gibt :-?

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Teddy » 6. Juni 2019 21:10

Shock Wave Rider hat geschrieben:
6. Juni 2019 19:50
Besonders gefallen hat mir, dass in diesem Roman eine Frau, emanzipiert, stark an Willen und an Körperkräften, die resolut auch die Waffen einer Frau einsetzt, um an ihr Ziel zu gelangen, die Hauptperson ist. Ein bild-starkes Buch, über das ich bestimmt noch einige Tage nachdenken werde.
Ich gebe dir vollkommen Recht. Auch mir hat Elleander Morning sehr gut gefallen.
Ich meine aber mich zu erinnern, dass einige Damen in dem Etablissement so jung waren, dass der Roman nur haarscharf an der Pädophilie vorbeischrammt. Stimmt das oder habe ich das schlicht weg falsch in Erinnerung? (Ist schon 20 Jahre her, dass ich ihn gelesen habe.)

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 7. Juni 2019 02:57

Teddy hat geschrieben:
6. Juni 2019 21:10
Shock Wave Rider hat geschrieben:
6. Juni 2019 19:50
Besonders gefallen hat mir, dass in diesem Roman eine Frau, emanzipiert, stark an Willen und an Körperkräften, die resolut auch die Waffen einer Frau einsetzt, um an ihr Ziel zu gelangen, die Hauptperson ist. Ein bild-starkes Buch, über das ich bestimmt noch einige Tage nachdenken werde.
Ich gebe dir vollkommen Recht. Auch mir hat Elleander Morning sehr gut gefallen.
Ich meine aber mich zu erinnern, dass einige Damen in dem Etablissement so jung waren, dass der Roman nur haarscharf an der Pädophilie vorbeischrammt. Stimmt das oder habe ich das schlicht weg falsch in Erinnerung? (Ist schon 20 Jahre her, dass ich ihn gelesen habe.)
Auf deine Erinnerung ist Verlass: Ja, das Thema kommt vor!

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 7. Juni 2019 12:16

An Elleander hatte ich auch gedacht, aber aktuell ist da grad nix zu finden. Ich hab jetzt nen anderen Titel gewählt auf den ich sehr gespannt bin.
:bier:
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Naut » 7. Juni 2019 13:57

Uschi Zietsch hat geschrieben:
7. Juni 2019 12:16
An Elleander hatte ich auch gedacht, aber aktuell ist da grad nix zu finden.
Ich auch! Da werden absurde Preise verlangt, daher habe ich die Entscheidung vertagt.

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 7. Juni 2019 16:13

Ganz genau.
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 7. Juni 2019 16:36

3,72€ für das englische eBook finde ich jetzt nciht so schlimm :PPP:

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Naut » 7. Juni 2019 18:50

Reicht mir, dass ich den ganzen Tag im Day Job Englisch lesen muss.

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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 7. Juni 2019 22:29

Das ist mir viel zu anstrengend, so gut Englisch kann ich nicht. Und dann brauche ich noch länger. Und außerdem hab ich keinen Reader! Selber :PPP:
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Chris79 » 11. Juni 2019 16:50

Shock Wave Rider hat geschrieben:
7. Juni 2019 02:57
Teddy hat geschrieben:
6. Juni 2019 21:10
Shock Wave Rider hat geschrieben:
6. Juni 2019 19:50
Besonders gefallen hat mir, dass in diesem Roman eine Frau, emanzipiert, stark an Willen und an Körperkräften, die resolut auch die Waffen einer Frau einsetzt, um an ihr Ziel zu gelangen, die Hauptperson ist. Ein bild-starkes Buch, über das ich bestimmt noch einige Tage nachdenken werde.
Ich gebe dir vollkommen Recht. Auch mir hat Elleander Morning sehr gut gefallen.
Ich meine aber mich zu erinnern, dass einige Damen in dem Etablissement so jung waren, dass der Roman nur haarscharf an der Pädophilie vorbeischrammt. Stimmt das oder habe ich das schlicht weg falsch in Erinnerung? (Ist schon 20 Jahre her, dass ich ihn gelesen habe.)
Auf deine Erinnerung ist Verlass: Ja, das Thema kommt vor!

