Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

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Shock Wave Rider
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

L.N. Muhr hat geschrieben: 20. April 2024 15:23
Fjunch-Klick hat geschrieben: 14. April 2024 20:22 Und die Stulle nach dem Tod ist auch mal eine Idee. :headbanger:
Da gabs mal diesen Film, Die Stulle nach dem Schiss. Oder so.
Und für das Meisterwerk "Last Flush" (dt. "Letzte Spülung") gab es sogar einmalig den Oscar für die "Beste Klorolle".

Gruß
Ralf,
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Ender
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Ender »

Nun hatte ich doch tatsächlich den Ehrgeiz entwickelt, sämtliche nominierten Kurzgeschichten zu lesen.
Einen ausführlichen Erlebnisbericht gibt es HIER


Exklusiv und nur für euch hier ganz kurz zusammengefasst:

Christian Endres: Die Straße der Bienen
Nicht bahnbrechend originell oder raffiniert, aber cool und actionreich geschrieben.

Uwe Hermann: Die End-of-Life-Schaltung
Souverän geschriebene Story mit gelungener Charakterzeichnung und schönem Ende.

Dieter Korger: Nur ein Werbespot
Gut aufgebaute Geschichte mit satter Pointe.

Michael Marrak: Der Mann, der Räume glücklich machte
Originelle Ausgangssituation, cool geschrieben, sehr unterhaltsam.

Aiki Mira: Nicht von dieser Welt
Viele interessante Facetten, sehr schön erzählt.

Michael Schneiberg: Die Frau in der Wand
Tiefgründige Geschichte mit krassem Weltenbau.

Yvonne Tunnat: Der Spielplatz
Eine schöne, emotionale Geschichte. Doch welche Rolle spielt der SF-Aspekt hier eigentlich? Das hängt wohl ganz von der eigenen Interpretation ab.

Yvonne Tunnat: Trauergeschäfte
Schwer verdauliche Prämisse und gut konstruierte Erzählung.

Melanie Vogltanz: No Filter
Erst zum Schluss zeigt sich, worum es in der Geschichte (bzw. der Autorin) geht. Eine Story mit einer Message.

Wolf Welling: Stulpa
Ganz amüsante Geschichte mit interessanter Prämisse und überraschendem Schluss.

Charline Winter: Grüne Herzen
Klasse Atmosphäre, starke Dialoge, schöne Aussage.

Fazit: Ich habe in den letzten Jahren nur noch selten deutschsprachige Kurzgeschichten gelesen. Der Grund: Zu viele schlechte Erfahrungen. Es sind zwar in jedem Jahr schöne Sachen dabei, aber um die zu finden, muss man auch ganz schön viel Mist lesen.
Hier habe ich mich jetzt also auf die Vorauswahl der KLP-Abstimmungsberechtigten verlassen und muss sagen: Hat mir gut gefallen. Einige mehr, einige weniger, aber es war kein Totalausfall dabei.
Kann man mal machen.
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Yvonne »

Sehr coole Aktion, Ender! Hab's eben entdeckt und gelesen. Sowas in der Art hatte ich 2021 oder so mal gemacht.

Ich stimme vor allem auch deinem Fazit zu, ja, wenn man vorsortierte Texte liest, muss man sich weniger ärgern. (Also, das ist eine sehr freie Paraphrasierung deines Fazit.)

Dieses Jahr ist die Nominierungsliste auch wirklich gut. In Vorjahren ... nun ja. Da waren schon mal Storys dabei, in denen meine Augenbrauen unter meinem Pony verschwunden wären, wenn ich denn einen hätte.
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Yvonne »

Was ich eigentlich schreiben wollte (und dann von Enders Rezensionen abgelenkt war) - ich lese gerade noch Termination Shock und bin bei 75%. Das gefällt mir sehr gut.

Tausend Arten von Blau hatte ich auch gelesen und die beiden Romane raufen jetzt um Platz 2, nachdem für mich klar ist, dass Mandel auf Platz 1 ist. Danach kommt vermutlich die Hasson-Kurzgeschichte und dann werde ich trotz meiner Ungeduld mit Le Guin wohl Immer nach Hause noch in Betracht ziehen.

The Mothers habe ich auch gelesen, ja, kann man machen, guter Schluss, aber nicht zwingend preiswürdig.
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Knochenmann
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Zu Termination Shock haben wir hier einen Thread.
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Tausend Arten von Blau lese ich gerade, passenderweise ist da heute auch eine Lesung in Berlin.
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Ender
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Ender »

Ich hatte "Ecce Machina" von Neil Sharpson ursprünglich gar nicht auf dem Zettel. Nachdem es nun auf der Nominierungsliste aufgetaucht ist, habe ich festgestellt, dass es dazu auch ein Hörbuch gibt, und da ich noch ein Guthaben übrig hatte ...
Und siehe da: Nach ca 70% bin ich ziemlich begeistert. Sehr cooler Schreibstil, eine komplexe Welt, spannende Handlung und viele interessante Fragen (psychologisch und philosophisch).
Für mich hat sich die Nominierungsliste also schon gelohnt.
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Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

Ungelesener Beitrag von Scotty »

