Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Science Fiction in Buchform
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Knochenmann
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Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Wie kann das sein das G R R Martin nichts geschissen bekommt, und K J PArker haut pro Jahr eine neue Trilogie raus, dazu ein zwei Einzelromane und noch eine Handvoll von Novellen zum Drüberstreuen, und alle sind sie gut?

Naja, Buch der Stunde:

Bild

5%

Wir haben: den Erzähler, Bruder Desiterius (groß, stark, gemütlicher Typ, Talent zum Fälschen, Mönch, Atheist), und Schwester Svangerd (ehemalige Prostituierte, hot, streng gläubig, hasst Adelige).

Und wir haben eine Mission: Prinzessing Hilldegard (52) muss sterben. (Sie kann nichts dafür, durch eine reihe Todesfälle ist sie jetzt die erste in der Thronfolge, kann leider keine Kinder mehr bekommen, ein sicherers Rezept für einen Bürgerkrieg, besser also: sie stirbt)

Zum Glück hat die Chruch of the Invincible Sun Leute für sowas, also den Mönch und die Nonne. Der Mönch hat keinen Bock drauf aber: Es findet das religiöse Konzil des Jahrhunders statt, da will er dabei sein, aus theologischen Gründen. Schwester Svangard ist einfach happe eine Adelige ermorden zu können.

Das ganze erinnert an James Bond, es gibt auch einen "Shop" so militärisches Material ausgefasst wird.

Erinner auch an "The Devisl" vom Ding her, mit dem unterschied das hier nicht ewig lange langweiliges Zeug gelabert wird.
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Knochenmann
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

13%

Man reist... nach Venedig, nur das das natürlich nicht Venedig heißt. Wird aber schön beschrieben, so das man eine bessere Idee davon bekommt als wenn man sich die Geschichte des real existierenden Venedig anschaut.

Überhaupt, das "Imperium" bei Parker... ein wenig unklar was damit gemeint ist bzw ob es überhaupt immer das gleiche Imperium ist, wir wissen ja nichts über die Welt. Das Imperium war cool: die haben Steine aus Beton gemacht und Mauern die heute noch stehen, und gefärbtes Glas, und vielerlei Dinge mehr die heute keiner mehr machen kann, oh, und sie haben Bücher geschrieben... also: neue Bücher. Kann heute auch keiner mehr, und die Idee das überhaupt zu versuchen ist lachhaft. Es ist eine verlohrene Kunst, findet zumindet Bruder Desiterius, der ist ein absoluter Bücherwurm, ein typisch hochbegabter Partker Charakter.

Scheinbar hat es vor 300 Jahren einen So-und-so von Schranz gegeben, der wiederum hat kurz nach dem Fall des Imperium gelebt, also Jahrzenze später, und der hat postuliert das in der Geschichte der Menschheit 10.000 verschiedene Bücher geschrieben wurden. Wenn man annimmt das das Imperium das römische Imperium ist dann spielt die Geschichte im gefühlten Jahre 900 - 1000. Schranz ist ein Orts begriff der immerweider fällt, ich glaube das könnte das Parker Parallel zu Augsburg sein.

Überhaupt: ein sehr... postapokalyptisches Feeling wird da aufgebaut. Damals gabs das Imperium und alles war besser. Jetzt halt nicht mehr. Kein untypisches Gefühl, ich hab diesen Abschnitt über Francis Petrach gelesen, im Buch von Palmer, ich finde das von Parker gut transportiert.

Was noch?

Ich lese soviele Parallelen zu "The Devils" von Abercrombie, das mich im letzen Jahr gelangweilt hat, die Ähnlichkeiten sind erstaunlich. Da fällt mir ein, der Hauptcharakter sagte das er aus der Mesogne stammt, das ist der Ort in denen in den Kurzgeschichten von Parker die übernatürlichen Dinge passieren.
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Knochenmann
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

We see the ruined walls and tumbledown towers, we dig up their filigree and cloisonné and their rusted-solid clocks, we conserve and steal their books, and we know deep down in our hearts that there are some things – a lot of things – that human beings used to be able to do once upon a time but can do no longer: that as a species we’ve shrunk and diminished, and we’ll never be smart like that ever again.
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Starkes Cover.

Und sehr starkes, poetisches Zitat.
:bier:
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Knochenmann
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Also, Kindle hat so eine Markierfunktion, und dadruch soll man Zitate direkt nach Goddreads schicken können.... nur geht das die halbe Zeit nicht, ich vermute: wegen irgendwelchen dummen Copyright Gesetzen.

....aber bei dem Buch funktionierts, ich werde schaun das ich noch das eine oder andere Zitat kopiere, ist viel schönes dabei.
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

17%

Hui!

Eine Wendung!

Ein Dämon tritt auf!

