Vergessene SF-Filme

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Flossensauger
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Flossensauger »

Badabumm hat geschrieben: 15. August 2024 23:25 „News of the world“, „True Grit“ und „Jane got a gun“ sind die letzten Western-FILME, die ich gesehen habe. Aber neuere Serien kenne ich gar keine...
Nutze weder streaming Angebote noch bin ich Western Fan: Aber da gibt es doch ohne Ende neue Western Serien in jeglicher Richtung?

(OK: Missverständniss: Du weisst, das es sie gibt, aber du kennst sie nicht - nimmst sie nicht zur Kenntnis.)
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Kringel
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Kringel »

Ob den hier jemand kennt? "The Zero Theorem", der (vorerst?) letzte Film, bei dem Terry Gilliam Regie geführt hat. Er trägt eindeutig Gilliams Handschrift und ist vollgepackt mit abgedrehten Ideen, absurden Begebenheiten, skurrilen Figuren sowie schwarzem Humor, reicht aber bei weitem nicht an Gilliams Meisterwerk "Brazil" heran. Dazu fehlt dem Film etwas ganz entscheidendes, nämlich die surreale, kafkaeske Atmosphäre, die den Zuschauer in "Brazil" jenen Alptraum miterleben lässt, in dem sich Sam Lowry befindet. Inhaltlich ist da auch nicht viel. Die Hauptfigur ist einfach ein trauriger, einsamer Typ, der so sehr auf die Suche nach dem Sinn des Lebens fixiert ist, dass er zu leben vergisst.
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Khaanara
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Khaanara »

Badabumm hat geschrieben: 15. August 2024 23:25 „News of the world“, „True Grit“ und „Jane got a gun“ sind die letzten Western-FILME, die ich gesehen habe. Aber neuere Serien kenne ich gar keine...
Aktuell im Kino "Horizon", der erste von drei Teilen.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=aV5GcT9dwrA

Schon ein wenig älter als TV-Serie "Deadwood" (2004-2006), da soll es wohl demnächst weitergehen.
heino
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von heino »

Kringel hat geschrieben: 16. August 2024 06:56 Ob den hier jemand kennt? "The Zero Theorem", der (vorerst?) letzte Film, bei dem Terry Gilliam Regie geführt hat. Er trägt eindeutig Gilliams Handschrift und ist vollgepackt mit abgedrehten Ideen, absurden Begebenheiten, skurrilen Figuren sowie schwarzem Humor, reicht aber bei weitem nicht an Gilliams Meisterwerk "Brazil" heran. Dazu fehlt dem Film etwas ganz entscheidendes, nämlich die surreale, kafkaeske Atmosphäre, die den Zuschauer in "Brazil" jenen Alptraum miterleben lässt, in dem sich Sam Lowry befindet. Inhaltlich ist da auch nicht viel. Die Hauptfigur ist einfach ein trauriger, einsamer Typ, der so sehr auf die Suche nach dem Sinn des Lebens fixiert ist, dass er zu leben vergisst.
Ja, den habe ich im TV gesehen, der ist wirklich nicht toll
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Alle Western der 2020er. Die entsprechende Filtereinrichtung verrät uns, dass es dieses Jahr allein 19 waren:

https://www.filmstarts.de/kritiken/film ... ehnt-2020/

Das ist natürlich kein Vergleich zu den Dreissigerjahren, als es dreihundert pro Jahr waren. ABER unter diese dreihundert fallen zu 90% B-Movies von knapp einer Stunde Länge mit einer Drehzeit von sieben Tagen, also ein Format, das es so nicht mehr gibt (weil es keine Matineen aus A- und B-Movie mehr gibt, für die diese Filme produziert wurden). Rechnen wir nur die damaligen A-Western (also das Material von Ford, Sturges etc.) gegen die heutigen Western, ist der Ausstoß sogar annähernd gleich geblieben.

Bitte beachten: A und B sind keine qualitativen Kategorien, auch keine finanziellen, sondern tatsächlich die Einordnung des Films innerhalb von Matineen: Wochenschau, Kurzfilm, Hauptfilm (A-Film), Nachfilm bzw. Rausschmeisser (B-Film). Darum waren B-Filme kürzer, weil irgendwann ist das Sitzfleisch alle. (Es ist lustig: solche Matineen dauerten drei bis vier Stunden, waren also das, was wir heute als Film mit Überlänge kennen.)

