Meine Idee war immer, in langen Winternächten, wenn alle Briefmarken und Fotos sortiert sind, in alten SPEX-und SF-Jahr-Ausgaben zu stöbern.
Tja. Ideen halt.
lapismont hat geschrieben: 18. Dezember 2025 21:12
in alten SPEX-und SF-Jahr-Ausgaben zu stöbern.
Ich mache beides. Die Grindcore -Ausgabe und den Banks-Aufsatz "Was ist die Kultur?" kenne ich mittlerweile auswendig.
Und gehe gelegentlich in die Oper, nicht in Berlin, aber in Detmold. Die hat gar keine. Wenn ich demnächst mal wieder in Köln bin gehe ich zur Oper (nicht hinein), zeige mit dem Finger darauf und lache hysterisch.
Kaum habe ich fünfzehn (in Worten: 15!) Bücher bestellt, kommt eine Email angeblich von Klaus Farin mit dem Betreff "Wir geben noch nicht auf!".
Meine erster Impuls: Ich fühle mich verarscht, weil ich auf die alljährliche Jammerei aus dem Hirnkost-Verlag reingefallen bin.
Allerdings liest sich die Email dann (zum Glück für mich als übereifriger Besteller, weniger zum Glück des Verlages als Ganzem) doch weniger hoffnungsfroh.
Die letzte verbleibende Angestellte sowie einige Freunde und Gesellschafter geben noch nicht auf. Aber offensichtlich gibt es noch kein echtes Rettungskonzept.
Priorität haben derzeit die ca. 30 Paletten mit Büchern, die möglichst noch abverkauft werden sollten, um sie vor dem Shredder zu bewahren. Zumindest brauchen sie noch Lagerraum, sobald der Verlag seine derzeitigen Räume räumen muss (Pun very intended!).
(Die "Aktion Bücherrettung" wäre mit der Büchermenge wohl auch überfordert, oder? Zumal nicht alles SF ist.)
Der Restverlag sucht Menschen, die ihnen ab Januar beim Verpacken und Versenden der Bestellungen ehrenamtlich zur Hand gehen (1x wöchentlich 5 Stunden).
Ich halte euch informiert, wie lange die Bücher von den Paletten in Berlin bis zu mir nach München brauchen.
Immerhin fühle ich mich nicht mehr verarscht. Bzw. wenn, dann auf andere, nicht so schwerwiegende Weise.
Gruß
Ralf
Shock Wave Riders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten.
Einen Kerl wie den sollte man lünchen!
Shock Wave Rider hat geschrieben: 19. Dezember 2025 10:08
Ich halte euch informiert, wie lange die Bücher von den Paletten in Berlin bis zu mir nach München brauchen.
Es gibt doch noch punktuell angenehme Überrraschungen aus dem Themenumfeld "Hirnkost":
Heute erhielt ich eine Mitteilung von DPD, dass ein fast 9 kg schweres Paket vom Absender "HIrnkost KG" zu mir unterwegs sei.
Ich hatte den bereits bezahlten Preis für insgesamt fünfzehn (in Worten: 15!) im Dezember bestellte Bücher als Konkursmasse abgeschrieben.
Jetzt sieht es so aus, als würde ich die Bücher doch noch erhalten.
Status geändert auf: freudige Erwartung!
Gruß
Ralf
Shock Wave Riders Kritiken aus München
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Flossensauger hat geschrieben: Gestern 14:22
Gerade erreichte mich die Nachricht, dass das Science Fiction Jahr nach 40 Jahren eingestellt wird.
Ich kann nicht sagen, dass ich traurig bin.
Früher war das »Heyne SF-Jahr« (nach dem Ende des »Heyne SF-Magazins«) die wichtigste und beste Informationsquelle für den bibliophilen SF-Fan in Deutschland. Das zuletzt war nur noch der Versuch sich irgendwie an die alte Bedeutung zu klammern, ohne diese jemals auch nur annähernd erreichen zu können.
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
Mittwoch hatte ich am Gericht zu urteilen. Es stand die Frage im Raum, ob Bewährung denkbar wäre. Vorstrafenregister bis 2016 angeschaut: 3x Bewährung, 3x nicht eingehalten.
Also nun Hirnkost, das wie vielte mal ist es (wenn man Verlag der Jugendkulturen und SF-Jahr speziell mit einbezieht)?
150 Bestellungen pro Buch - das wird nicht funktionieren. Bei ein, zwei Titeln vielleicht, aber dann ist Schluss.
Dass 90% der professionellen Autoren nicht von ihrer Arbeit leben können, war schon immer so. Selbst wenn du früher mal einen, sagen wir, Vorschuss von 50.000 generieren konntest, musstest du auch entsprechend verkaufen. War das nicht der Fall, war's das. Autoren, die das damals bekommen haben, ohne auf der Bestsellerliste zu stehen, haben sich vor allem durch Lesereisen finanziert. Geht heute auch nicht mehr. Es sei denn, du machst eine Showtour. Aber "Krawihl, Krawihl" gibt's nicht mehr.
Früher gab es natürlich auch mehr Heftromanserien, aber man musste schon mehr als 4 Hefte im Monat schreiben, um davon leben zu können. (Und ja, Perry zahlt besser, ist allen bekannt, aber auch da reichte schon damals nicht 1 im Monat, wenn du nicht alleinstehend bist und in einer günstigen 1-Zi-Whg am Ärmel der Welt lebst - diese Zeiten sind schon lange vorbei. Und selbst wenn 12 Hefte im Jahr, das gibt es nur noch mit großen Ausnahmen, und das hält man eh nicht mehr jahrelang durch, selbst wenn das möglich wäre.)
Heutzutage besteht wenigstens die Chance als Self Publisher. Eine winzige Chance, und jetzt neu anzufangen, ist ... nun ja, eher Glückssache. Dennoch.
Aber dank KI und Konzepte der Verlage, die nur noch auf Wirtschaftlichkeit beruhen und nichts mehr mit der Liebe zu Buch und Literatur gemein haben, wird es diese Branche eh nicht mehr lange geben. (Also so >zehn Jahre.) Was für die Leser nicht dramatisch ist, weil die sowieso aussterben. Nachfolgende Generationen streamen, die lesen nicht mehr.
Ich ehre natürlich das Engagement der Leute, aber ganz ehrlich, die müssen auch an sich und ihre Gesundheit denken und wie es weitergeht mit ihrem Leben. Ich sehe keinen Sinn in dieser Aktion.