Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Science Fiction in Buchform
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Knochenmann
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Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

So, Ziel ist es in jedem Jahr genau ein Hard Cover Buch zu kaufen, damit man das dann hat.

Dieses Jahr:

Bild

Also, Kurzgeschichten von Le Guin. Erhrlichgeast: mit der Langform von, ich nenne sie jetzt mal so, Ursula habe ich miene Probleme, und auch die ganzen Adaptionen von Erdsee die ich gesehen habe... ne.

Aber immer wenn ich ein Zitat oder einen kurzen Schnipsel von ihr lese dann ist da immer was gehaltvolles drinn, also wiso nicht Kurzfurom?

Na, dann Geschichte eins

Neun Leben

Die hatten wir schon mal, und zwar in dem Lesezirkel zu Fernes Licht.

In Stichworten: Bergbau auf Planeten, eine Gruppe aus Klonen soll weitermachen, 9 on 10 davon sterben.
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Naut
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Naut »

Lag bei mir auch unter dem Weihnachtsbaum. Das heißt, ich werde es irgendwann im Sommer lesen.
Das Vorwort war aber schonmal gut!
Fjunch-Klick
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

Sieht schön aus, das Buch. Wenn ich mir aber dies Jahr eins von UKG kaufen werde, wird es bestimmt eher Lavinia sein.
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Ender
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Ender »

Wobei der Trend ja durchaus zum Zweitbuch geht ...
Fjunch-Klick
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Fjunch-Klick »

Die Karte habe ich auch bekommen :D
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Knochenmann
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Fjunch-Klick hat geschrieben: 25. Dezember 2025 16:31 Sieht schön aus, das Buch.
Es ist auch sehr schön, deswegen konnte ich nicht anders!

Hoffentlich lernen die Verlage nichts aus meiner Schwäche.
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Knochenmann
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Na dann:

Die aus Omelas forgehen

Tja, der Grund warum ich das Buch überhaupt gekauft habe, diese einge Geschichte. Ich kannte die nicht, ich bin erst im Zug der Hugo Kurzgeschichte auf diese gestoßen.

Und was soll ich sagen? Das gesamte Drama der meschlichen Geschichte in in paar Seiten gegossen. Ihr braucht eine Erklärung für das Schlechte in der Welt? Gaza, Massentierhaltung, Umweltverschlutzung? Hier, bitte, alles gesagt was gesagt werden muss.

Fast schon wie der onthologische Gottesbeweis der SF: eine bessere Welt ist nicht vorstellbar.

Fun Fact: Omelas heißt Omelas weil das Salem Rückwärts ist + O

Und ein Zitat aus dem Buch:
Es wird Nacht; die Wandernden müssen duch die Dörfer hindurch, zwischen Häusern mit gelb beleuchteten Fenstern. Jede und Jeder für sich gehen sie nach Westen oder Norden, auf die Berge zu. Sie lassen Omelas hinter sich, sie gehen in die Dunkelheit hinein, und sie kehren nicht zurück. Der Ort, zu dem sie hinwollen, ist für die meisten von uns noch weniger vorstellbar als die Stadt den Glückes. Ich kann in überhaupt nicht beschreiben. Es ist möglich, dass es ihn gar nicht gibt. Aber sie scheinen zu wissen, wohin sie wollen: jene, die aus Omelas fortgehen.
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Knochenmann
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

03 Das Gesichtsfeld

Eine Expedition kommt von Mars zurück, alle tot, zwei überlebende. Der eine kann keine Helligkeit merh ertragen, er sieht nichts mehr außer helligkeit. Der andere scheint zuerst schwachsinnig, es stellt sich später herraus: er hat das gleiche, nur mit den Ohren. Sinnesüberflutung. Und alles steht im Zusammenhang mit diesem "Raum" auf dem Mars, irgendwas das irgendjemand mal vor 600 Millionen Jahren gebaut hat.

Auflösung:
Die ERbauer des Raums, das warn Missionare. Der Raum - eine Art Kirchenmaschine, und wer mit dem in Kontakt kommt, der kann danach Gott sehen (oder höhren), und wenn man Gott sehen kann dann sieht man nichts anderes mehr.

Die Story hat mich an eine von Peter Watts erinnert, da gibts auch einen Ort, eine Höhle im Nahen Osten, und Leute die da reingehen hören die Stimme Gottes. Die Religiösen auf dieser Welt wissen wie auch die Wissenschaftler, das das ein magnetischer Effekt auf das Gehirn ist.... nur macht das keinen Unterschied. Das Gehirn ist gemacht um zu glauben, und nur weil man die Ursache kennt ändert das nichts am Effelkt. Und man liegt im Krieg gegen andere "Gläubne", Religionen/Menschen bei denen das Gehiern über chemische Drogen ober über einen parasitischen Pilz aktiviert worden ist.
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Doop »

Ich liebe ja “The left hand of darkness“. Ich mochte nicht “The Dispossessed“, ich mochte die ersten drei Erdsee-Bücher, konnte aber mit "Tehanu“ wenig anfangen. Deine Einschätzung zu “Omelas“ teile ich. Eine der besten Kurzgeschichten aller Zeiten. Auch eine gigantische Kurzgeschichte von Le Guin ist "Darkness Box“ („Ein Kasten voll Dunkelheit“).
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Naut
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Naut »

Also, ich habe es nun auch angefangen:

Das Vorwort ist schon mal sehr cool. Le Guin erklärt, warum SF im besten Fall besser sein kann als allgemeine Literatur. Sehe ich auch so!