Ich schweife ab. Sorry.

(Es gab übrigens SF-Western, die heute praktisch ebenfalls vergessen sind. Vllt. such ich da nachher mal was raus. Hab da letztes Jahr was zu geschrieben, das aber noch nicht veröffentlicht ist.)
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Khaanara »

L.N. Muhr hat geschrieben: 16. August 2024 11:55 (Es gab übrigens SF-Western, die heute praktisch ebenfalls vergessen sind. Vllt. such ich da nachher mal was raus. Hab da letztes Jahr was zu geschrieben, das aber noch nicht veröffentlicht ist.)
Cowboy vs. Aliens, Wild wild West, Jonah Hex, Firefly... ;-)
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von heino »

Khaanara hat geschrieben: 16. August 2024 13:54 Cowboy vs. Aliens, Wild wild West, Jonah Hex, Firefly... ;-)
Bis auf Jonah Hex ist keiner davon wirklich vergessen, die sind regelmäßig im normalen TV-Programm zu sehen. Aber wer erinnert sich noch an "Die Abenteuer des Brisco County Jr." oder die Serie "Legend" mit Richard Dean Anderson?
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Firefly IST NIEMALS VERGESSEN!!!11111!!!!!
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Khaanara hat geschrieben: 16. August 2024 13:54
L.N. Muhr hat geschrieben: 16. August 2024 11:55 (Es gab übrigens SF-Western, die heute praktisch ebenfalls vergessen sind. Vllt. such ich da nachher mal was raus. Hab da letztes Jahr was zu geschrieben, das aber noch nicht veröffentlicht ist.)
Cowboy vs. Aliens, Wild wild West, Jonah Hex, Firefly... ;-)
Bloß von denen rede ich nicht. Die sind nicht vergessen. (Leider?)

Was meine Aussage, sie seien praktisch vergessen, ja bestätigt. Ich rede hier von den Dreissigerjahren.
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Naut »

L.N. Muhr hat geschrieben: 16. August 2024 14:06
Khaanara hat geschrieben: 16. August 2024 13:54
L.N. Muhr hat geschrieben: 16. August 2024 11:55 (Es gab übrigens SF-Western, die heute praktisch ebenfalls vergessen sind. Vllt. such ich da nachher mal was raus. Hab da letztes Jahr was zu geschrieben, das aber noch nicht veröffentlicht ist.)
Cowboy vs. Aliens, Wild wild West, Jonah Hex, Firefly... ;-)
Bloß von denen rede ich nicht. Die sind nicht vergessen. (Leider?)

Was meine Aussage, sie seien praktisch vergessen, ja bestätigt. Ich rede hier von den Dreissigerjahren.
Bei SF-Western denke ich eher an Saber Rider oder Brave Starr, aber LN meinte natürlich noch ältere Beispiele.
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L.N. Muhr
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Dem ist so.

Weil aus einem größeren Text kopiert, fängt es etwas unvermittelt an, aber es geht ja nur um Beispiele:

"Einschlägige Literatur1 benennt unter Berufung auf Gottfredson selbst The Phantom Empire als Vorbild für diese Geschichte, ein zwölfteiliges Kinoserial von 1935 mit Gene Autry, in dem letzterer unter seiner Farm ein technologisch hoch entwickeltes Königreich findet, "that relies on robot drones, ray guns, guided missiles, and wrist communication devices"2. Da eine genaue Betrachtung dieses Serials keine Ähnlichkeit mit "Bar-None Ranch" zeigte, der Film Ghost Patrol (1936) hingegen schon, ist zu vermuten, dass Gottfredson, der diese Äußerungen mehr als dreissig Jahre später machte, einer Verwechslung unterlag.