Das Buch ist auch auf meiner Wunschliste. Aktuell aber noch nicht als Taschenbuch verfügbar, daher zu teuer.
Lese zur Zeit:
Tade Thompson - Fern vom Licht des Himmels
Davor:
Laura Purcell - Das Korsett
Pierce Brown - Red Rising
Emily St John Mandel - Das Licht der letzten Tage
Eoin Colfer - Hinterher ist man immer tot
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Yvonne »

    Ender hat geschrieben: 24. April 2024 14:01 Ich hatte "Ecce Machina" von Neil Sharpson ursprünglich gar nicht auf dem Zettel. Nachdem es nun auf der Nominierungsliste aufgetaucht ist, habe ich festgestellt, dass es dazu auch ein Hörbuch gibt, und da ich noch ein Guthaben übrig hatte ...
    Und siehe da: Nach ca 70% bin ich ziemlich begeistert. Sehr cooler Schreibstil, eine komplexe Welt, spannende Handlung und viele interessante Fragen (psychologisch und philosophisch).
    Für mich hat sich die Nominierungsliste also schon gelohnt.
    Hm, ich frage mich, ob ich das Hörbuch noch dazwischen schieben könnte, bevor ich wähle ...
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Ender »

    Yvonne hat geschrieben: 25. April 2024 09:43 Hm, ich frage mich, ob ich das Hörbuch noch dazwischen schieben könnte, bevor ich wähle ...
    Und? Konntest du?
    Für mich ist "Ecce Machina"

    Bild

    ein absolutes Highlight. Da steckt ganz viel drin: eine ungebremste KI-Technologie, auf die es eine positive und eine negative Sichtweise gibt - was zu gegensätzlichen, sich feindlich gegenüberstehenden Ideologien führt. Ein abgeschottetes Land mit brutalem Regime (DDR-vibes), dass nur durch Mittäter und Mitläufer funktionieren kann. Die Handlung ist spannend und überrascht mehrmals. Jede Menge philosophische, moralische, gesellschaftliche Fragen werden aufgeworfen. Dabei wird keine simple schwarzweiß-Malerei betrieben, sondern die Thesen und v.a. auch die Figuren sind sehr ambivalent. Komplexer und origineller Weltenbau. Und das alles wird in einem extrem unterhaltsamen, bissig-humorvollen Stil erzählt. Für mich bisher die positive Überraschung des Jahres.


    Ansonsten habe ich mir gerade sowohl "Babel" als auch "Termination Shock" vorgenommen und bin jeweils bei knapp der Hälfte. Und bei beiden lautet mein Zwischenfazit: Vollgepackt mit Wissen, tolle Atmosphäre, hervorragend ausgearbeitete Hintergründe - aber man muss auch schon eine gehörige Portion Geduld mitbringen, denn es geht wahrlich nicht zügig voran. Beide gefallen mir bisher ganz gut, könnten aber ruhig etwas mehr Tempo vertragen. Mal weitersehen (bzw. Lesen bzw. Hören).
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

    Ist auch nicht mehr lange hin bis zur Abstimmung..
    Abzugeben: Booklooker
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Ender »

    Ich weiß ja nicht, wer hier alles abstimmungsberechtigt ist. Aber unabhängig davon enthält so eine Nominierungsliste (zumindest für mich) doch auch immer ein paar Lesetipps. Deshalb poste ich meine Leseeindrücke, soweit vorhanden, einfach mal in diesem Thread.
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Yvonne »

    Nee, ich habe Ecce Machina dann doch nicht gehört oder gelesen :-/
    Und ich habe schon abgestimmt ...
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Ender »

    Next stop:
    "Babel" von R.F. Kuang.

    Bild

    Ein Buch, bei dem Sprachen bzw. Übersetzungen im Vordergrund stehen ist doch schon mal sehr originell. Ähnliche Worte in unterschiedlichen Sprachen dienen als Grundlage für Magie. Cool. Aber trotzdem war ich insgesamt nicht ganz überzeugt, unter anderem weil auf eben diese sprachlichen Feinheiten, so interessant sie auch sein mögen, häufig einfach ZU detailliert eingegangen wird. Das kann dann schon mal langweilig werden. Außerdem hatte ich mit dem Protagonisten so meine Probleme. Seine Zerrissenheit ist zwar eindringlich dargestellt und absolut verständlich, aber trotzdem konnte ich sein Handeln oft nicht nachvollziehen. Man könnte fast sagen: ich fand ihn doof. So.
    Zusammengefasst: Schöner Weltenbau und ausgeklügeltes Magiesystem, aber inhaltlich mit einigen Längen. Interessante Figuren mit glaubhaft beschriebenen Problemen, aber manchmal merkwürdigem Verhalten und komischen Entscheidungen. Hervorragend gelungene Darstellung von Rassismus und Kolonialismus, aber unbefriedigende Auflösung der Geschichte. Kurzum: Gut, aber nicht überragend.
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    Re: Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) 2024

    Ungelesener Beitrag von Yvonne »

    Babel fand ich auch gut, war mir aber zu wenig SF, hatte ich nicht unter den Top 5.

    Nun sind's ja auch nur noch zwei Tage bis zur Deadline :-)
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