Gruß
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So richtig "schrammen" würde ich das nicht nennen, das war eine frontale Kollision und der Grund warum ich eine absolute Abneigung gegen dieses Buch habe. Da war mir der Umgang mit dem Themenkomplex entschieden zu unkritisch und zu verniedlichend. Was absolut schade ist, den von der Prämisse her hätte das ein absolut geniales Buch sein können, über den Fund im Antiquariat habe ich mich damals auch riesig gefreut. Selten hat mich ein Buch so enttäuscht.


Mein nächster Eintrag für die Challenge, die Neuerscheinung 2019:

Bild
Gier - Wie weit würdest du gehen
Marc Elsberg
Wenn Fiktion zur Realität wird, dann macht Marc Elsberg einen Bestseller daraus! Nach BLACKOUT, ZERO und HELIX der neue Thriller zu einem explosiven Thema.

»Stoppt die Gier!«, rufen sie und »Mehr Gerechtigkeit!«. Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger – die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur wenige Reiche sind die Gewinner. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden.
Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent – aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen …
Oberflächlich betrachtet könnte man erstmal die Frage aufwerfen, ob das Buch überhaupt für die Challenge passt, andererseits listet ja selbst der Initiator das ganze in den Phantastik-Verkaufscharts auf seiner Hompage auf. Und wenn man es genau betrachet: Eine Handlung die noch nicht passiert ist, aber theoretisch bald auftreten könnte, wesentlich eindeutiger kann man einen (Near-Future-)SF-Roman wohl nicht klassifizieren.
Der Roman ist mein erster Titel von Elsberg, begeistern konnte mich das ganze allerdings nur bedingt. Elsberg erinnert in seiner Schreibe deutlich an Eschbach, nur leider deutlich schwächer. Die Figuren sind blasse Stereotypen, die Handlung ist völlig überdreht und hektisch und trotz Action bis zum abwinken will nicht so richtig Spannung aufkommen. Übermäßig viel Tiefgang insbesondere hinsichtlich ökonomischer Fragestellungen sollte man trotz des Themas am besten auch nicht erwarten. Tut alles beim lesen jetzt nicht direkt weh, aber Genuss geht anders.


-------------------------

(x ) Roman-Neuerscheinung aus 2019 - Gier von Marc Elsberg
(x) Kurzgeschichtensammlung - Die wandernde Erde von Cixin Liu
(x) Preisträger von 1987 - Der Report der Magd von Margaret Atwood
( ) Buch von Arthur C. Clarke
( ) im Original nicht deutsch- oder englischsprachiges Buch
( ) Buch mit dem Wort "Planet" im Titel
(x) Handlung mehr als 1000 Jahre in der Zukunft - Das Arkonadia-Rätsel von Andreas Brandhorst
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Re: Die Phantastik - Lesechallenge 2019

Ungelesener Beitrag von Caroline » 13. Juni 2019 11:21

Das mit den "jungen Dingern" hab ich jetzt zu spät gelesen, da hatte ich das Ebook schon gekauft. Jetzt werd ich's wohl lesen, wenn auch mit einem ein bisschen mulmigen Gefühl. Robo Sapiens läuft immer noch ganz gut, wenn ihm auch ein wenig Handlung fehlt. Mein Junior möchte neuerdings immer am Weg zur Schule über sein / mein aktuelles Buch reden und bei Robo Sapiens hab ich da nach immer so ca. 30 Seiten wenig zu berichten. Aber das Wenige ist immer noch gut geschrieben. Trotzdem, es zieht sich. Als ich noch jung und viel lesehungriger war, da hab ich mir leichter getan, wenn ein Buch den Schwung verliert. Demnächst lese ich dann wohl taubenfütternd auf der Parkbank und erzähle allen, dass Bücher früher viel besser waren.

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