In Ghost Patrol finden sich eine ganze Menge Elemente, die später in "Bar-None Ranch" Verwendung finden sollten: die geheimnisvolle Maschinerie, die Flugzeuge zum Absturz bringt, der eigenwillige Professor, der nicht wirklich böse ist, sich aber von Schurken einspannen lässt, um seine Forschung zu betreiben, das elektrische Labor mit seinen Funken und Blitze sprühenden Geräten. Hier wie dort sind es Cowboys, die den Schurken und seinen verwirrten Professor zur Strecke bringen."
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Nur weil in einer Serie mal ein Western-Teil vorkommt, wie in „Firefly“, würde ich sie nicht gleich als SF-Western einstufen. Das könnte man dann auch von „Star Trek“, „Cowboy Bebop“ oder „Dr. Who“ behaupten. Ich vermute eher, dass diese Western-Elemente ein Teil der US-amerikanischen Kultur sind und insofern unabhängig vom Genre als allgegenwärtig präsent betrachtet werden können.
„Wenn Außerirdische so sind wie wir, möchte ich nicht von uns entdeckt werden.“

Harald Lesch
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Jorge.

Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Jorge. »

L.N. Muhr hat geschrieben: 16. August 2024 11:55 (SF-Western, die heute praktisch ebenfalls vergessen sind.)
Banditen auf dem Mond

http://m.youtube.com/watch?v=FFqhcpINLdE
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von Doop »

Firefly ist ein SciFi-Western, das ist keine Frage. Wird auch überall als ein solcher interpretiert. Star Trek wurde von Roddenberry dem Studio gegenüber als ein solcher verkauft, war aber am Ende viel mehr. Doctor Who hat 0,02% Folgen, die etwas mit Western zu tun haben. Das ist nun wirklich keiner und wurde auch nie als Space Western betrachtet. Ist ja nun auch nicht sehr amerikanisch.
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L.N. Muhr
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Re: Vergessene SF-Filme

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Grundsätzlich ist es schwer, US-SF vom Western klar zu trennen - was daran liegt, dass sich US-SF, im Gegensatz zu der vom Rest der Welt, aus dem Western heraus entwickelt hat: sie ist die Fortschreibung des Western mit anderen Mitteln, der wiederum nur eine Fortschreibung des frontier-Gedankens war und entstand, als die reale frontier sich schloss bzw. aufgebraucht war. Der US-Western hatte nicht zufällig seine Hochzeit zwischen 1900 und 1950, also im Lebensraum der letzten Zeugen der frontier, die wiederum das US-Selbstverständnis des gesamten 19. Jahrhunderts geprägt hatte. US-SF ist der Versuch, neue frontiers aufzutun, um eine Leerstelle im kulturellen Selbstverständnis zu füllen.

In dem Sinne ist etwa "For All Mankind" ein SF-Western, wenn auch ein postmoderner, aber einer, der eine neue frontier verhandelt.

Und lange dachte ich etwa, dass bei Asimov vor allem die Lucky-Starr-Bücher SF-Western sind: Marshall im All. Aber dann habe ich Foundation mal in der vollständigeren Neuübersetzung gelesen und gemerkt, dass auch dieser Text vor frontier-Mythen brummt, es also nicht einfach nur imperial fiction ist, wie ich lange dachte. (Asimovs Aussage, dass er mit Foundation eigentlich Aufstieg und Fall des Römischen Reichs in die SF verlegt hat, steht eh auf tönernen Füßen. Das Buch verarbeitet klar die Ängste der Depression und des Faschismus. Aber ich schweife ab ...) Auf Asimovs Story "The Martian Way", eine Mischung aus Western und McCarthy-Kritik, basiert übrigens mindestens teilweise die jüngste Staffel von For All Mankind.

Anyway, genau deshalb ist etwa Doctor Who kein Western, und andere Brit-SF (Quatermass etc.) ebenfalls nicht. Selbst wenn Western-Motive verwendet werden. Diese Phantastik kommt nicht von der frontier, vom Werden des Landes durch das Dorthingehen, sondern eher im Gegenteil: vom Zerfall des Landes, vom Verschwinden der Kolonien. Während wir bei Star Trek, bei Battlestar Galactica (alias Der lange Trek), bei Star Wars etc. immer Western-Einflüsse finden. (Leigh Brackett, die die Ur-Version von Star Wars verfasst hat, hat nicht zufällig Western-Drehbücher geschrieben, und ihre Mars-Romane sind mindestens ebensosehr von Bourroughs beeinflusst wie von Western-Mythen.)

Firefly wäre also sogar dann ein SF-Western, wenn das nicht gar so offensichtlich wäre.

Aber zurück zum Thema.
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