Dazu muss man wissen: obschon die Geschichten von Parker in der selben Welt spielen gibt es in den Romanen keine übernatürlichen Elemente. Die übernatürlichkeit findet ausschließlich in den Kurzgeschichten statt.

Jetzt ist es so das die beiden Protagonisten zum einen die Prinzessin ermorden wollen, zum anderen hat der Mönch in Venedig ein paar religiöse Schriften erworben.

Dazu muss man wissen: Es gibt die "Church of the Invinceible Sun", die prägende Religion der Gegend. Wahrscheinlich monoteistisch, wahrscheinlich der katholischen Kirche nachempfunden, genau wissen wir das nicht. Aber wir wissen das Bruder Demiterius: die Kirche beruht auf den "echten Schriften", also einem Buch, und die sind ca 120 Jahre nach dem "Wunder" geschrieben wurden (was das Wunder war wissen wir natürlich auch nicht). Jetzt gibts aber "echte, echte Schriften", eine sammlung von Psalmen die nur ca 20 Jahre nach dem Event geschrieben wurden, und die zu 80% mit den echten Schriften übereinstimmen. Der Standpunkt der Kirche: die alten Schrifte sind fälschungen, stimmen überhaupt nicht, wenn sie gefunden werden müssen sie verbrannt werden, Häresie, das übeliche halt. Bruder Demietrius weiß was er da in Händen hällt, er weiß auch das es Sprengstoff ist, aber er ist eben auch als Gelehrter interresiert.

Dann der Dämon: sagt zu den beiden: es ist alles ok für uns, ihr beide könnt mit dem weitermachen was ihr macht, das passt alles in unser "Langes Spiel".

Dazu muss man wissen: die Menschen träumen von der "perfekten Gesellschaft", die Dämonen haben ihr "langes Spiel"... das heißt, das Dämonen Dinge machen die viellecht erst in 100 Jahre Früchte tragen. Sie sind nicht immer bösartig, sie unterstützen sogar die Kriche oder kirchliche Vertreter, solange das in ihr "langes Spiel" passt. Dazu muss man aber auch wissen: das lange Spiel existiert vermutlich gar nicht. Dabei kann es sich nur um eine Realtion auf den Plan Gottes handeln, und wir als Leser haben Grund zur Annahme das ein göttlicher Plan nicht existiert und deswegen auch das lange Spiel sinnlos ist. Auch einige Dämonen sind zu der Ansicht gekommen, man könnte sagen: sie sind vom Glauben abgefallen.

Wichtige Kurzgeschichten dazu:
- Prospers Dämon
- Inside Man
- Tearing Wings of Angels
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

25%

Ahhh... der Dämon als solcher wird von Bruter Demiterius nicht als solcher erkannt, er denkt blos es ist ein anderer Agent.

Aber: Bruder Demierius sinniert über die "Walker" aus seiner Heimat, der Mesange, ein ziemlich eindeutig übernatürliches Phänomen, sagt sogar die Kirche. Walker das sind so eine Art Zombies. Wenn böse Menschen sterben bleiben sie nicht tot, sie kommen als Walker wieder. Problem ist nur: weil sie schon tot sind können sie nicht getötet werden, im Sinne von: überhaupt gar nicht. Man kann sie maximal zerstören und verstreuen.
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

35%

Sieh an, die Kirche weiß also um das Longe Game, es ist einge gängige interpretation für das Böse in der Welt.

Naja, zwei schöne Zitate:
These days we write, those few of us who can, all our letters the same size. Under the empire, they went through a phase of writing the first letters of sentences and people’s names a bit bigger, though it didn’t last very long. Accordingly, you could turn a word into a name by sticking a Big Letter in front of it. For instance, you could write sun as Sun. Doing that made the bright thing in the sky into a name, then a person, then God. You’ll have noticed that I’ve adopted this mannerism myself, partly out of antiquarian interest, partly to show what tricks you can play with people’s heads just by altering the height of a letter. It’s still just a trick, though, same as religion, and if I can do it, so can any bloody fool.
The thing that makes human life a misery is love, because love plus loss equals pain, and loss is inevitable.
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Re: Sister Svangerd and the Not Quite Dead - K J Parker

Ungelesener Beitrag von Tiberius »

Knochenmann hat geschrieben: 19. Februar 2026 09:53 Wie kann das sein das G R R Martin nichts geschissen bekommt, und K J PArker haut pro Jahr eine neue Trilogie raus, dazu ein zwei Einzelromane und noch eine Handvoll von Novellen zum Drüberstreuen, und alle sind sie gut?
[...]
George R.R. Martin ist dreizehn Jahre älter, seine Serie ist viel komplexer und er wird zu viel abgelenkt.

Außerdem ist das meiner Meinung nach die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Warum wird von K.J. Parker so wenig ins Deutsche übersetzt?






:wink:
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.
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