Neun Leben
Beeindruckender Einstieg! 20 Jahre vor "Ich bin Hugh" und Seven of Nine reflektiert Le Guin über ein Kollektivwesen und was es bedeutet, davon getrennt zu werden.

Die aus Omelas fortgehen
Le Guin macht in dieser "Geschichte" so ziemlich alles anders als es Schreibratgeber vorgeben: Kein Protagonist, keine Charakterisierung, keine Handlung und dann auch noch eine zutiefst moralische Allegorie. Es ist so unwahrscheinlich, dass so etwas gelingen kann. Und doch ist es so. Die Durchschlagskraft dieses kurzen Fantasy-Fragments ist unglaublich.

Das Gesichtsfeld
Le Guin channelt Lem: Die Begegnung mit dem völlig Fremden und was es mit einem tut. Das Ende ... könnte besser sein. Ich bin kein Fan von Religion, auch, wenn das Ganze interpretationsoffen bleibt. Trotzdem gut.

Die Verfasserin der Akaziensamen [...]
Ich habe gerade dieses Jahr eine Geschichte über Tiersprachen geschrieben. Schon etwas frustrierend, wieder mal festzustellen, dass fast alle Ideen schon mal aufgeschrieben wurden. Und zwar besser. Na ja! :)

Schrödingers Kater
Zwei Typen in einer Welt, in der irgendein Quantendings schiefgelaufen ist. Quasi Leben in permanenter Superposition.
War nicht so mein Ding. Geschichten mit Katzen sind fast so schlimm wie Geschichten mit Religion.

Intrakom
Soll wohl ein Satire auf Star Trek sein, führt aber irgendwie nirgendwo hin. Erstaunlich aber, dass der "Alien"-Trope schon Jahre vor "Alien" (und vor "Dark Star") in dieser Form existierte.

Der gewandelte Blick
Die Geschichte entschädigt für die lahme Satire davor: Fetter SF-Gehalt (Allergien und Anpassungsprobleme auf fremden Welten), wieder Wahrnehmungspsychologie (wie in Gesichtsfeld), gute Charaktere, wenig Action, trotzdem spannend. Erinnert an John Brunner in seinen besten Zeiten.
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Helli-S »

Das Buch habe ich mir jetzt auch in meinem kleinen lokalen Buchladen geordert. Bin schon gespannt.

Ich finde ja, dass LeGuin immer außerordentlich gut ist, mir aber manche Bücher wegen des Settings nicht so zusagen, z.B. "Die Geißel des Himmels".

OT: "Immer nach Hause" und "Always coming home" liegen hier auch noch, nebst der zugehörigen Musik.
Viele Grüße, Helli


Immer cool bleiben.
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Naut
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Naut »

Labyrinthe
Le Guin greift einen Gedanken aus ihrem eigenen "Therolinguistik"-Text auf und entwickelt ihn aus: Was wäre, wenn ein vermeintlich minderintelligentes Versuchsobjekt gar nicht dumm oder stumm wäre, sondern nur eine ganz andere Idee von Sprache hätte. Die Story ist konsequent aus der Sicht des Versuchsobjekts geschrieben, und so obliegt es dem Lesenden, zu erraten, worum es hier geht. Hat mir gut gefallen, obwohl ich mit dem Vorteil 50 Jahre in der Zukunft zu leben eigentlich schon nach wenigen Zeilen ahnte, worauf es hinauslief.
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Naut
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Re: Der Tag vor der Revolution - Ursula K Le Guin

Ungelesener Beitrag von Naut »

Der erste Bericht des schiffbrüchigen Fremdlings an den Kadanh von Derb
Ein Schiffbrüchiger lobt die Vorzüge der Erde am Beispiel von Venedig. Na ja, wirkt auf mich wie ein Fragment. Evtl. auch ein Prequel zu irgendwas, das ich nicht kenne?

Wunschphantasien
Ein Team von Anthropologen, Linguisten und Soziologen erforscht Gesellschaften auf einem bronzezeitlichen Planeten, auf dem die Menschen auffällig jung, attraktiv, sexuell aktiv und unterkomplex sind.
Sehr coole Idee, hat mir gut gefallen.

Sie entnamt sie
Nu ja, mal wieder christliche Mythologie. So ähnlich wie "Ärger im Paradies" von C. L. Moore, aber auch nur ein Fragment.

Der erste Kontakt mit den Gorgoniden
Ehepaar in toxischer Beziehung stellt im Australienurlaub versehentlich einen Erstkontakt her. Klasse geschriebene Satire auf texanische/toxische Maskulinität, fand ich sehr lustig.

Darf ich mich vorstellen?
Essay darüber, dass Le Guin (und jede Frau), um Erfolg zu haben, eigentlich ein Mann sein muss, dann aber immer daran gemessen wird.
Auch hier: Sehr gut geschrieben und bei allem Tiefgang unterhaltsam.

Der König von Winter
Ein Prequel zu "Die linke Hand der Dunkelheit". Gute Ergänzung mit einem Twist, der gleichzeitig SF und mythologisch ist.

Der Tag vor der Revolution
Noch ein Prequel, diesmal zu "Die Enteigneten".
Eine alte Frau reflektiert darüber, was und ob sie überhaupt etwas erreicht hat, und was sie überhaupt davon hat. Tiefe Charakterstudie und ein wenig Gedanken über die Natur von Revolutionen.
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